Wenn Timing alles ist- Unser Herzschlag

Unsere Herzkammern sind das perfekte Team und arbeiten zusammen daran, den gesamten Körper mit der richtigen Menge an Blut zu versorgen. Bei einem gesunden Herzschlag ­­ziehen sich zunächst die beiden Vorhöfe zusammen, sodass das Blut in die Herzkammern strömen kann. Durch exaktes Timing ziehen sich etwas später die unteren Kammern zusammen und geben das But in den Kreislauf. 

Herz-Illustration - Das Herz unser Motor.

„Zeitwächter“ dieses Ablaufs sind unsere Herzzellen. Durch sie werden elektrische Signale in einer bestimmten Reihenfolge an die Herzmuskelkammern abgegeben, damit diese wissen, dass sie sich zusammenziehen sollen. Man spricht hierbei auch von einer Erregungsbildung und Erregungsleitung.

Unser Herz ist also einer unserer verlässlichsten Partner – es schlägt rund um die Uhr, jeden Tag, jahrelang. 35 Millionen Mal läuft dieser Prozess der elektrischen Stimulation durch die Herzmuskelzellen innerhalb nur eines Jahres ab. Zum Vergleich: Der Motor eines handelsüblichen Autos ist maximal zwei Jahre in der Lage ohne Unterbrechung zu laufen. Unser Herz hält dieser Belastung im Schnitt weit über 70 Jahre stand – ein Wunderwerk der Natur also.

Unsere Herzkammern sind das perfekte Team und arbeiten zusammen daran, den gesamten Körper mit der richtigen Menge an Blut zu versorgen. Bei einem gesunden Herzschlag ­­ziehen sich zunächst die beiden Vorhöfe zusammen, sodass das Blut in die Herzkammern strömen kann. Durch exaktes Timing folgen etwas später die unteren Kammern nach und geben das But in den Kreislauf. „Wächter“ dieses Ablaufs sind unsere Herzzellen. Durch sie werden elektrische Signale in einer bestimmten Reihenfolge an die Herzmuskelkammern abgegeben, damit diese wissen, dass sie sich zusammenziehen sollen. Man spricht hierbei auch von einer Erregungsbildung und Erregungsleitung. Unser Herz ist also einer unserer verlässlichsten Partner – es schlägt rund um die Uhr, jeden Tag, jahrelang. 35 Millionen Mal läuft dieser Prozess der elektrischen Stimulation durch die Herzmuskelzellen innerhalb nur eines Jahres ab. Zum Vergleich: Der Motor eines handelsüblichen Autos ist maximal zwei Jahre in der Lage ohne Unterbrechung zu laufen. Unser Herz hält dieser Belastung im Schnitt weit über 70 Jahre stand – ein Wunderwerk der Natur also.

Herzrhythmusstörungen - Wie viele Menschen haben Vorhofflimmern?

In der Regel ist eine Veränderung der Geschwindigkeit unseres Herzschlags nicht bedenklich. Im Gegenteil – sie ist beispielsweise bei körperlicher Betätigung oder Aufregung besonders wichtig und ein eingebautes Warnsystem der Evolution, das es uns ermöglichen soll, schnell auf Gefahren reagieren zu können. Anders ist das bei Herzrhythmusstörungen: Diese treten unabhängig von körperlicher Belastung oder Aufregung auf und können darauf hinweisen, dass unser Motor stottert. Über längere Zeit kann dies zu ernsthafteren Folgeerkrankungen und einer massiven Einschränkung der Lebensqualität führen.2 

Vorhofflimmern ist weltweit die häufigste Herzrhythmusstörung.

Vorhofflimmern ist weltweit die häufigste Herzrhythmusstörung, die bei erwachsenen Menschen auftritt. Charakteristisch für betroffene Patienten ist ein über einen längeren Zeitraum anhaltend unregelmäßiger Herzschlag, der zudem beschleunigt sein kann. Anzahl der Patienten in Deutschland liegt in der Allgemeinbevölkerung bei ca. 2,2 %, wobei die Wahrscheinlichkeit Vorhofflimmern zu entwickeln mit dem Alter drastisch zunimmt.

Mit einer Häufigkeit von 16% sind die 70- bis 80-jährigen die größte Risikogruppe. Weil die Herzrhythmusstörung von vielen Patienten zunächst gar nicht wahrgenommen werden, liegt die Dunkelziffer der Betroffenen vermutlich weitaus höher.1

Was ist Vorhofflimmern?

Schaubild eines normalen Herzschlags.

Beim Vorhofflimmern schlägt das Herz in den oberen Herzkammern – auch Vorhöfe genannt- unregelmäßig. Der zuvor geschilderte Ablauf in der Weiterleitung der elektrischen Impulse ist durcheinandergeraten und es kreisen elektrische Signale unkoordiniert durch den Vorhof. Anstatt das Blut regelmäßig ein- und auszuwerfen zittern die Vorhöfe und es findet keine regelmäßige Kontraktion mehr statt. Der AV-Knoten ist zwischen Vorhof und Hauptkammer „geschaltet“ und gibt nur einen Teil des Chaos aus den Vorhöfen an die Hauptkammern weiter. 

Darstellung von Vorhofflimmern im Schaubild.

Das ist gut so, denn sonst würde ein lebensgefährliches Kammerflimmern entstehen.  Je nachdem, wie viele „falsche“ Signale der AV-Knoten durchlässt, wird dies vom Patienten als Herzrasen oder Herzstolpern empfunden. Im Vorhof ist der Herzschlag nicht selten bis zu 300 Mal schneller pro Minute. In der Hauptkammer (Ventrikel) kommt davon ungefähr die Hälfte an, also ein bis zu 150 Mal beschleunigter Herzschlag.1

Zu Beginn der Erkrankung tritt in der Regel ein anfallartiges Erscheinungsmuster auf. Das bedeutet, der Herzschlag gerät für ein paar Minuten aus dem Takt und normalisiert sich dann wieder. Dieses Muster nennt man paroxysmales Vorhofflimmern. 

Durch das unkoordinierte Flimmern der Vorhöfe wird das Blut nicht vollständig aus den oberen Herzkammern gepumpt. Dadurch kann es sich dort ansammeln und Gerinnsel bilden. Wenn diese Gerinnsel mit dem Blutstrom ins Gehirn transportiert werden und dort eine Arterie verstopfen, kann dies zu einem Schlaganfall führen. Ferner sind bei längerer Erkrankung ohne Behandlung eine Veränderung der Gewebestruktur sowie der Eigenschaften der Muskelzellen wahrscheinlich, weil sich die Vorhöfe unter der ständigen Belastung krankhaft vergrößern.1 

Symptome von Vorhofflimmern

Die Symptome für Vorhofflimmern können von kaum wahrnehmbaren Beschwerden bis hin zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen des täglichen Lebens reichen. Durch den verminderten Auswurf des Bluts in den Organismus und die fehlgeleiteten elektrischen Impulse nehmen Patienten zunächst Herzstolpern oder Herzrasen und schließlich ein beklemmendes Gefühl bei der Atmung wahr. In fortgeschrittenen Stadien können ein Schwächegefühl, Herzschmerzen, Ohnmacht, aber auch Angstgefühle dazukommen. Anhand des Auftritts dieser beispielhaften Symptome können Patienten auch die Dauer einer Episode abschätzen. Je schneller das Herz schlägt, also je höher der Puls ist, desto deutlicher werden die Symptome für die Betroffenen. 

Bitte beachten Sie, dass Vorhofflimmern auch ohne Symptome verlaufen kann. Sollten Sie eins oder mehrere der obengenannten Anzeichen bei sich feststellen, sollten Sie einen Termin mit Ihrem behandelnden Arzt vereinbaren, um alle Eventualitäten abzuklären.

Welche Ursachen kann Vorhofflimmern haben?

Die Ursachen für Vorhofflimmern sind vielfältig, gehen jedoch häufig mit Begleiterkrankungen einher, die typisch für fortschreitendes Alter sind. Dazu zählen:

 
  • Bluthochdruck
  • Schwächen des Herzmuskels
  • Herzklappenfehler
  • Herzmuskelentzündungen 
  • Koronare Herzkrankheiten
  • Diabetes

Warum ist Vorhofflimmern gefährlich?

Vorhofflimmern wird vor allem dann gefährlich, wenn sich Blutgerinnsel im Vorhof bilden, die das Herz verlassen und andere Gefäße im Körper verstopfen. Dies kann in den Extremitäten, also Beinen oder Armen der Fall sein und dort Schmerzen verursachen.

Im schlimmsten Fall finden die Gerinnsel ihren Weg ins Gehirn und verursachen dort einen Schlaganfall. Patienten mit Vorhofflimmern haben ein fünffach erhöhtes Schlaganfallrisiko. Hinzu kommt das steigende Alter. Pro fünf Jahre Altersfortschritt erhöht sich das Risiko eines Schlaganfalls um weitere 20 bis 30%. 

Ein zusätzlicher Risikofaktor besteht in der Entwicklung einer Herzinsuffizienz, also einer verminderten Pumpfunktion des Herzens. Diese geht häufig mit einer geringeren Belastungsfähigkeit, einer schweren Atmung oder auch sogenannten Ödemen (Wassereinlagerungen im Gewebe) einher.

Bei diesen Folgeerkrankungen können zwar auch noch andere Ursachen wie Bluthochdruck eine Rolle spielen, jedoch ist ein kontinuierlich unregelmäßiger Herzrhythmus bei der Ursachenidentifikation nicht außer Acht zu lassen.3


Referenzen

1

In Anlehnung an die Darstellungen von: Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V., Deutsche Herzstiftung, Apothekenumschau

2

Medtronic eigene Darstellungen und Schätzungen

3

Atrial Fibrillation as an Independent Risk Factor for Stoke: The Framingham Study WOLF PA et al. Stroke 1991; 22:983-8