Beate aus dem CVG Connect.Me Team

60 Sekunden bis zum Beep - Wie unsere Nieren den Blutdruck beeinflussen

17.05.2019
Beate

Bluthochdruck ist Volkskrankheit Nr. 1. Wenn weder die Änderung des Lebensstils, noch Medikamente ausreichen, kann ein Eingriff, die sogenannte „Renale Denervierung“, eine ergänzende Behandlung sein. Beate erzählt uns heute im Blog von der ersten renalen Denervierung, bei der sie dabei sein durfte. 

Eine Herzensangelegenheit

Seit 2017 arbeite ich bei Medtronic im Teilbereich der interventionellen Kardiologie, also unserem Herzbereich. Weil mich das Herz schon immer fasziniert hat, freue ich mich, dass ich heute in meiner alltäglichen Arbeit mit dem Herz- und Gefäßsystem zu tun habe. 

Ich bin ein Teil des sogenannten Connect.Me Teams bei Medtronic im Bereich Herz und Gefäße. Dort berate ich Kunden telefonisch zu produktspezifischen Themen. Darunter fallen Stents, Katheter und eine Therapie, die Menschen mit zu hohem Blutdruck helfen kann, diesen besser zu kontrollieren.

Auf Herz und Nieren

Jemanden auf Herz und Nieren prüfen – bei uns ist das also wörtlich zu nehmen. Mit unseren Produkten behandeln wir in erster Linie Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und dazu zählt auch Bluthochdruck.  Jetzt fragt Ihr Euch mit Sicherheit, was das Herz und der Blutdruck nun mit unseren Nieren zu tun haben. 

Auch die Nieren nehmen Einfluss auf die Gesundheit unseres Herz-Kreislauf-Systems Überaktive Nerven an den Nierenarterien können dabei Bluthochdruck verursachen. In Deutschland ist Bluthochdruck die Volkskrankheit schlechthin. Ca. 20 bis 30 Millionen Bundesbürger sind betroffen – das entspricht in etwa jedem Dritten.

Arm eines Patienten mit Blutdruckmanschette.

Wenn weder die Änderung des Lebensstils, noch Medikamente ausreichen, kann ein Eingriff, die sogenannte „Renale Denervierung“, eine ergänzende Behandlung sein. Der Eingriff kann helfen den Blutdruck langfristig zu senken. Es verbleibt kein Implantat im Körper. Bei der Operation wird ein kleiner spiralförmiger Katheter über die Leiste in die Nierenarterie geführt. Mithilfe von vier Elektroden am Katheter wird anschließend sogenannte Radiofrequenzenergie an die Wände der Nierenarterien abgegeben. Die nahe der Arterien gelegenen Nerven können so teilweise deaktiviert werden, was zu einer Senkung des Blutdrucks führen kann.   

GRÜN, GRÜN, GRÜN SIND ALLE MEINE (OP-)KLEIDER 

Anfang dieses Jahres hatte ich die Möglichkeit zum ersten Mal einen solchen Eingriff gemeinsam mit meiner Kollegin Martina zu begleiten. Bei jeder Renalen Denervierung ist einer unserer Kollegen aus dem Außendienst anwesend. Die Eingriffe finden in einem Herzkatheterlabor statt.

Beate in ihrer OP-Kluft.

Da ich üblicherweise im Büro arbeite, war das Krankenhausumfeld eine sehr abwechslungsreiche Erfahrung für mich. Um den Bereich des Herzkatheterlabors betreten zu können, ist es notwendig OP-Kleidung anzulegen.

Dazu gehören ein grüner OP-Kasack und -Hose, sowie Clog-Schuhe, eine Haube, um die Haare abzudecken, und ein Mundschutz.

Es wird ernst

Am Morgen haben wir uns mit dem Team des Herzkatheterlabors zusammengesetzt und alle Abläufe des Tages besprochen. Für die Durchführung werden mehrere Produkte benötigt, die wir bereits im Vorfeld angeliefert haben.

Die wichtigsten Bestandteile sind der Spyral-Katheter (ein dünner, spiralförmige Katheter) und ein Generator. Der Katheter hat an seiner Spitze vier Elektroden, die während des Eingriffs die Energie abgeben. Der Generator erzeugt, misst und dokumentiert die Abgabe der Radiofrequenzenergie.

Spyral-Katheter zur renalen Denervierung bei Bluthochdruck

Und dann geht es los. Der Eingriff findet meist geplant und an einem festen Termin statt. Im Vorfeld wird die Prozedur mit den Patienten besprochen. Der heutige Patient wurde am Morgen in das HKL gebracht und vorbereitet. Eine Narkose ist nicht notwendig, nur die Einstichstelle wird örtlich betäubt. Der Arzt hat den Patienten darauf vorbereitet, dass der Generator nach der Aktivierung 60 Sekunden lang laute Pieptöne abgibt, die vollkommen normal sind.

Nachdem der Führungskatheter in der Nierenarterie platziert war, wurde der Spyral Katheter in die Nierenartiere vorgeschoben. Über eine Fernbedienung oder ein Fußpedal wird der Generator angesteuert und aktiviert. 

Mit dem ersten Beep beginnt die Abgabe der Radiofrequenzenergie über die Elektroden am Katheter.  Es war spannend zu sehen, wie Generator und Katheter ihre Arbeit machen, obwohl es von außen betrachtet eher unspektakulär ist, da alles im Körper stattfindet. Die letzten zehn Sekunden der Denervierung werden durch einen schnelleren Piepton angekündigt und dann – erste Runde geschafft!

Nachdem in beiden Nierengefäßen mehrere Stellen behandelt wurden, konnte der Eingriff nach etwa einer Stunde abgeschlossen werden. Und ich war um eine besondere Erfahrung reicher.

Medizinprodukteberater bei Medtronic

Medizinprodukteberater bei Medtronic durchlaufen während ihrer Einarbeitungsphase ein umfassendes Schulungsprogramm zu unseren Produkten und Therapien. Dazu zählen Online- und Präsenztrainings sowie verschiedene Tests, die absolviert und bestanden werden müssen. Im Rahmen dieser Einarbeitung nehmen die Mitarbeiter, so wie Beate bei der renalen Denervierung, auch an sogenannten Hospitationen teil. Dabei dürfen sie dem Arzt im OP über die Schulter schauen. 

Ihr seid interessiert an einem Job fürs Leben? In unserem Jobportal findet Ihr weitere Informationen zu den Karrrieremöglichkeiten bei Medtronic.