KONVENTIONELLE THERAPIE (CT)

Die konventionelle Therapie (engl. conventional therapy - CT) basiert auf dem Konzept, dem Körper ein- bis zweimal täglich eine Mischung aus Normal- und Verzögerungsinsulin (Mischinsulin) zuzuführen. Uhrzeit und Menge des Insulins sowie der Mahlzeiten sind genau festgelegt. Das dabei gespritzte Insulin entspricht nur ungenügend den Erfordernissen des Organismus. Zeitweise treten zu hohe Insulinspiegel auf. Diese lassen sich nur kompensieren durch das Essen von Zwischenmahlzeiten in festgelegter Menge, nach einem vorgegebenen Kostplan.

Für Menschen mit einem flexiblen Tagesablauf ist diese Therapieform deshalb ungeeignet und wird nur noch sehr selten bei Typ-1-Diabetes angewendet. Ursprünglich steckte hinter dem Konzept das Ziel, möglichst selten Insulin spritzen zu müssen, weil in der Vergangenheit starke und wenig scharf geschliffene Kanülen und Glasspritzen zum Einsatz kamen. Die heute zur Verfügung stehenden Kanülen und Insulinpens sorgen jedoch für eine schmerzarme, schnelle und unauffällige Injektion, machen also die Reduktion der Therapie auf möglichst wenige Spritzen unnötig. Ein wenig anders ist die Therapie bei älteren Menschen mit Typ-2-Diabetes einzuschätzen. Einerseits ist bei diesen noch körpereigenes Insulin vorhanden, andererseits haben diese eher einen geregelten Tagesablauf. Aber auch hier ist die ICT überlegen. 

Insulinspiegel konventionellen Insulintherapie

INTENSIVIERTE KONVENTIONELLE THERAPIE (ICT)

Die intensivierte Insulintherapie (ICT, alternative Bezeichnungen dafür sind: Basis-Bolus-Therapie oder auch Funktionelle Insulintherapie (FIT)) ist der Versuch, den natürlichen Insulinbedarf des Organismus nachzubilden. Der nahrungsunabhängige Bedarf (siehe Abb. 1) wird durch ein langwirksames Verzögerungsinsulin realisiert. Dieser Teil des Insulinbedarfs ergibt sich durch die Ausschüttung von Glukose, überwiegend aus der Leber – in Zeiten, in denen keine Nahrung gegessen bzw. verdaut wird.

Im Gegensatz dazu wird zu den Mahlzeiten ein kurzwirksames Insulin injiziert, das auf die Nahrungsmenge abgestimmt ist. Für die Anwender bedeutet diese Therapieform häufigeres Spritzen als unter der CT, in der Regel vier oder fünfmal täglich. Dazu stehen Insulinpens mit fein geschliffenen, scharfen und dünnen Kanülen zur Verfügung, welche den Widerstand gegen das Spritzen sehr gering machen. Für Menschen mit Spritzenangst hat Medtronic auch einen Insulinport namens „i-Port Advance“ zur Verfügung. Dieser wird alle drei Tage gelegt und in diesen wird der Insulinpen zu jeder Injektion eingestochen, ohne dass dieser mit der Haut des Patienten in Berührung kommt. Grundsätzlich wird mit der ICT der Insulinbedarf des Organismus weitaus besser nachgebildet, als unter der konventionellen Therapie (CT).

intensivierte konventionelle Insulintherapie

Grenzen der Pentherapie

Allerdings hat die ICT auch gewisse Grenzen, die sich vor allem durch die Verwendung des Verzögerungsinsulins ergeben. Abbildung 4 zeigt schematisch die Insulintherapie mit einem einmal täglich zu spritzendem Verzögerungsinsulin (lang wirkendes Analoginsulin). Es gibt gewisse Zeiten, in denen keine Übereinstimmung zwischen natürlichem Insulinbedarf und dem Wirkverlauf des gespritzten Insulins erreicht wird. Insbesondere in der Nacht kann es zu erhöhten Insulinspiegeln mit der Gefahr von Unterzuckerungen kommen, wogegen in den Morgenstunden die Insulinspiegel oft zu niedrig sind und für erhöhte Glukosewerte sorgen. Weiterhin wirkt die gleiche Menge an Verzögerungsinsulin nicht an jedem Tag gleich. Das hat unterschiedliche Glukosespiegel an verschiedenen Tagen zur Folge. Eine Lösung dafür ist die Insulinpumpen-Therapie (CSII), bei welcher das Verzögerungsinsulin durch kurzwirksames Insulin ersetzt und kontinuierlich unter die Haut abgegeben wird.

Grenzen intensivierte Insulintherapie

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