Mann spricht laut

Neuromonitoring

Schutz von Nerven während einer Schilddrüsenoperation

Neuromonitoring kann während einer Operation an der Schilddrüse das Risiko von Nervenverletzungen minimieren. Schilddrüsenoperationen gehören in Europa zu den häufigsten operativen Eingriffen.

Neuromonitoring während der Schilddrüsenoperation

Neuromonitoring wurde entwickelt, um Nerven während einer Operation zu schützen. Wie bei allen Operationen besteht auch bei Eingriffen an der Schilddrüse, sowohl bei der konventionellen als auch bei der minimalinvasiven, das Risiko einer Nervenverletzung. Denn in Struktur und Farbe ähneln Nerven dem Bindegewebe und kleinen Blutgefäßen. Daher ist die Verwechslungsgefahr hoch. Wird ein Nerv verletzt, kann dies zum Beispiel zu einer Lähmung der Stimmbänder führen. Ein sogenanntes Neuromonitoring System hilft dem Arzt, bei der Operation an der Schilddrüse Nerven vor Druck, Zug oder Temperatureinflüssen zu schützen. Damit kann durch das Neuromonitoring System das Risiko einer Nervenverletzung sinken.

Wann ist eine Schilddrüsenoperation notwendig?

Eine Operation ist die einzige Behandlungsmöglichkeit in folgenden Fällen:

  • Die Schilddrüse ist stark vergrößert und verursacht Probleme beim Atmen oder Schlucken.
  • Es besteht der Verdacht auf Schilddrüsenkrebs.
  • Es liegt eine Schilddrüsenüberfunktion vor, die auf eine Therapie mit Medikamenten oder Radiojod nicht anspricht.

Welche Möglichkeiten einer Schilddrüsenoperation gibt es?

Eine konventionelle Schilddrüsenoperation erfolgt üblicherweise durch einen 2 bis 8 cm langen Einschnitt im unteren Halsbereich. Die Schilddrüse wird vollständig oder teilweise entfernt. Dieser Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt. Damit die Operationsnarbe später weniger auffällt, legt der Arzt den Schnitt meist in die Hautfalte am Hals.
Bei bestimmten Erkrankungen der Schilddrüse kann auch eine sogenannte minimalinvasive Schilddrüsenoperation durchgeführt werden. Dabei wird über ein oder zwei sehr kleine Einschnitte operiert. So fällt auch die Narbe klein aus.

Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen, welche Methode bei Ihrer Schilddrüsenoperation angewendet wird. Er erklärt Ihnen auch, wie Neuromonitoring die Nerven während der Schilddrüsenoperation vor Verletzungen schützen kann.

Neuromonitoring bei Operationen mit dem NIM-System

NIM-System

Das NIM® Neuromonitoring System wird unter anderem bei Schilddrüsenoperationen eingesetzt. Während der Schilddrüsenoperation achtet der Arzt sorgfältig darauf, die unmittelbar hinter der Schilddrüse verlaufenden Kehlkopfnerven und Stimmbandnerven zu identifizieren und vor Verletzung zu schützen. Denn werden diese Nerven verletzt, kann dies Sprechen, Schlucken und Atmen schwerwiegend beeinträchtigen. Mit dem Neuromonitoring System NIM werden die Nerven während der Schilddrüsenoperation überwacht und können so leichter identifiziert werden. Außerdem kann der Arzt mit dem Neuromonitoring System nach der Operation prüfen, ob die Nerven unversehrt sind.

Wie funktioniert Neuromonitoring mit NIM?

Das Neuromonitoring System kann feststellen, ob einer der überwachten Nerven gereizt wird, zum Beispiel durch Kontakt mit dem Operationsbesteck. Tritt dieser Fall ein, warnt das NIM Neuromonitoring System den Arzt durch optische und akustische Signale und macht ihn so darauf aufmerksam, dass ein Nerv gefährdet ist.


Die Informationen auf dieser Seite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Sprechen Sie immer auch mit Ihrem Arzt, wenn es um Diagnose und Behandlung geht.