Hirnschrittmacher

Medizintechnik einfach erklärt: Was ist ein Hirnschrittmacher?

21.02.2017
Daniela Bender

Im Allgemeinen versteht man unter einem Schrittmacher ein implantierbares, kleines Gerät, das durch die Abgabe von schwachen elektrischen Impulsen, den Takt oder die Funktion eines Organs aufrechterhält. Diese Wirkungsweise kann auch im Gehirn zum Einsatz kommen, zum Beispiel bei der Behandlung von Parkinson-Patienten.

Parkinson ist nicht heilbar. Dennoch stehen verschiedene Therapieansätze zur Verfügung, um Parkinson-Patienten bestmöglich zu helfen. Eine davon ist der Einsatz eines Hirnschrittmachers.

 

So sieht ein Hirnschrittmacher aus.
Hier der Activa PC-Neurostimulator.

Ein Hirnschrittmacher ist der allgemeine Begriff für einen Neurostimulator, der im Rahmen der Tiefen Hirnstimulation zum Einsatz kommt. Die Tiefe Hirnstimulation (engl. deep brain stimulation, auch DBS Therapie genannt) wird eingesetzt, um die Bewegungsfähigkeit und Koordination der Patienten zu verbessern.

Bei der DBS Therapie wird der Hirnschrittmacher (Neurostimulator) – ähnlich wie bei einem Herzschrittmacher – implantiert und gibt elektrische Impulse an präzise festgelegte Bereiche im Gehirn ab. Die Stimulation dieser Gehirnbereiche ermöglicht es den „Schaltkreisen“ des Gehirns, die für die Steuerung der Bewegung zuständig sind, besser zu funktionieren. Die motorischen Fähigkeiten verbessern sich.


Schemazeichnung. Alle Komponenten liegen unter der Haut.

Hintergrund: Die Parkinson-Krankheit

Prominente wie Michael J. Fox, Muhammad Ali und Ottfried Fischer haben ihre Parkinson-Erkrankung öffentlich gemacht, wodurch Parkinson eine größere Bekanntheit erlangt hat. Parkinson wird im Volksmund auch „Schüttellähmung“ genannt. Die degenerative Erkrankung tritt typischerweise erst nach dem 65. Lebensjahr auf. Etwa 15 % der Erkrankten sind jedoch von einem bereits vor dem 50. Lebensjahr einsetzenden „Jugendlichen Parkinson“ betroffen. Parkinson-Patienten leiden unter neurologischen Störungen des Bewegungsapparates. Dazu gehören Symptome, wie:

  • Zittern
  • Unbeweglichkeit der Gliedmaßen
  • Beeinträchtigung des Gleichgewichts und der Koordination
  • Verlangsamung der Bewegungsabläufe oder Bewegungslosigkeit

Die Symptome werden verursacht, da im Mittelhirn die Nervenzellen absterben, die Dopamin produzieren. Dopamin ist an der Kommunikation zwischen den Zellen beteiligt, die die Bewegung steuern. Ein verminderter Dopaminspiegel führt zum Auftreten der Symptome des Idiopathischen Parkinson-Syndroms.

Laut der Deutschen Parkinson Gesellschaft sind weltweit rund 4,1 Millionen Menschen an Parkinson erkrankt – das entspricht knapp zwei Prozent der Bevölkerung im Alter von über 60 Jahren. In Deutschland sind etwa 300 000 bis 400 000 Personen betroffen.

Wenn ihr mehr über die Tiefe Hirnstimulation wissen wollt, schaut auf unserer Webseite vorbei: http://www.medtronic.de/erkrankungen/parkinson-krankheit/produkt/index.htm

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