Nena im Blog

Wenn die Macht nicht mit dir ist!

26.06.2017
Gast

Mein Name ist Parthena Kambakis und ich gehöre zu den Menschen, die schon einmal ohnmächtig geworden sind. Und damit bin ich nicht allein. In Deutschland ist jeder Zweite im Laufe seines Lebens von einer Ohnmacht betroffen. Pro Jahr erleben in Deutschland eine halbe Millionen Menschen diesen kurzen Bewusstseinsverlust.

Gehirnerschütterung statt Mathe

Die erste Ohnmacht ist schon ein paar Jahre her, aber ich erinnere mich noch sehr gut daran: Das Badezimmer lag genau zwischen meinem Zimmer und dem meiner Schwester. Zähne putzen, Gesicht waschen, Haare kämmen und Gesichtscreme drauf – fertig. Extrem müde und viel zu früh, aber eigentlich alles wie immer. Dann wurde mir plötzlich sehr warm, ich bekam weiche Knie und fing an zu schwitzen und noch bevor ich mich hinsetzen konnte wurde mir schwarz vor Augen. Von dem panischen Türklopfen meiner Schwester (als Teenager schließt man ja prinzipiell immer die Badezimmertür ab) wurde ich schließlich auf dem Boden unseres Badezimmers, mit dem Kopf in der Duschwanne liegend (dieser Knall weckte sicher ihre Aufmerksamkeit) wach. Ich war bewusstlos, ohnmächtig, kippte um oder was man sonst noch alles dazu sagt. Anstatt Mathe, Kunst und Erdkunde stand dann eine Gehirnerschütterung, zwei Tage Krankenhausessen und jede Menge Ruhe auf dem Stundenplan. Was die Ursache war? Das konnte mir keiner sagen. Die nächsten Tage waren komisch. Ein bisschen Angst, ein bisschen Ungewissheit und dankbar für meinen äußerst stabilen Dickkopf.

"Hallo Fräulein? Hören Sie mich?"

Knapp ein Jahr später passierte es wieder. Ich fuhr mit der Bahn in Richtung Köln. Eigentlich keine lange Strecke. Nach ein paar Stationen war dieses Gefühl wieder da. Doch dieses Mal wusste ich was passieren wird. Also kam zu der Hitze, dem Schwindel, den weiche Knien und dem Schwitzen auch noch Angst, Nervosität und das unschöne Gefühl in einer vollen Bahn, ausgerechnet zur Hauptzeit vieler Berufspendler, gleich ein Notfall zu sein. In der Hoffnung, dem Ganzen entgegenzuwirken zog ich fast panisch meine Jacke aus und machte mich bereit bei der nächsten Haltestelle die Bahn zu verlassen und an die frische Luft zu kommen. Doch noch bevor ich die Bahn verlassen konnte wurde ich wieder bewusstlos. Als ich wieder zu mir kam lag ich in mitten einer Menschentraube auf dem Boden der Linie S12, die die Haltestelle mittlerweile erreicht hatte. Eine ältere Frau tätschelte mit den Worten „Hallo Fräulein? Hören Sie mich?“ mein Gesicht und zwei junge Männer hoben meine Beine rechtwinklig an. Kopfschmerzen hatte ich nicht. Sicher hat mich ein netter Fahrgast auffangen können bevor ich mit dem Kopf auf den Boden schlug.

Die Ursache? Keine Ahnung!

Zwischen lautem Gemurmel hörte ich, wie der Schaffner mit einem Fahrgast diskutierte. Der Fahrgast war der Meinung, man müsse nicht auf den vom Schaffner gerufenen Krankenwagen warten und könne mich auf die Bank am Bahngleis setzen. Er müsse weiter, schließlich hätte er ein wichtiges Meeting. Ich weiß noch, wie verdutzt ich über dieses Gespräch war. Kurz danach traf dann jedoch schon der Krankenwagen ein. Ich wurde ins Krankenhaus gefahren und dort erneut komplett auf den Kopf gestellt. Das Ergebnis: nichts!

Beide Vorfälle liegen jetzt einige Jahre zurück und es geht mir gut. Aber auch nach vielen Arztbesuchen bei verschiedener Fachärzten und einer Menge unterschiedlichster Untersuchungen, konnte man keine Ursache feststellen.

Reveal LINQ in der Hand

Bei mir war die Ursache wahrscheinlich nur eine harmlose Kreislaufgeschichte. Seit ich bei Medtronic als Marketing Specialist für Herzmonitore arbeite, weiß ich, dass hinter solchen Ohnmachten aber auch Herzrhythmusstörungen stecken können und wie wichtig es ist, den Auslöser zu finden. Herzmonitore sind kleine, implantierbare Geräte, die die Ursache für ungeklärte Ohnmachten aufspüren können.

Da ich selbst schon zweimal von einer Ohnmacht betroffen war, kenne ich das ungute Gefühl, das man hat, wenn eine Ohnmacht naht. Auch die Unsicherheit danach und die Sorge, es könne wieder passieren, sind mir noch sehr präsent. Eine Erfahrung, auf die ich hätte verzichten können, die mir aber heute in meinem beruflichen Alltag sehr zugutekommt, weil ich mich in die Patienten einfühlen kann.

Weitere Infos: www.bewusstlosigkeit.de

Von: Parthena Kambakis, Abteilung Diagnostics

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