Im Garten arbeitende Personen

Über die Testphase

Die Sakrale Neuromodulation testen

DerVorteil der InterStim-Therapie ist die Möglichkeit, die Wirksamkeit der Stimulation für einen kurzen Zeitraum zu testen. So können Sie bereits vor dem Eingriff feststellen, ob die Therapie Ihnen hilft und ob Sie eine Implantation vornehmen lassen möchten. Die InterStim-Therapie wird in zwei Schritten durchgeführt. Bevor der endgültige Schrittmacher unter die Haut implantiert wird, wird zunächst eine diagnostische Teststimulation über zwei bis vier Wochen vorgenommen. Durch diese Teststimulation lässt sich mit hoher Sicherheit vorhersagen, ob und inwiefern sich Ihre Beschwerden mit Hilfe dieser sich Ihre Beschwerden mit Hilfe diese Methode verbessern lassen. Sprechen Sie gut auf die Therapie an, dann kann der endgültige InterStim-Schrittmacher implantiert werden. Diese Möglichkeit einer diagnostischen Testung unterscheidet die InterStim-Therapie von allen anderen operativen Alternativen.

Ihr Arzt wird Sie über das Testverfahren informieren und mit Ihnen die Möglichkeiten besprechen.

Realistische Erwartungen

Sie und Ihr Arzt werden gemeinsam entscheiden, ob sich Ihre Testungg als Erfolg bezeichnen lassen kann. Die Teststimulation wird als erfolgreich angesehen, wenn sich Ihre Symptome signifikant bessern. Die Erfolgschancen der InterStim-Therapie hängen stark vom individuellen Krankheitsbild und von der eingesetzten Technik ab.

Beispielsweise wird es als Erfolg betrachtet, wenn Sie vor der Bewertung 20 Mal pro Tag die Toilette aufsuchen mussten, während der Bewertung dann höchstens zehn Mal.

Im Allgemeinen sprechen ca. 50 bis 85 % der Patienten gut auf die sakrale Neuromodulation an, d. h., die Beschwerden können durch die Therapie deutlich gelindert werden. Eine hundertprozentige Verbesserung der Symptome sollte jedoch nicht erwartet werden.

 

Die sakrale Neuromodulation wird in verschiedenen Stufen durchgeführt. Erst nachdem die diagnostische Testphase erfolgreich durchlaufen wurde, wird über die Langzeittherapie entschieden. Zur Testphase halten Sie Ihre Toilettengänge in einem Tagebuch fest, um eine Vergleichsbasis für die Zukunft zu haben.

Der Externe Teststimulator

Die Bestandteile des Testsystems

Der Externe Teststimulator

Ablauf der Testung

Zunächst wird im Rahmen eines kurzen stationären Krankenhausaufenthaltes eine dünne Elektrode an die so genannten Sakralnerven implantiert. Die Elektrode wird unter Röntgendurchleuchtung durch eine natürliche Öffnung im Kreuzbeinknochen (Foramen) eingebracht und an die Sakralnerven gelegt. Dieser minimalinvasive Eingriff dauert oft nur ca. eine halbe Stunde und wird üblicherweise in Vollnarkose durchgeführt.

Nach dem Eingriff wird die Elektrode über ein Kabel an einen externen, am Gürtel getragenen Schrittmacher angeschlossen, der die sanften elektrischen Impulse an die Nerven abgibt. Nach dem kurzen Krankenhausaufenthalt wird die Testung mit dem externen Schrittmacher in Ihrer gewohnten häuslichen Umgebung fortgesetzt.

Für die Teststimulation sind zwei verschiedene Techniken gebräuchlich. Jede Technik hat ihre Vor- und Nachteile:

Beim so genannten konventionellen Testverfahren (PNE-Test) wird eine temporäre feine Drahtelektrode eingesetzt. Diese Methode ist weniger invasiv und die Drahtelektrode kann ohne einen weiteren Eingriff wieder entfernt werden.

 

Testung mit einer temporären Drahtelektrode (PNE-Test)

Die Bestandteile des Testsystems

Testung mit einer temporären Drahtelektrode (PNE-Test)

Beim neueren Testverfahren wird gleich die permanente Elektrode eingesetzt. Diese Technik ist zwar zunächst invasiver, sie bietet aber höhere Erfolgschancen und eine bessere Zuverlässigkeit des Testergebnisses. Die permanente Elektrode ist im Gewebe fixiert und verbleibt im Körper, wenn Sie auf die Therapie ansprechen. In diesem Fall wird diese Elektrode später mit dem endgültigen Schrittmacher verbunden. Ansonsten muss sie in einem kleinen Eingriff wieder entfernt werden. Ist der PNE-Test nicht erfolgreich, so kann auch eine Wiederholung des Tests mit der permanenten Elektrode in Erwägung gezogen werden. Bei bestimmten komplexen Krankheitsbildern kann auch die Implantation von zwei Elektroden – zur Stimulation der linken und rechten Sakralnerven – sinnvoll sein.

Testung mit der permanenten Drahtelektrode

Die Bestandteile des Testsystems

Testung mit der permanenten Drahtelektrode

Worauf Sie während der Testphase achten sollten

Um die Wirksamkeit der InterStim-Therapie genau beurteilen zu können, ist es wichtig, dass Sie während der Testphase ein Blasentagebuch führen. Damit soll ermittelt werden, ob und in welchem Ausmaß sich Ihre Beschwerden durch die InterStim-Therapie verbessert
haben. Auf intensive körperliche Aktivitäten, die zu einem Verrutschen der Elektrode führen könnten, sollten Sie verzichten. Vermeiden Sie Bücken, Strecken und Heben. Das gilt insbesondere für den konventionellen PNE-Test, bei dem die Drahtelektrode nur auf der Haut fixiert ist.

Testung im Alltag


Die Informationen auf dieser Seite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Sprechen Sie immer auch mit Ihrem Arzt, wenn es um Diagnose und Behandlung geht.