Medizintechnik einfach erklärt

Stent

Was ist ein peripherer Stent?

07.04.2015
Eva-Maria Ernst

Alles wieder im Fluss: Stents, kleine Gitterröhrchen aus Metall, wurden entwickelt, um verengte oder verschlossene Blutgefäße dauerhaft geöffnet zu halten, damit das Blut wieder an die Stellen im Körper fließt, an denen es gebraucht wird. Bekannt sind vor allem „Koronarstents“ für die Herzkranzgefäße. Unser Thema sind heute aber „periphere Stents“. Was sich dahinter verbirgt, schauen wir uns jetzt genauer an.
Die Gefäße, die den Körper außerhalb des Herzens mit Blut versorgen, heißen „periphere Gefäße“. Dazu gehören unter anderem die Oberschenkel-, Knie- und Unterschenkelarterien: Sie bringen das Blut in die Beine. Wenn diese Gefäße durch eine Arteriosklerose (Ablagerungen an der Gefäßwand) verengt oder verschlossen sind, kommt es zur „peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK)“. Für dieses Wortungetüm gibt es einen umgangssprachlichen Begriff, die „Schaufensterkrankheit“, der sich auf die Symptome der pAVK bezieht: Es kommt zu immer wiederkehrenden Schmerzen in den Beinen, der Patient bleibt ständig stehen. Dies erinnert an einen Schaufensterbummel – daher also Schaufensterkrankheit. Ungefähr fünf Millionen Menschen sind in Deutschland von dieser Erkrankung betroffen, vor allem Menschen mit Diabetes.
Wenn die pAVK voranschreitet, werden die Schmerzen stärker und die Gehstrecken kürzer, bis es sogar beim Sitzen oder Liegen zu Schmerzen kommt und sich schließlich Geschwüre an den Füßen bilden (der sogenannte „diabetische Fuß“). In diesem letzten Stadium der pAVK sind Zehen-, Fuß- oder Unterschenkelamputationen oft nicht mehr zu vermeiden.


Ballon-Dilatation mit einem Ballon-Katheter.

Damit es nicht so weit kommt, muss eine pAVK rechtzeitig behandelt werden. Ziel ist dabei immer, die Durchblutung zu verbessern und Schmerzen zu lindern. Und natürlich soll eine Amputation unbedingt vermieden werden!

Für welche Behandlung sich der Arzt entscheidet, hängt davon ab, wie schwer die pAVK ist. Am Anfang kann es schon ausreichen, den Lebensstil zu ändern und sich zum Beispiel mehr zu bewegen oder gesünder zu ernähren. Ist die Krankheit schon weiter fortgeschritten, kommt eine Ballon-Dilatation in Frage, mit anschließender Implantation eines peripheren Stents. Bei der Ballon-Dilatation wird minimal-invasiv (also ohne große Operation) ein Katheter in das verengte Gefäß eingeführt. Ist die verengte Stelle erreicht, wird ein auf dem Katheter befestigter Ballon, daher auch Ballon-Katheter, aufgeweitet. Der Ballon drückt die Ablagerungen an die Gefäßwand, das Blut kann wieder ungehindert fließen.

Peripherer Stent in Großaufnahme

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