Diabetes Management
Der Geschäftsbereich Diabetes Management () umfasst Produkte zur medizintechnische Behandlung und Diagnose von Patienten mit Diabetes mellitus. Medtronic ist Weltmarktführer auf dem Gebiet externer Insulinpumpen und hat weltweit das erste kontinuierliche Glukose-Messsystem eingeführt. Beide Produkte unterliegen ständigen Verbesserungen und stellen Meilensteine bei der Verwirklichung unserer Vision, der Entwicklung der künstlichen Bauchspeicheldrüse, dar.
Insulinpumpentherapie
Mit einer Insulinpumpe kann Insulin kontinuierlich und genau nach Bedarf abgegeben
werden; außerdem können zusätzliche Insulinmengen zur Abdeckungen
der Kohlenhydrate, die mit der Nahrung aufgenommen werden, abgegeben werden.
Die Benutzer programmieren ihre Pumpe auf ihre jeweilige Basalrate und zusätzliche
Bolus-Gaben. Die Pumpe ersetzt die Funktion einer gesunden Bauchspeicheldrüse,
indem sie Insulin effektiv, kontinuierlich und unter minimalen Absorptionsschwankungen
abgibt. Das ermöglicht bei den meisten Patienten eine bessere Blutzuckereinstellung
und führt zu weniger Hyperglykämien und Hypoglykämien.
Das Insulin wird in eine spezielle Spritze aufgezogen und in die Insulinpumpe
eingelegt. Über einen Katheter, den sich der Patient selbstständig
legen kann, wird das Insulin in kleinsten Mengen in das Subkutangewebe abgegeben.
Für wen ist eine Insulinpumpentherapie sinnvoll?
- Menschen, bei denen die Blutzuckereinstellung
schwierig ist (instabiler Diabetes) oder die sehr häufig eine Hypoglylämie,
eine Hyperglykämie oder eine Ketoazidose erleben.
- Menschen, die ihren Blutzuckerspiegel mit einer
intensivierten Therapie noch besser einstellen möchten.
- Menschen, die ihren Blutzuckerspiegel besser
einstellen möchten, aber den Aufwand für die täglich erforderlichen
mehrfachen Injektionen nicht leisten können oder die auf Flexibilität
z. B. bei den Mahlzeiten angewiesen sind, die sie auf höchstem Niveau
mit einer Insulinpumpe haben.
- Patienten mit bereits bestehenden Folgeerkrankungen.
- Patienten, die schwankenden Lebensrhythmen (z.B.
Schichtarbeiter) unterliegen.
- Patienten mit sehr geringem Insulinbedarf.
Wer sollte keine Insulinpumpe benutzen?
- Wer nicht bereit ist, mindestens viermal täglich
seinen Blutzuckerspiegel zu messen.
- Wer nicht in der Lage ist, die Pumpe selbst
zu programmieren bzw. nicht imstande ist, auf die Meldungen und Signale der
Pumpe angemessen zu reagieren.
- Andere Patienten nach Entscheidung des Arztes.
Wichtige Informationen über Insulinpumpen
- Es kommt zwar offenbar nur selten vor, aber
wie jedes andere elektrische Gerät kann auch eine Insulinpumpe einmal
ausfallen. Alle, die eine Pumpe benutzen, müssen in der Lage sein, sich
für kurze Zeit auch wieder auf die Injektionstherapie umzustellen.
- In seltenen Fällen können Reizungen
oder Entzündungen an der Einstichstelle des Katheters entstehen. Dies
kann man aber in der Regel durch gründliche Reinigung der Einstichstelle
verhindern. Ansonsten kann das Problem durch Wechsel der Einstichstelle gelöst
werden.
- Manche Patienten empfinden das Tragen einer
Insulinpumpe als lästig, da sie sie tagein tagaus rund um die Uhr am
Körper tragen müssen.
- Wer eine Insulinpumpe trägt, muss mindestens
viermal täglich Blutzucker messen.
Kontinuierliches Glukose-Messsystem (CGMS)
Die Effizienz der Stoffwechseleinstellung wird gewöhnlich durch den HbA1c-Wert
und durchschnittlich 4-5 Blutzuckermessungen pro Tag beurteilt. Jedoch verlangen
bestimmte Problemstellungen im Rahmen der optimalen Therapie des Diabetes mellitus
häufigere Messungen, die auf konventionellem Weg nur mit großer Anstrengung
erzielt werden können.
Mit dem kontinuierlichen Glukose Monitoring System, oder CGMS, von Medtronic
MiniMed ist es möglich, die Glukosekonzentration über einen Zeitraum
von bis zu 3 Tagen kontinuierlich in der Gewebsflüssigkeit zu bestimmen
und gleichzeitig auch aufzuzeichnen. Die Glukosekonzentration in der Gewebsflüssigkeit
des Unterhautfettgewebes ist praktisch jener im Blut gleich. Die kontinuierliche
Glukosemessung erfolgt durch eine sehr dünne und flexible Sensorelektrode,
die vom Arzt oder dem Fachpersonal mit einer speziellen Stechhilfe im Subkutangewebe
einfach und sicher platziert wird. Über die Sensorelektrode wird alle 10
Sekunden die Glukosekonzentration gemessen und an den CGMS-Monitor weiter geleitet,
wo die eintreffenden Werte alle 5 Minuten gemittelt und gespeichert werden.
So werden pro Tag ca. 288 Messwerte registriert - auch während der Nacht.
Zur Kalibrierung des Systems sollte der Patient pro Tag 4 Blutzuckermessungen
durchführen und diese in den Monitor eingeben. Zusätzlich kann der
Patient auch spezielle Ereignisse wie Mahlzeiten, Insulingabe, Hypoglykämien
oder sportliche Betätigungen eingeben, die es dem Arzt erleichtern, die
Blutzuckerkurven leichter zu interpretieren.
Den Monitor trägt der Patient während des Beobachtungszeitraums ähnlich
einer Insulinpumpe am Gürtel. Über eine spezielle Software wird der
Monitor am Ende des Beobachtungszeitraums ausgelesen und die gewonnenen Daten
als Tabellen und Grafiken auf dem PC des Arztes dargestellt. Anhand dieser Daten
und Kurven ist es möglich, komplexe Blutzuckerverläufe zu erkennen
und die Therapie anschließend zu optimieren.
Das CGMS liefert dem Arzt eine Fülle neuer Informationen über den
Blutzuckerverlauf seiner Patienten, wobei es nicht erforderlich ist, dass der
Patient stationär aufgenommen wird.
Implantierbare Insulinpumpe
Eine implantierbare Insulinpumpe funktioniert genauso wie eine externe Pumpe
- nur mit dem Unterschied, dass sie direkt unter der Haut implantiert (normalerweise
im abdominalen Bereich) wird und das Insulin in die Bauchfellhöhle (Peritonealhöhle)
abgegeben wird anstatt in das subkutane Gewebe. Eine implantierbare Pumpe ist
etwa handtellergroß und wird über eine externe Fernbedienung programmiert.
Implantierbare Insulinpumpen verwenden ein spezielles, hoch konzentriertes Insulin
und brauchen nur alle zwei bis drei Monate nachgefüllt zu werden. Gegenwärtig
werden in einigen europäischen Ländern, u.a. auch in Österreich,
implantierbare Insulinpumpen von Spezialisten in Kliniken eingesetzt.