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Wenn ich mein Stent-Tattoo sehe, weiß ich, dass es mir gut geht

28.09.2017
Carolin Jennessen

... erzählt Christian Jung.

Stent-Tattoo

Christian ist Orthopädie-Techniker, 40 Jahre alt, fährt gern Rad oder wandert. Und er trägt ein Stent-Implantat. Vor einiger Zeit erhielt ich einen Anruf von Christian. Ein Stent von Medtronic habe sein Leben gerettet, sagt er, und er möchte sich als Andenken ein Stent-Tattoo auf die Brust stechen lassen. Aus welchem Material denn ein Stent bestehen würde?

Zugegeben, solche besonderen Anfragen erreichen mich nicht oft und ich war anfangs sehr erstaunt. Christian versprach, nach seinem Besuch im Tattoo Studio ein Bild des Kunstwerks mit uns zu teilen. Und so erreichte uns ein phänomenales Tattoo-Foto und die ganze Geschichte von Christian.

„Ich weiß es noch, als wäre es gestern gewesen. Im Mai 2015 war ich bei meinem Hausarzt und habe einen Check und ein Belastungs-EKG machen lassen. 'Herr Jung, Sie werden 100 Jahre alt', hieß es. Das will man hören! Im Juni machten wir eine große Wandertour für zehn Tage und auf einmal merkte ich, dass ich am Ende des Tages äußerst platt war. Einen Monat später war meine Belastungsfähigkeit weniger ausgeprägt. Ich bin schneller ins Schwitzen geraten, das kannte ich nicht. Ich hatte auch Sodbrennen, aber habe mir nichts dabei gedacht. Nach fünf km Fahrrad fahren musste ich eine Pause einlegen, aber trotzdem machte ich mir keine großen Gedanken, dass etwas nicht stimmen könnte.

Dann kam Tag x. Das war der 18. Oktober. Ich war wieder mit dem Fahrrad unterwegs, war plötzlich nass geschwitzt, als hätte ich einen Marathon zurückgelegt. Ich war verwundert darüber, mein Energiehaushalt war am Boden. Also bin ich nach Hause gefahren. Das Sodbrennen fühlte ich nun bis in den Magen und ich bekam ein Gefühl, als hätte ich mir die Brustwirbel ausgerenkt. Ich wusste, da liegt etwas im Argen, aber nicht, dass es das Herz sein könnte. Gegen Nachmittag spürte ich ein Druckgefühl im linken Arm, als ob sich ein Schlauch aufdehnt hätte. Ich entschied mich, einen Krankenwagen zu rufen und beschrieb dem Sanitäter meine Symptome. Er brachte mich auf den Boden der Tatsachen brachte: 'Das hört sich nach einem Herzinfarkt an!'

So wurde ich abends ins Krankenhaus eingeliefert, und am nächsten Morgen wurde eine Katheteruntersuchung durchgeführt. Der Arzt: 'Herzlichen Glückwunsch, Sie haben einen 1-A Herzinfarkt, aber machen Sie sich keine Gedanken. Sie erhalten einen Stent und dann wird alles gut.' Zwei Tage später trug ich bereits das Stent-Implantat und wurde aus dem Krankenhaus zur Reha entlassen.

Als ich aus dem Krankenhaus kam, fühlte ich mich zunächst emotional mitgenommen. Man steht in der Blüte des Lebens und plötzlich wird ein Herzinfarkt diagnostiziert. In der Reha lernte ich schließlich nach Trainingsplan wieder Kondition aufzubauen und tatsächlich fühlte ich mich nach zwei Wochen wieder fit. Mir ging es besser als im letzten Dreivierteljahr. Ich startete sportlich durch, machte Waldläufe nach Trainingsplan, lief mit Pulsuhr. Da ich körperlich sehr schnell wiederhergestellt war, fiel ich glücklicherweise nicht in ein Loch. Nach einem halben Jahr wurde schließlich eine obligatorische Katheteruntersuchung beim Kardiologen durchgeführt. Es hieß: 'Herr Jung, es ist alles wunderbar, Ihr Herz pumpt genauso wie vorher. Dann ist ja nochmal alles gut gegangen. Achten Sie auf Ernährung, Sport und nicht zu viel Stress.'

Nun, mehr als zwei Jahre nach der Stent-Implantation, fühle ich mich gut."

Christian nach der Stent-Implantation

Christian lacht: „Klar, mit 20 war ich fitter als mit 40, aber das liegt am Alter. Ich fahre wieder nach Irland in den Urlaub, habe mir einen großen Rucksack gekauft, den ich mitnehmen kann und mir geht’s richtig gut. Im ersten Jahr hatte ich noch Panik, wenn es in der Brust gezwickt hat. Das ist allerdings reine Kopfsache und dieses Gefühl hat sich wieder gelegt. Das Wichtigste ist ja, die Teilnahme am Leben und das geht nur, wenn man gesund ist, wenn das Herz pumpt. Ich bin wieder gesund und das Leben braucht mich. Mein Stent-Tattoo auf der linken Brust erinnert mich daran und dass es mir gut geht. Das ist ein Anstoß für mich, Tag für Tag!“

Weiterhin alles Gute für Dich, Christian!

Hinweis

Dieser Patientenbericht handelt von individuellen Erfahrungen mit einer Therapie. Der Bericht ist authentisch und dokumentiert. Die individuellen Erfahrungen dieses Patienten garantierten jedoch nicht, dass andere Patienten ebenso auf die Therapie reagieren. Daher kann dieser Bericht nicht als Grundlage für eine Indikation oder als Therapie-Leitlinie verwendet werden. Patienten können auf die Therapie unterschiedlich reagieren.