Medtronic spacer
Informationen über Medtronic Informationen für Patienten Informationen für Fachkreise Verwaltung Kontakt Service Medtronic
Informationen zur Gesundheit
Medtronic Home > Informationen zur Gesundheit > Therapien
  Inkontinenz
 

Inkontinenz

 

Ursachen

 

Therapien

Medtronic
  Informationen zur Gesundheit
 

Ein Portrait

 

Herz - Aufbau und Funktion

 

Herzrhythmusstörungen

 

Herzinsuffizienz

 

Erkrankung der Herzklappen

 

Plötzlicher Herztod

 

Spastik

 

Parkinson-Krankheit

 

Wirbelsäulen Probleme

 

Chronische Schmerzen

 

Ohnmacht

 

Diabetes

 

Prostatavergrößerung

 

Inkontinenz

 

Innenohrerkrankung - Morbus Menière

 

Selbsthilfegruppen

 

Service

 

Links

Medtronic

Medtronic
Medtronic

Therapien

Die Therapie der Stuhlinkontinenz lässt sich ähnlich der vorausgegangenen Stuhlinkontinenz in unterschiedliche Stufen einteilen, um der Vielfalt der möglichen Ursachen , die zu einer Darmschwäche führen, gerecht zu werden und um die Behandlung den Grunderkrankungen anzupassen:

Konservative Therapie
Die konservative Therapie beginnt mit der Behandlung der Grunderkrankung, die eine Ursache der Stuhlinkontinenz ist. Häufig können auf diese Weise aber nur die Symptome gelindert werden, da die Mechanismen, die zu einer Stuhlinkontinenz führen, vielfältig sind.

  • Allgemeine pflegerische Maßnahmen und hygienische Verhaltensregeln verbessern die Hautveränderungen und Reizzustände der Analregion, die durch unkontrollierten Stuhlabgang entstehen.

  • Cremes und Salben können bei lokaler Anwendung zur Linderung der Beschwerden und Heilung der erkrankten Haut beitragen.

  • Die Ernährungsumstellung mit Vermeidung von Reizstoffen wie Kaffee, Alkohol und Kohlensäure sowie blähenden oder die Darmtätigkeit anregenden Nahrungsmitteln hilft,
    die Stuhlhäufigkeit und Beschaffenheit so zu verändern, dass der Stuhl voluminös geformt ist und die Stuhlentleerung in bestimmten Zeiträumen reflektorisch erfolgt und der Mastdarm danach mehrere Stunden leer bleibt.

  • Irrigation (lateinisch Bewässerung) ist die Darmentleerung durch Einläufe, wodurch der Mastdarm ebenfalls für mehrere Stunden leer bleibt.

  • Die Beckenbodengymnastik als physikalische Therapie ist ein sehr umfangreiches Programm, das auch aus der Rückbildungsgymnastik nach einer Schwangerschaft bekannt ist. Es soll betroffene Patienten dahin führen, die bislang von selbst ablaufenden Körperfunktionen zu verstehen und deren Ablauf bewusst zu erleben, um dadurch einen steuernden Einfluss zu gewinnen. Dazu gehört auch, die Muskulatur des Beckenbodens spüren zu lernen und die Muskulatur aktiv zu betätigen und zu stärken. Dabei wird auch auf Alltagstätigkeiten aufmerksam gemacht, bei denen durch falsches Sitzen, Heben und Tragen eine unnötige Belastung des Beckenbodens vermieden werden kann. Nach ein bis zwei Jahren intensiven Trainings können annähernd so gute Ergebnisse wie durch eine Operation erreicht werden.

  • Spezielle Medikamente verlangsamen die Darmpassage und fördern die Wasseraufnahme aus dem Darm, so dass die Stuhlfestigkeit zunimmt und die Stuhlhäufigkeit weniger wird.

Back to top

Spezielle konservative Therapie
Zur speziellen konservativen Therapie der Stuhlinkontinenzzählen Behandlungsverfahren, die mit schwachen elektrischen Stromimpulsen Reize auf die Muskulatur des Schließapparats oder auf die Nerven abgeben, die diese Muskulatur am After versorgen. Dazu gehören die Elektrostimulation des Schöißmuskels und die Sakralnervenstimulation.

  • Elektrostimulation des Schließmuskels
    Bei der Elektrostimulation wird der Schließmuskel nicht wie beim Biofeedback aktiv vom Patienten angespannt, sondern bei diesem Verfahren wird die Kontraktion des Muskels ohne Zutun des Patienten durch elektrische Stromimpulse ausgelöst. Die zugehörigen Elektroden werden mit einer Sonde in den After eingeführt und nach einer Anlernphase können Patienten die Elektrostimulation zuhause anwenden. Diese Behandlungsmethode zur Kräftigung des Schließmuskels und der Beckenbodenmuskulatur ist bei Patienten sinnvoll, deren Nervenbahnen im kleinen Becken oder im unteren Rückenmark geschädigt sind, da die Muskulatur durch die elektrischen Impulse direkt angeregt wird und eine Verbesserung des Ruhedrucks des Schließmuskels erreicht wird.

  • Sakralnervenstimulation - Interstim-Therapie von Medtronic
    Hierbei handelt es sich um ein Elektrotherapieverfahren, das sich bei der Harninkontinenz bewährt hat. Es gleicht der Elektrostimulation, aber die elektrischen Impulse regen die Nerven an, die zum Beckenboden und der Schließmuskulatur des Afters und der Harnblase führen und stellen somit die Kontrolle des Organs wieder her. Ähnlich einem Herzschrittmacher werden die Stromimpulse von einem Generator abgegeben, der unter die Haut eingepflanzt wird. Die Elektroden werden dabei in die Öffnungen der Kreuzbeinwirbel gelegt und reizen dort die Nerven, die das Rückenmark verlassen. Das Verfahren ist bei Patienten anwendbar, bei denen die Nerven im kleinen Becken intakt sind und der Schließmuskel des Afters keine Schäden aufweist. Es wird auch bei Rückenmarkverletzten oder querschnittsgelähmten Patienten angewendet. Zuerst wird von außen geprüft, welcher Nerv die beste Kontraktion der Muskulatur auslöst. In einer längeren Testphase wird der Nervenschrittmacher getestet und die Verbesserung der Stuhlinkontinenz festgestellt. Erst dann werden der Impulsgenerator und die Elektroden operativ implantiert und vom Patienten von außen gesteuert.

Back to top

Operative Therapie
Neben der konservativen Therapie, die häufig aus einer Kombination unterschiedlicher Möglichkeiten auf den Patienten abgestimmt und zusammengestellt wird, kann bei einigen Fällen (etwa 10% der Patienten) nur eine operative Therapie der Stuhlinkontinenz weiterhelfen und eine Verbesserung der Funktion des Schließapparats herbeiführen.

Die operative Therapie der Stuhlinkontinenzsollte nicht zu früh als die letzte Möglichkeit einer Behandlung angesehen werden, denn in vielen Fällen führt eine Ergänzung der verschiedenen Behandlungsarten bereits zu einem ausreichenden Afterverschluss und verbesserten Einhaltevermögen. Da auch die konservative Therapie durch allgemeine Maßnahmen und die spezielle konservative Therapie mit Geräten nur bei intakter Muskulatur funktionieren kann, hat die sehr anspruchsvolle chirurgische Therapie drei Strategien:

  • Reparaturoperationen des Schließmuskels
    Defekte im Muskelring des äußeren Schließmuskels am After oder eine Überdehnung des Beckenbodens rühren häufig von Geburtsverletzungen oder Dammschnitten her. Durch narbige oder bindegewebige Veränderungen ist die Muskulatur nicht mehr in der Lage, den Analkanal hinreichend zu verschließen. Mit den so genannten Sphinkter-Repair-Operationen wird zum einen durch überlappende Naht des Schließmuskels oder Einengung der Beckenbodenschlinge die anatomische Funktion des Schließmuskels wieder hergestellt, zum anderen der Beckenboden gerafft oder in einer Kombination mehrerer Operationsmethoden der Schließapparat so verändert, dass ein normaler Stuhlgang wieder möglich ist.

  • Schließmuskelersatzoperation
    Sollten die Reparaturoperationen am Schließapparat nicht zum gewünschten Erfolg einer zufriedenstellenden Kontinenzleistung führen, so kann chirurgisch ein Ersatz für den Schließmuskel geschaffen werden. Dazu wird ein schlanker Muskel (M. gracilis) von der Innenseite des Beins schleifenförmig um den Analkanal gelegt und mit Nähten befestigt. (Daher die Bezeichnung Grazilisplastik.) Mit einem speziellen Schrittmacher, der am Unterbauch unter die Haut implantiert wird, kann der Muskel über zwei Elektroden gereizt werden, so dass er sich zusammenzieht und den Analkanal verschließt. Wird der Stimulator vom Patienten mittels eines Magneten von außen abgeschaltet, dann erschlafft der Muskel und die Stuhlentleerung kann erfolgen. Wird das Gerät wieder eingeschaltet, dann spannt der Muskel wieder an. Durch die anhaltenden elektrischen Impulse ändern sich die Skelettmuskelfasern in ermüdungsarme Muskelfasern, die eine Dauerspannung aufrechterhalten können. Es bedarf einer längeren Schulungs- und Übungsphase der Patienten, bis bei etwa zwei Dritteln der sonst auf andere Weise nicht zu behandelnden Inkontinenz zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden und anfängliche Schwierigkeiten überwunden sind.

  • Künstlicher Schließmuskelersatz
    Falls die bis hier genannten Operationsverfahren die Stuhlinkontinenz nicht beseitigt haben, so kann ein künstliches Schließsystem (Artificial bowel sphincter) als Sphinkterersatz für den nicht funktionierenden Schließapparat eingebaut werden. Ein ähnliches System hat sich bei der Blasenschwäche bereits bewährt. Ein manschettenartiger Ballon wird um den Analkanal gelegt, der mit einer Pumpe über ein Ventil mit Flüssigkeit aus einem Reservoir gefüllt oder entleert werden kann. Die Schließmuskelprothese wird vollständig unter die Haut eingepflanzt.

    Dieses System ist die letzte Hoffnung für Patienten, denen früher häufig nur noch ein künstlicher Darmausgang (Anus praeternaturalis) angelegt werden konnte, weil es keine Aussicht auf eine Wiederherstellung der Stuhlkontinenz gab.

Back to top



back
 

top