Bedeutende medizinische Innovationen Chancen für Patienten und Gesundheitssysteme

Ein seit jeher wichtiger Baustein für Medtronic ist die Entwicklung von signifikanten, bedeutenden Produktinnovationen.

Bedeutende medizinische Innovationen als Chance für Gesundheitssysteme und Patienten

Der medizinische Fortschritt hat akute, früher tödliche Infektionskrankheiten wie Grippe und Lungenentzündung zurückgedrängt. Mit dem demographischen Wandel jedoch sind an deren Stelle in den wohlhabenden Ländern nun chronische Krankheiten gerückt.1

Die Zahl an chronisch kranken Patienten steigt ständig und die gesamte Medizinbranche muss neue Wege der Zusammenarbeit gehen, um sich dieser Herausforderung zu stellen.

Auch die politische Administration unterstützt diesen Ansatz: In Deutschland soll ein Fachprogramm Medizintechnik helfen, den Erwartungen an eine moderne und möglichst individuelle Medizin zu gerecht zu werden und gleichzeitig das Gesundheitssystem zu entlasten. "Innovative Produkte sind gefragt, die diesen Ansprüchen genügen", sagte Georg Schütte, Staatssekretär des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) 2016 auf einer Strategiekonferenz in Berlin. Anwendung sehe er vor allem in der technischen und telemedizinischen Unterstützung bei der Pflege älterer Menschen und bei der Versorgung auch in ländlichen Regionen.2

Medtronic engagiert sich daher für eine schnelle Entwicklung von medizinischen Verbesserungen für chronisch kranke Menschen. Innovationen, die realen Mehrwert bieten: bessere Patientenergebnisse bei angemessenen Kosten, eine verbesserte Lebensqualität und Validierung anhand klinischer und wirtschaftlicher Daten.

Allein im Jahr 2017 hat Medtronic 2,2 Milliarden US-Dollar in die Forschung und Entwicklung investiert, um bedeutende Innovationen zur Marktreife zu bringen. Dabei geht es übrigens nicht nur um die reine Produktentwicklung: Medtronic arbeitet auch an Innovationen auf der Therapie-, Verfahrens- und Systemebene. Doch neben den bereits eingeführten Produkten denken wir noch einen Schritt weiter: Innovationstreiber wie Digitalisierung, Miniaturisierung und Personalisierung schreiten in allen technischen Disziplinen voran und stellen viele spannende Produktentwicklungen in Aussicht, die sich effektiv auf die medizinische Versorgung auswirken können.


Innovationen auf Therapieebene

Medtronic hat beispielsweise im Bereich Herzinsuffizienz viel investiert. Hier bieten wir mit unseren Innovationen signifikanten Mehrwert für alle Versorgungsbereiche an, um Gesundheitssysteme bei der Kostenkontrolle von Herzinsuffizienz zu unterstützen: der Erkrankung, die derzeit das Gesundheitssystem am meisten belastet.

Innovative Therapie gegen Herzinsuffizienz

Eine Million Patienten werden in den USA jedes Jahr wegen Herzinsuffizienz (Herzschwäche) in ein Krankenhaus aufgenommen. Dies ist mit 31 Milliarden US-Dollar direkter und indirekter Kosten verbunden.3,4 Die Hälfte dieser Patienten wird innerhalb von nur sechs Monaten erneut ins Krankenhaus eingewiesen, was durchschnittlich 8.184 US-Dollar pro Patient kostet. Die durchschnittliche Rückerstattung für einen derartigen Krankenhausaufenthalt liegt jedoch bei 6.111 US-Dollar. Das bedeutet, dass Krankenhäuser für jede Wiedereinlieferung wegen Herzinsuffizienz zuzahlen.5 Die Kosten für die Behandlung dieser Erkrankung werden sich bis 2030 vermutlich auf 70 Milliarden US-Dollar verdoppeln, und Wiedereinlieferungen sind einer der Gründe.6

In Deutschland war Herzinsuffizienz 2013 die dritthäufigste Todesursache und es gab geschätzte 3,2 Millionen Patienten7. Die Krankheitskosten beliefen sich bereits 2008 auf 3,2 Milliarden – 1,2 Prozent der gesamten deutschen Gesundheitskosten. Die Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz machten 45 % aus und kosteten damit 1,45 Milliarden Euro8.

Die Ingenieure bei Medtronic erkannten, dass es helfen könnte, bei kardialer Resynchronisationstherapie (CRT) gegen Herzinsuffizienz eine Rhythmusanpassung des CRT-Herzschrittmachers an den individuellen Herzrhythmus des Patienten vorzunehmen. Durch einen neuen Algorithmus in den bereits entwickelten CRT-Geräten, eine winzige Anpassung, konnte ein echter Mehrwert geschaffen werden. Das meist mit Herzinsuffizienz einhergehende Vorhofflimmern konnte um 46 Prozentund allgemeine Wiedereinlieferungen in Krankenhäuser insgesamt um 21 Prozent gesenkt werden.10 Die neue Technologie konnte sogar die Gefahr einer Wiedereinlieferung nach 30 Tagen um 59 Prozent reduzieren.11 Da 60 Prozent der dafür indizierten Patienten immer noch keinen CRT-Schrittmacher erhalten,12 liegt hier ein großes Einsparpotenzial. Auch hier gibt es inzwischen effektive telemedizinische Überwachung, die Alarm schlägt, bevor eine Krankenhauseinweisung nötig wird.

Lesen Sie hier mehr über CareLink, das System von Medtronic für die telemedizinische Überwachung.

Weitere innovative Therapien

Die neuen Therapieerrungenschaften von Medtronic gehen jedoch weit über Herzerkrankungen hinaus: Eine der jüngst eingeführten Therapieinnovationen ist ein miniaturisiertes, implantierbares Patienten-EKG – der "Reveal LINQ". Der so genannte Herzmonitor kann das Herz drei Jahre lang auf schlaganfallauslösende Herzrhythmusstörungen fernüberwachen und gegebenenfalls Alarm geben, bevor etwas passiert.

Auch die neueste Insulinpumpe von Medtronic, die im Juni 2017 in den USA auf den Markt kam, ist eine wahre Medizininnovation: Die MiniMed 670G ist die erste Insulinpumpe, die als Hybridsystem Pumpenfunktion und kontinuierliche Glukosemessung (CGM) vereint. Auf diese Weise kann die Insulinpumpe erstmalig selbstständig die Insulinzufuhr drosseln, wenn mit einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) zu rechnen ist und die Insulinzufuhr wieder aufnehmen, sobald der Blutzuckerspiegel wieder ansteigt. Damit ahmt die innovative MiniMed 670G bisher am weltweit körperähnlichsten die Funktion der menschlichen Bauchspeicheldrüse nach ("Closed-Loop"). Das gibt Diabetikern mehr Freiheit und Lebensqualität und hilft, gefährliche Hypoglykämien zu vermeiden. 

Ein anderes Beispiel ist der Stentextraktor „Solitaire“, mit dem schlaganfallauslösende Blutgerinnsel im Gehirn eingefangen und über die Blutgefäße herausgezogen werden können.


Wichtige Innovationen auf Verfahrensebene

Lungenkrebs ist die Krebserkrankung, die weltweit am häufigsten zum Tod führt und an der die meisten Menschen jährlich neu erkranken. Rund 1,6 Millionen Menschen starben 2012 weltweit an Lungenkrebs13 , davon 47.000 in Deutschland14, und es gab weltweit jährlich etwa 1,8 Millionen Neuerkrankungen15. Das Robert-Koch-Institut zählte 2013 in Deutschland 18.810 Neuerkrankungen bei Frauen und 34.690 bei Männern16. In den frühen Stadien gibt es keine oder nur wenige offensichtliche Symptome. Daher wird die Krankheit oft erst in einem späteren Stadium diagnostiziert, wenn die Überlebensraten bereits drastisch gesunken sind. Eine frühe Diagnose dieser Erkrankung kann daher die Chance für das Langzeit-Überleben erhöhen. Die größte Herausforderung bei der Diagnose liegt jedoch darin, genügend Gewebeproben aus der Lunge zu erhalten.

Dazu bietet Medtronic ein neues, einzigartiges und minimal-invasives Instrument zur Gewebebiopsie und Gewebenavigation an – genannt "superDimension". Mit diesem Gefäß-Navigationssystem können schwierig erreichbare Bereiche der Lunge zugänglicher gemacht werden. Die multidisziplinären Teams, die diese Technologie erprobt haben, berichten von Verbesserungen bei der Versorgungsqualität und der Patientenzufriedenheit.10 Da das System Zugang zu tief in den Lungenästen sitzenden, tendenziell kleineren Gewerbeveränderungen ermöglicht, können Ärzte diese Veränderungen früher erkennen und behandeln.

Auch andere Verfahrensinnovationen zeigen, wie Medtronic Technologie nutzt, um Verfahren einfacher und erfolgreicher zu gestalten: Beispielsweise sorgen künstliche Herzklappen, deren Position während des Kathetereingriffs korrigiert werden kann, für eine optimale Positionierung im Herzen. Damit ist eine Operation am offenen Herzen nicht notwendig.


Innovationen auf Systemebene                                                      

In Indien nimmt die Zahl der Herzkranken so schnell zu, dass es zur „Weltmetropole der kardiovaskulären Krankheiten“ erklärt wurde. Laut Schätzungen des World Congress of Cardiology werden Herzerkrankungen bis 2020 für 40 Prozent der Todesfälle in Indien verantwortlich sein. Öffentliche Unkenntnis, ein eingeschränkter Zugang zur Gesundheitsversorgung und die Erschwinglichkeit der Pflege sind Barrieren, die Menschen davon abhalten, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.17

Das Programm „Healthy Heart For All” von Medtronic arbeitet mit lokalen Krankenhäusern und Ärzten zusammen, um diese Barrieren auf dem Weg zu einer Behandlung von Herzrhythmusstörungen und Gefäßkrankheiten aus dem Weg zu räumen. Dieses Programm arbeitet mit über 120 Einrichtungen in 22 indischen Städten zusammen. Bis heute wurden über 1.200 Ärzte geschult und 147.000 Patienten untersucht. Ungefähr 14.000 dieser untersuchten Patienten erhielten eine Behandlung.

Zusammenarbeit mit Krankenhäusern

Auf ähnliche Weise arbeitet Medtronic in entwickelten Märkten wie Deutschland oder Großbritannien mit seinen Partnern zusammen. Dank des Geschäftsbereichs Integrated Health Solutions (IHS) von Medtronic werden neue Wege gefunden, im Rahmen von Risiko-Sharing-Vereinbarungen mit und in Krankenhäusern an einer Senkung der Pflegekosten zu arbeiten.

Kooperation mit den Kliniken der Stadt Köln, Krankenhaus Köln-Merheim

In Deutschland baut Medtronic am Krankenhaus Köln-Merheim einen neuen Kliniktrakt mit vier Herzkatheterlaboren. Durch diese Kooperation mit den Kliniken der Stadt sollen einerseits die Krankenhäuser medizinisch und wirtschaftlich besser aufgestellt und andererseits die Patienten optimal versorgt werden. Derzeit verfügt das Krankenhaus Köln-Merheim über zwei Herzkatheterplätze und die verschiedenen OPs und Patientenstationen sind dezentral im Haus verteilt. Bis Dezember 2018 werden das bestehende Gebäude, die Pflegestationen und die diagnostischen Bereiche modernisiert, danach folgt der Um-und Neubau des Traktes mit dann vier Herzkatheterlaboren. Durch diese baulich-funktionelle Umstrukturierung werden die Abläufe für Patienten und Personal effizienter. Die Wartezeiten auf Herzkatheter-Untersuchungen entfallen, die Wege werden kürzer und es gibt mehr Zeit für die Betreuung der Patienten. Gleichzeitig kann ein erweitertes Leistungsspektrum angeboten werden. Die Merheimer Kardiologie wurde auch technisch verbessert: Die medizintechnische Funktionsdiagnostik wurde ebenso erneuert wie die IT-Infrastruktur. Hierzu wurde eigens ein neues kardiovaskuläres Informationssystem (CIVS) angeschafft. Außerdem werden Schrittmacherpatienten nun telemedizinisch überwacht. So wurden in Merheim partnerschaftlich die Grundlagen für eine künftige verbesserte Patientenversorgung gelegt. Medtronic möchte auf diese Weise seinen Kunden zukünftig noch engere, nachhaltigere Partnerschaften anbieten

Imperial College Healthcare NHS Trust, UK

In Großbritannien führte Medtronic vor kurzem zusammen mit den wichtigen Lehrkrankenhäusern des Imperial College Healthcare NHS Trust ein Optimierungsprogramm durch.  Dieses Exzellenzzentrum in den Bereichen Kardiologie sowie Thorax- und Kardiovaskularchirurgie behandelt über 20.000 Patienten im Jahr. Medtronic ersetzte veraltete Geräte in den Katheterlaboren durch die neueste medizinische Technologie und optimierte die täglichen Abläufe. So konnte ein signifikanter Mehrwert geschaffen werden, einschließlich Effizienzeinsparungen, die sich auf schätzungsweise 840.000 Pfund im ersten Jahr belaufen. Die Partner erreichten dies durch eine bessere Kapazitätsauslastung, kürzere Wartelisten und stärkeren Fokus auf klinische Aktivitäten. Medtronic leitet zurzeit Katheterlabore in 50 Krankenhäusern und verwaltet so auf effiziente Weise Herzversorgung im Wert von 1 Milliarde US-Dollar.


Gemeinsame Innovationen

Wenn wir in Zukunft chronische Erkrankungen ähnlich dramatisch zurückdrängen wollen wie Infektionskrankheiten im letzten Jahrhundert, dann sind neue Wege auf allen Ebenen gefragt.

Medtronic untersucht daher, wie wir unsereTechnologien und Kompetenzen auf neue und zukunftsorientierte Weise einsetzen können. Die größten Vorteile für Patienten, Krankenhäuser und Systeme können jedoch nur durch Partnerschaften erreicht werden, die Medtronic rund um die Welt eingeht.

Schließen Sie sich uns an und lassen Sie uns gemeinsam weitere bedeutungsvolle Innovationen umsetzen: Further, Together.


Quellen und Literatur

1

WHO, The impact of chronic disease in high-inome countries, http//www.who.int/chp/chronic_diesease_report/media/hi-income.pdf, Zugriff September. 2015

3

Hall MJ., Levant S., DeFrances CJ. Hospitalization for congestive heart failure: United States, 2000–2010. NCHS data brief, no 108. Hyattsville, MD: National Center for Health Statistics, 2012.

4

American Heart Association. Forecasting the Impact of Heart Failure in the United States.http://circheartfailure.ahajournals.org/content/early/2013/04/24/HHF.0b013e318291329a.abstract

5

Gunnarsson C, et al. Cost Profile of Heart Failure Inpatient Admissions in the United States: Data from the Premier Hospital Database. Circ Cardiovasc Qual Outcomes. 2013;6:A66

6

American Heart Association. Costs to treat heart failure expected to more than double by 2030.http://newsroom.heart.org/news/costs-to-treat-heart-failure- expected-to-more-than-double-by-2030 , 24..4. 2013, Zugriff 31.8. 2015

9

Martin D, et al. Can Adaptive Cardiac Resynchronization.Therapy Reduce Atrial Fibrillation Risk? Circulation.2013;128(22S): A17740

10

 Tarab AD, et al. Value Health. 2012;15: A 3 49

11

Singh JP, Abraham WT, Chung ES, et al. Clinical responsewith adaptive CRT algorithm compared with CRT with echocardiography-optimized atrioventricular delay: a retrospective analysis of multicentre trials. Europace 2013;15(11): 1622-1628.

12

Fonarow GC, et al. Heart Failure Care in the Outpatient Cardiology Practice Setting: Findings From IMPROVE HF. CircHeart Fail. 2008;1:98-106.

17

The Health Site. ‘India is the diabetes and coronary heart disease capital of the world’.http://www.thehealthsite.com/news/india-is-the-diabetes-and-coronary-heart-disease-capital-of-the-world/. Montag, 17. November 2014 ,Zugriff, 8.9,2015.

18

Management & Krankenhaus, Ausgabe 6/2017, Seite 12