Enterra im Körper

Enterra Magen-schrittmacher

Zur Linderung von chronischer Übelkeit und Erbrechen bei Gastroparese.


Was ist ein Magenschrittmacher?

  • aktiviert zentrale Kontrollmechanismen für Übelkeit und Erbrechen im Gehirn durch wenig Energie (kein Stimulationsgefühl) und ca. 4fache intrinsische Stimulationswellen (ca. 12 cpm; 10 – 1200 cpm1)
  • ein Schrittmachersystem gibt sanfte Impulse an die glatte Muskulatur des unteren Magens ab
  • vollimplantierbares System zur langfristigen Therapie der Symptome "chronische Übelkeit" und "Erbrechen"
  • Synonyme: elektrische Gastrostimulation

Wie viele Patienten erhalten bereits diese Therapie?

Weltweit wurden bereits über 10.000 Enterra Systeme eingesetzt. In Deutschland wurden bereits über 200 Patienten mit einem Magenschrittmachersystem versorgt. 


Für welche Patienten eignet sich die Therapie?

Das Medtronic Enterra-Therapiesystem erhielt im Jahr 2002 das CE-Kennzeichen und ist für die 

"Behandlung von gastroparesebedingtem chronischem, therapieresistentem Brechreiz und Erbrechen indiziert."

Die Patienten sollten sorgfältig ausgewählt werden, um sicherzustellen, dass ihre Symptome physiologischen Ursprungs sind. Außerdem müssen die Patienten für einen chirurgischen Eingriff in Frage kommen.

Die häufigsten Ursachen für eine Gastropare sind:2 

  • Diabetes
  • idiopathisch

Wer bietet die Therapie an?

Der Magenschrittmacher wird in Deutschland an spezialisierten Kliniken als Therapieoption angeboten. In der Regel handelt es sich dabei um 

  • Gastroenterologen
  • Allgemein- und Viszeralchirurgen

die den Magenschrittmacher stationär implantieren. 

Informationen zu Implantationszentren in Ihrer Nähe nennen wir Ihnen gerne - bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf: neuro.solutions@medtronic.de oder telefonisch unter +49 2159 8149 171.


Wie läuft die Therapie ab?

Anamnese / Diagnostik

Im ersten Schritt wird ermittelt, ob die Erkrankung des Patienten potenziell durch einen Magenschrittmacher behandelbar ist und die Diagnose gesichert. Die Symptome chronische Übelkeit und Erbrechen müssen vorhanden und nicht konservativ ausreichend therapierbar sein. 

Implantation

Der Magenschrittmacher wird in einem stationären Eingriff mittels Laparoskopie oder einer Laparotomie vollständig eingesetzt. Nach der Implantation wird im stationären Aufenthalt die Erstprogrammierung vorgenommen, mit der der Patient nach Hause entlassen wird. 

Nachsorge

Da die Wirksamkeit teilweise sehr langsam einsetzt kann es mehrere Monate dauern, bis eine Besserung der Symptome durch den Magenschschrittmacher erzielt wird. Die Programmierung sollte immer erst für eine längere Dauer auf ihre Wirksamkeit geprüft werden, bevor Umprogrammierungen vorgenommen werden.  

In den ansonsten jährlichen Nachuntersuchungsterminen werden die Einstellungen und Wirkung überprüft und ggf. angepasst und der Batterieladezustand des Systems überprüft, so dass rechtzeitig ein Wechsel der Batterie erfolgen kann, bevor die Therapie wegen Batterieerschöpfung ausfällt. 


Werden die Behandlungskosten von den Kostenträgern übernommen?

Die Implantation eines Enterra Magenschrittmachers ist als "Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethode" in der stationären Versorgung abgebildet, muss jedoch von den Kliniken jährlich neu beantragt und verhandelt werden. Die Kosten werden dann von den Krankenkassen übernommen. Weitere Informationen finden Sie im Bereich "Reimbursement"


1

Van der Voort IR, Becker JC, Dietl KH, Konturek JW, Domschke W, Pohle T. Gastric Electrical Stimulation Results in Improved Metabolic Control in Diabetic Patients Suffering From Gastroparesis. Exp Clin Endocrinol Diabetes 2005; 113:38-42

2

Soykan I, Sivri B, Sarosiek I, Kiernan B, McCallum RW. Demography, clinical characteristics, psychological and abuse profiles, treatment, and long-term follow-up of patients with gastroparesis. Dig Dis Sci. 1998;43(11): 2398-2404.


Weitere Informationen

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den entsprechenden Handbüchern.

Informationen zu Kontraindikationen, Warnhinweisen, Vorsichtsmaßnahmen, unerwünschten Ereignissen, Individualisierung der Behandlung, Patientenauswahl, Verwendung bei bestimmten Patientengruppen, Resterilisierung und Entsorgung der Komponenten entnehmen Sie bitte dem Handbuch "Informationen für verordnende Ärzte."