Malende Menschen

Schmerzpumpen im Alltag

Chronische Schmerzen

Nach der anfänglichen Heilungszeit (6 bis 8 Wochen) wird die Pumpe zur Alltagsroutine. Klinische Studien haben gezeigt, dass viele Menschen, bei denen die chronischen Schmerzen durch orale Medikamente nicht gelindert werden konnten, den Alltag mit einer Medikamentenpumpe besser bewältigen konnten (Ergebnisse können schwanken.)1-5

Sichtbarkeit der Pumpe

Die Pumpe wird direkt unter die Haut eingesetzt, um sie mit Hilfe einer Kanüle nachfüllen zu können. Wenn sie nicht durch Kleidung verdeckt ist oder beim Tragen von enger Kleidung kann man die Pumpe u. U. unter der Haut erkennen. Je nach Körpergröße und -form am Implantationsort sowie der Größe der Pumpe ist sie eventuell überhaupt nicht zu erkennen.

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Arztbesuche

Sie müssen für Kontrollen und zum Auffüllen der Pumpe regelmäßig zu Ihrem Arzt gehen. Das Medikament in der Pumpe muss - je nach Dosierung und Pumpengröße - etwa alle sechs Wochen bis sechs Monate aufgefüllt werden. Die Auffüllhäufigkeit hängt von der Konzentration und der Menge des täglich abgegebenen Schmerzmittels ab.

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Auffüllen und Einstellen der Pumpe

Der Arzt füllt die Pumpe über eine Kanüle mit Schmerzmittel. Sie müssen gemeinsam mit Ihrem Arzt die richtige Dosierung des Medikaments herausfinden. Die Dosierung kann an Ihre Bedürfnisse an unterschiedlichen Tages-, Nacht- oder Wochenzeiten angepasst werden.

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Pumpenalarme verstehen

Ihre Pumpe verfügt über Alarme, die ertönen, wenn:

  • Die Pumpe aufgefüllt werden muss
  • Die Pumpe ersetzt werden muss
  • Ein Problem mit der Pumpe vorliegt

Der Alarm signalisiert ein kritisches oder nichtkritisches Ereignis Ihres Infusionssystems. Ein kritischer Alarm äußert sich durch einen 3-sekündigen Zweitonalarm. Ein kritischer Alarm bedeutet, dass die Therapie gestoppt hat oder bald stoppen wird. Ein nichtkritischer Alarm ist ein Alarm mit einer Tonhöhe. Ein nichtkritischer Alarm bedeutet, dass die Therapie an einem zukünftigen Zeitpunkt stoppen wird und erfordert ein Eingreifen eines Arztes oder eines Krankenpflegers.

Rufen Sie Ihren Arzt umgehend an, wenn ein Alarm ausgelöst wird.

Bitte beachten Sie, dass der auf Ihrem Computer hörbare Alarmton lauter sein kann als der Alarm Ihrer implantierten Pumpe.

Bitten Sie Ihren Arzt nach der Implantation, Ihre Pumpe für kurze Zeit so zu programmieren, dass der Alarm in seinem Büro ausgelöst wird. So erkennen Sie den Ton in Zukunft.

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 Vorsicht bei Aktivitäten

Einige Bewegungen können Zug- oder Druckbelastungen auf den Katheter oder der Nähte, die Ihre Pumpe an ihrer Position halten, ausüben. Ihr Arzt kann Ihnen Richtlinien für zu vermeidende Aktivitäten geben.

Obwohl der Katheter aus biegsamen und haltbaren Materialien besteht, ist er Verschleiß unterworfen. Übermäßiges oder wiederholtes Biegen, Verdrehen, Stoßen oder Dehnen kann ein Bewegen oder Dehnen des Katheters zur Folge haben. Eine solche Beschädigung kann eine Operation zur Reparatur oder möglicherweise zum Ersatz des Katheters erfordern.

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Realistische Erwartungen

Realistische Erwartungen sind bei jeder Schmerzbehandlung Voraussetzung für die Zufriedenheit. Zu beachten ist, dass Ihre Pumpe weder die Ursache für Ihre Schmerzen noch die ursächliche Erkrankung heilt. Sie kann Ihnen aber dabei helfen, Ihre Schmerzen besser zu kontrollieren.

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Entfernung der Pumpe

Wenn Sie die Pumpe nicht mehr benötigen oder Ihre Entscheidung über die Schmerzbehandlung ändern, kann Ihr Arzt die Pumpe abstellen oder das System operativ entfernen.

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Literatur

1

Smith TJ, Staats PS, Deer T, et al. Randomized clinical trial of an implantable drug delivery system compared with comprehensive medical management for refractory cancer pain: impact on pain, drug-related toxicity, and survival. J Clin Oncol. 2002;20:4040-4049.

2

Deer T, Chapple I, Classen A, et al. Intrathecal drug delivery for treatment of chronic low back pain: report from the National Outcomes Registry for Low Back Pain. Pain Med. 2004;5:6–13.

3

Ellis DJ, Dissanayake S, McGuire D, et al. Continuous intrathecal infusion of ziconotide for treatment of chronic malignant and nonmalignant pain over 12 months: a prospective, open-label study. Neuromodulation. 2008;11:40-49.

4

Hamza M, Doleys D, Wells M, et al. Prospective study of 3-year follow-up of lowdose intrathecal opioids in the management of chronic nonmalignant pain. Pain Med. 2012;13:1304-1313.

5

Duarte RV, Raphael JH, Sparkes E, Southall JL, LeMarchand K, Ashford RL. Long-term intrathecal drug administration for chronic nonmalignant pain. J Neurosurg Anesthesiol. 2012;24:63-70.


Die Informationen auf dieser Seite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Sprechen Sie immer auch mit Ihrem Arzt, wenn es um Diagnose und Behandlung geht.