Einführung Typ-2-Diabetes

Typ-2 -Diabetes

Ein gesunder Zuckerhaushalt funktioniert wie folgt: Zucker gelangt über die Nahrung (z.B. Kohlenhydrate in Brot, Kartoffeln, Obst etc.) in den Magen-Darm-Trakt, wird dort gespalten und geht als Glukose ins Blut. Die Glukose liefert dem Körper (insbesondere dem Gehirn sowie den Muskel-und Fettzellen) lebenswichtige Energie.

Im gesunden Körper ist das Verhältnis zwischen Glukosewerten im Blut und Glukoseaufnahme in die Zellen ausgewogen. Der Glukosespiegel befindet sich deshalb immer in einem normalen Bereich. Der Blutglukosespiegel wird durch spezielle Fühler (Rezeptoren) in der Bauchspeicheldrüse fortlaufend gemessen.

Wenn der Glukosespiegel steigt (z.B. nach einer Mahlzeit), schüttet die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) das Hormon Insulin aus. Die Freisetzung von Insulin bewirkt, dass die Körperzellen Glukose aus dem Blut bzw. ihrer zellulären Umgebung aufnehmen. Folglich sinkt der Glukosewert im Blut.

Regulation des Blutzuckerspiegels

Diabetes mellitus

Beim Diabetes mellitus (übersetzt heißt das „honigsüßer Fluss“ und beruhte bereits in der Antike auf der Beobachtung, dass sich bei dieser Erkrankung Zucker im Urin befindet) ist dieser fein aufeinander abgestimmte Regelmechanismus gestört. Dabei gibt es je nach Ursache für die Erhöhung des Glukosespiegels verschiedene Krankheitsbilder des Diabetes mellitus, von denen der Typ-1-Diabetes und der Typ-2-Diabetes die wichtigsten sind.

WAS IST TYP-2-DIABETES?

Typ-2 -Diabetes

Ursachen und Erscheinungsbild des Typ-2-Diabetes sind sehr unterschiedlich zum Typ-1-Diabetes. Die wesentliche Ursache für den Typ-2-Diabetes ist die Insulinresistenz. Das heißt die Bauchspeicheldrüse produziert zwar anfänglich genügend Insulin, dieses wirkt aber nicht ausreichend gut. Man kann sich das so vorstellen, dass das Insulin so etwas wie ein Schlüssel zu einer Tür ist, durch welche die Glukose in die Zelle eindringt. Wenn die Schlösser zu der Tür nicht mehr richtig funktionieren, so nützen auch die Schlüssel nichts. Einen wesentlichen Faktor dafür spielen diverse Hormone, die im viszeralen Fettgewebe (das ist das Fett, was sich in der Bauchhöhle befindet und die inneren Organe umhüllt) produziert werden. Diese behindern die Wirkung des Insulins, sorgen also dafür, dass die „Türschlösser“ schlecht funktionieren. Folglich gehört die Fettleibigkeit zu den wichtigsten Ursachen des Typ-2-Diabetes. Überernährung und Bewegungsarmut in der modernen Gesellschaft, die zur Übergewichtigkeit führen sind also die Ursache für die ständig wachsende Zahl an Patienten mit Typ-2-Diabetes. Derzeit betrifft das in Deutschland von ca. 6 Millionen Menschen. Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes liegt eine starke Vererbung bei diesem Krankheitsbild vor, was heißt, dass besonders Menschen mit Typ-2-Diabetikern in der nahen Verwandtschaft (insbesondere Eltern) darauf achten sollten nicht übergewichtig zu werden. Das Krankheitsbild tritt eher in späteren Lebensjahren auf, also nach dem 40.-50. Lebensjahr.

WELCHE SYMPTOME TRETEN AUF?

Der Diabetes mellitus Typ-2 entsteht meistens schleichend. Über viele Jahre werden leicht erhöhte Zuckerspiegel nicht bemerkt. Die Insulinresistenz tritt bereits vor Bemerken der Krankheit auf, wird aber durch eine vermehrte Ausschüttung von Insulin über einen Zeitraum von 10-15 Jahren kompensiert. Wenn Symptome auftreten, wie zum Beispiel Hautjucken oder schlecht heilende Wunden, so wird das selten mit einem bestehenden Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht. Häufig erfolgt die Diagnose an bereits auftretenden diabetischen Folgekrankheiten, zum Beispiel an Veränderungen im Augenhintergrund, auffällig beim Augenarzt oder Optiker.

 

Möglichkeiten zur Behandlung des Diabetes

In der frühen Phase des Typ-2-Diabetes (das betrifft etwa die ersten 10-15 Jahre) ist die Zurückbildung des Übergewichts das wichtigste Behandlungsziel, weil sich dadurch der Typ-2-Diabetes hinauszögern bzw. sogar zurückbilden lässt. Also sind Diät und Bewegung die Basis. Gegebenenfalls werden auch orale Medikamente (Tabletten) eingesetzt, welche die Insulinresistenz bekämpfen. Es gibt eine ganze Reihe von Medikamenten, welche im weiteren Verlauf der Erkrankung eingesetzt werden können, häufig auch in Kombination miteinander (insgesamt 7 verschiedene orale Substanzklassen und eine Substanzklasse, die gespritzt werden muss). Mit fortschreitender Erkrankungsdauer verringert allerdings die Bauchspeicheldrüse die Ausschüttung von Insulin, so dass Insulin gespritzt werden muss.

Unabhängig von der Art der Diabeteserkrankung und der angewendeten Therapie werden immer die gleichen Ziele verfolgt, nämlich

  • eine gute Diabeteseinstellung zu erreichen
  • Akutkomplikationen wie Unterzuckerungen (Hypoglykämie - zu niedriger Glukosespiegel) sowie Überzuckerungen (Hyperglykämien - überhöhter Glukosespiegel) und Ketoazidosen (betrifft Typ-1-Diabetiker) zu vermeiden
  • Folgeschäden entgegenwirken.

Diese Ziele sollen erreicht werden mit einer dem Lebensrhythmus und den Lebensbedürfnissen angepassten Therapie, die zur Erhaltung von Wohlbefinden und Lebensqualität beiträgt.

 

Therapieziele Diabetes

Insulintherapie

Grundsätzlich gilt, dass die beste Einstellung des Glukosespiegels zu erwarten ist, wenn Insulin so abgegeben wird, wie es der Organismus normalerweise benötigt. Damit ergeben sich auch für die beiden Diabetestypen grundsätzliche Unterschiede. Beim Typ-1-Diabetes ist kein oder nur wenig körpereigenes Insulin vorhanden. Das heißt das Insulin muss vollständig ersetzt werden mit einem Muster, was dem des Körpers näherungsweise entspricht. Beim Typ-2-Diabetes ist hingegen noch körpereigenes Insulin vorhanden. Das zugeführte Insulin muss den sich in der späten Phase der Erkrankung nachlassenden Insulinspiegel nur ergänzen.

Prinzipiell gibt es drei verschiedene Arten der Insulinbehandlung:

  • Konventionelle Therapie (CT),
  • Intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT),
  • Insulinpumpentherapie (CSII).

Beim Typ-2-Diabetes kommen noch Therapieformen hinzu, die sich aus der Kombination von Insulin und oralen Diabetesmedikamenten ergeben.

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