Malende Menschen

Nutzen, Risiken und Alarmtöne Schmerzpumpen

Chronische Schmerzen

Für viele Menschen hat das Medikamentenabgabe-System zu einer Linderung der chronischen Schmerzen geführt, so dass sie ihren normalen Alltag wieder aufnehmen können. Einige von ihnen konnten sogar ihre orale/systemische Schmerztherapie reduzieren oder absetzen. Durch eine Schmerzpumpe werden ihre Schmerzen möglicherweise nicht ganz verschwinden. Sie können jedoch möglicherweise wieder Dinge tun, die Ihnen lange sehr schwer gefallen sind: ins Kino gehen, mit Freunden spazieren gehen oder reisen.

Nutzen

Der Nutzen einer Schmerzpumpe ist unter anderem:

  • Wirksame Schmerzlinderung1-4
  • Reduzierter Verbrauch von Schmerzmitteln oder deren Wegfall2,3,5
  • Weniger Nebenwirkungen im Vergleich zu oralen Medikamenten1,2,6
  • Verbesserte Funktionalität und Fähigkeit zur Teilnahme an alltäglichen Aktivitäten1-3,7,8
  • Hohe Patientenzufriedenheit1,3,7,8

Weitere Merkmale dieser Behandlung:

  • Sie hat sich als sicher und wirksam erwiesen, wenn sie gemäß Anweisung verwendet wird.
  • Sie erfordert keine permanenten Änderungen des Rückenmarks oder der Spinalnerven.
  • Sie kann angepasst werden, indem die Dosierung an Ihre Bedürfnisse an unterschiedlichen Tages-, Nacht- oder Wochenzeiten angepasst wird.
  • Sie können die Therapie für einen kurzen Zeitraum ausprobieren, bevor Sie sich für eine Langzeittherapie entscheiden.
  • Sie ist reversibel, indem sie abgestellt oder auf Wunsch chirurgisch entfernt werden kann.

Risiken

Die Pumpe und der Katheter werden unter der Haut implantiert. Chirurgische Komplikationen sind möglich und schließen Infektionen, den Verlust von Liquor und Kopfschmerzen ein. Sie sollten sich dem Implantationseingriff nicht unterziehen, wenn Sie zum geplanten Operationszeitpunkt an einer aktiven Infektion leiden.

Nach der Implantation des Infusionssystems können Komplikationen mit dem Gerät auftreten, für deren Behebung eine Operation erforderlich ist. Aufgrund dieser Komplikationen kann es zu einer Über- oder Unterdosierung des Medikaments und sogar zu schweren oder lebensbedrohlichen Nebenwirkungen kommen. Mögliche Komplikationen schließen ein Verrutschen des Katheters oder der Pumpe innerhalb des Körpers oder deren Scheuern durch die Haut ein. Der Katheter kann undicht werden, reißen, knicken oder sich lösen. Die Pumpe könnte stehen bleiben, weil die Batterie leer ist oder weil sie oder ein anderes Teil des Infusionssystems ausfällt. Darüber hinaus ist von entzündlichen Massen an der Katheterspitze berichtet worden, die Komplikationen wie Lähmungen führen können.

Besprechen Sie Nutzen und Risiken dieser Therapie sorgfältig mit Ihrem Arzt.

Vorteile gegenüber anderen Therapien

Die Arzneimittelinfusionstherapie bietet gegenüber anderen Therapien gegen starke chronische Schmerzen, Vorteile:

  • Ein Screening-Test dient als temporäre Testphase. Auf diese Weise können Sie feststellen, ob die Arzneimittelinfusionstherapie Ihre Schmerzen lindert, bevor Sie sich für eine Langzeittherapie entscheiden.
  • Sie muss im Gegensatz zu einem Eingriff wie beispielsweise einer Rückenoperation nicht permanent sein. Sollten Sie mit dem System nicht zurecht kommen oder sich für eine andere Therapie entscheiden, kann es abgestellt oder operativ entfernt werden.
  • Im Gegensatz zu oralen Medikamenten wird bei der Arzneimittelinfusionstherapie das Medikament direkt in die Ihr Rückenmark umgebende Flüssigkeit abgegeben, statt im Blutkreislauf durch Ihren gesamten Körper transportiert zu werden. Dies kann weniger Nebenwirkungen wie Übelkeit und Verstopfung zur Folge haben.
  • Die Arzneimittelinfusionstherapie kann Ihnen Linderung bieten, wenn andere Behandlungen wie Medikamente oder Injektionen versagen.

Risiken einer Über- oder Unterdosierung

Ein Risiko der Therapie mit einer Schmerzpunpe ist die Möglichkeit einer Überdosierung oder einer Unterdosierung des verwendeten Medikaments. Die Auswirkungen einer solchen Fehldosierung können je nach Medikament ganz unterschiedlich sein. 

Sprechen Sie darüber unbedingt mit Ihrem behandelnden und nachsorgenden Arzt um erste Anzeichen einer Über- oder Unterdosierung zu erkennen. Risiken und Nebenwirkungen der Medikamente finden Sie zudem in den Beipackzetteln der jeweiligen Medikamentenhersteller. 

Alarmtöne Ihrer Pumpe

Ihre Pumpe gibt einen Alarmton aus, wenn ein Fehler aufgetreten ist und wenn die Pumpe ausgetauscht bzw. nachgefüllt werden muss. Es gibt zwei unterschiedliche Alarmtöne. 

Einzelner Piepton: Nichtkritischer Alarm

Ein einzelner Piepton, der ungefähr einmal pro Stunde wiederholt wird, zeigt an, dass das Arzneimittel in der Pumpe zur Neige geht. Rufen Sie sofort Ihren Arzt an, um einen Termin zur Befüllung der Pumpe zu vereinbaren. Ein einzelner Piepton ertönt auch, wenn die Pumpe in den nächsten 90 Tagen ersetzt werden muss. Wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Critical Alarm = Kritischer Alarm

Non-Critical Alarm = Nicht kritischer Alarm

Alarm mit zwei Tönen: Kritischer Alarm

Wenn Sie einen Alarm mit zwei Tönen hören, müssen Sie sich sofort an Ihren Arzt wenden.

Dieser Alarm ertönt, wenn kein Arzneimittel mehr fließt. Die Pumpe ist vielleicht leer, muss ersetzt werden oder es liegt ein anderer Fehler vor. Ein plötzliches Absetzen der intrathekalen Baclofen-Therapie führt zu Baclofen-Entzugserscheinungen und einem medizinischen Notfall. Daher müssen Sie sofort handeln.

Erkennen der Alarme

  • Die Alarme der Pumpe sind unter Umständen leiser als der Alarmton, den Sie mit Ihrem Computer testen können.
  • Bitten Sie Ihren Arzt bei einem Termin zur Pumpenbefüllung, die Pumpe vorübergehend so zu programmieren, dass sie beide Alarmtöne abgibt. Dann haben Sie eine gute Vorstellung davon, wie diese sich anhören.
  • Wenn Sie schwerhörig sind, bitten Sie Familienmitglieder, auf die Alarme zu achten. Teilen Sie bitte auch in Ihrer Arztpraxis mit, dass Sie die Alarme vielleicht nicht gut hören können.
  • Nach dem Auslösen ertönt der Alarm in regelmäßigen Abständen, bis Ihr Arzt ihn mit dem Programmiergerät abschaltet.

Quellenangaben

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8

Winkelmuller M, Winkelmuller W. Long-term effects of continuous intrathecalopioid treatment in chronic pain of nonmalignant etiology. J Neurosurg.1996;85(3):458-467.


Die Informationen auf dieser Seite ersetzen nicht das persönliche Gespräch mit Ihrem Arzt. Sprechen Sie immer auch mit Ihrem Arzt, wenn es um Diagnose und Behandlung geht.