Einführung Typ-1-Diabetes

Ein gesunder Zuckerhaushalt funktioniert wie folgt: Zucker gelangt über die Nahrung (z.B. Kohlenhydrate in Brot, Kartoffeln, Obst etc.) in den Magen-Darm-Trakt, wird dort gespalten und geht als Glukose ins Blut. Die Glukose liefert dem Körper (insbesondere dem Gehirn sowie den Muskel-und Fettzellen) lebenswichtige Energie.

Im gesunden Körper ist das Verhältnis zwischen Glukosewerten im Blut und Glukoseaufnahme in die Zellen ausgewogen. Der Glukosespiegel befindet sich deshalb immer in einem normalen Bereich. Der Blutglukosespiegel wird durch spezielle Fühler (Rezeptoren) in der Bauchspeicheldrüse fortlaufend gemessen.

Wenn der Glukosespiegel steigt (z.B. nach einer Mahlzeit), schüttet die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) das Hormon Insulin aus. Die Freisetzung von Insulin bewirkt, dass die Körperzellen Glukose aus dem Blut bzw. ihrer zellulären Umgebung aufnehmen. Folglich sinkt der Glukosewert im Blut.

Regulation des Blutzuckerspiegels

Diabetes mellitus

Beim Diabetes mellitus (übersetzt heißt das „honigsüßer Fluss“ und beruhte bereits in der Antike auf der Beobachtung, dass sich bei dieser Erkrankung Zucker im Urin befindet) ist dieser fein aufeinander abgestimmte Regelmechanismus gestört. Dabei gibt es je nach Ursache für die Erhöhung des Glukosespiegels verschiedene Krankheitsbilder des Diabetes mellitus, von denen der Typ-1-Diabetes und der Typ-2-Diabetes die wichtigsten sind.

WAS IST TYP-1-DIABETES?

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Beim Typ-1-Diabetes ist die Bauchspeicheldrüse nicht mehr in der Lage, genügend Insulin zu produzieren. Aus nicht exakt bekannten Gründen greift das körpereigene Immunabwehrsystem die Insulin-produzierenden Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse an und zerstört diese (so ein Prozess wird als Autoimmunerkrankung bezeichnet). Oft sind Virusinfektionen an der Auslösung der Krankheit beteiligt, nicht jedoch deren alleinige Ursache.

Von diesem Krankheitsbild sind überwiegend jüngere Menschen, oftmals Kinder betroffen. Typ-1-Diabetes ist die häufigste hormonell bedingte Erkrankung und die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter. Die Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen nimmt stetig zu und beträgt derzeit ca. 32.000 Alter 0-19 Jahre). Die Ursache für die Zunahme (jährlich erkranken ca. 2.200 Kinder neu) ist ebenfalls nicht genau bekannt. Umweltfaktoren werden dazu diskutiert, sind jedoch nicht eindeutig bewiesen. Insgesamt wird in Deutschland von mehr als 250.000 Patienten mit Typ-1-Diabetes ausgegangen.

WELCHE SYMPTOME TRETEN AUF?

Der Diabetes mellitus Typ-1 ist in den meisten Fällen gekennzeichnet durch ein starkes Krankheitsgefühl. Der hohe Glukosespiegel im Blut sorgt für ein verstärktes Ausscheiden der Glukose im Urin, nachfolgend starken Durst und auch zu Flüssigkeitsmangel im Körpergewebe. Müdigkeit und Abgeschlagenheit sind die Folge. Gleichzeitig versucht der Körper die Fettreserven als alternative Energiequelle zu nutzen. Die dabei entstehenden Abbaustoffe (insbesondere Ketone) sorgen für eine Übersäuerung des Blutes. In dessen Folge kommt es zu Bauchschmerzen und Übelkeit. Glücklicherweise werden die Symptome des Krankheitsbeginns des Typ-1-Diabetes (insbesondere der starke Durst) meist frühzeitig bemerkt, so dass im Gegensatz zu früher diabetische Komata (Bewusstlosigkeit aufgrund einer Ketoazidose) eher selten auftreten. 

Therapieziele Diabetes

Beim Typ-1-Diabetes bildet die Bauchspeicheldrüse kein Insulin. Daher müssen Menschen mit dieser Erkrankung ihrem Körper lebenslang Insulin zuführen.

Unabhängig von der Art der Diabeteserkrankung und der angewendeten Therapie werden immer die gleichen Ziele verfolgt, nämlich

  • eine gute Diabeteseinstellung zu erreichen
  • Akutkomplikationen wie Unterzuckerungen (Hypoglykämie - zu niedriger Glukosespiegel) sowie Überzuckerungen (Hyperglykämien - überhöhter Glukosespiegel) und Ketoazidosen (betrifft Typ-1-Diabetiker) zu vermeiden
  • Folgeschäden entgegenwirken.

Diese Ziele sollen erreicht werden mit einer dem Lebensrhythmus und den Lebensbedürfnissen angepassten Therapie, die zum Erhalt von Wohlbefinden und Lebensqualität beiträgt.

 

Therapieziele Diabetes

Insulintherapie

Typ-1-Diabetes

Grundsätzlich gilt, dass die beste Einstellung des Glukosespiegels zu erwarten ist, wenn Insulin so abgegeben wird, wie es der Organismus normalerweise benötigt. Damit ergeben sich auch für die beiden Diabetestypen grundsätzliche Unterschiede. Beim Typ-1-Diabetes ist kein oder nur wenig körpereigenes Insulin vorhanden. Das heißt das Insulin muss vollständig ersetzt werden mit einem Muster, was dem des Körpers näherungsweise entspricht. 

Prinzipiell gibt es drei verschiedene Arten der Insulinbehandlung:

Typ 1 Diabetes Therapie

     

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