Sie ist eine waschechte Düsseldorferin. Luzie Halm, die Großmutter unserer Kollegin Carolin, lebte 84 Jahre ihres bisherigen Lebens in Düsseldorf. Als Carolins Vater sagte, dass er mit seiner Familie vorhabe, aufs Land zu ziehen, dachte Luzie, er meine Düsseldorf Hamm. Als er dann sagte, es gehe nach Korschenbroich, stellte sie sich selbst erst einmal die Frage: Wo ist denn das? „Wir sind immer nur bis Neuss gekommen, aber noch nie weiter. Sehr lange bin ich dann mit der S-Bahn immer nach Korschenbroich gefahren, um die Enkelkinder zum Schwimmen oder in den Kindergarten zu bringen. Nur träumen lassen, dass ich da mal wohnen würde, hätte ich mir nicht“, erzählt die heute 88-Jährige. 

Selbständig, unabhängig und flexibel bleiben, das ist Luzie Halm besonders wichtig. Als ihr Schwiegersohn vorschlug, dass sie in die Seniorenresidenz in Korschenbroich ziehen könne, war sie deshalb zunächst skeptisch. „84 Jahre habe ich in Düsseldorf Bilk gewohnt. Das ist eine lange Zeit. Manchmal habe ich noch Sehnsucht nach dem Rhein. Und wenn mir jetzt danach ist, fahre ich immer noch hin.“ In Korschenbroich lebt sie sich gut ein und die im Alter von 15 Jahren begonnene Gymnastik, lässt sie sich auch dort mit 88 Jahren nicht nehmen und geht zu regelmäßigen Treffen. „Ich brauche Sport und Bewegung – nur zu Hause sitzen, ist nicht meine Sache“, erzählt Luzie.

Dass mit ihrem Herzen etwas nicht stimmt, bemerkt sie zunächst gar nicht so sehr. Zwar machen ihr die Sonne, Hitze oder Treppen immer etwas mehr zu schaffen als früher, aber man wird ja auch älter. Als es jedoch zu einem Zwischenfall während eines Familienbesuchs in Braunschweig kommt und Luzie eine Nacht auf der Intensivstation verbringt, begleitet Carolin ihre Großmutter zu weiteren kardiologischen Untersuchungen im Uniklinikum Düsseldorf. Luzies Aortenklappe ist verkalkt und undicht, wodurch das Herz das Blut nicht mehr richtig in den Körper pumpen kann. Die Ärzte raten zu einem Herzklappenersatz.

Carolin und Luzie beim Eis essen

 

 

Carolin hat ihre Oma zum Interview begleitet, in dem sie uns erzählt, wie die Operation verlaufen ist, wie schnell sie in ihren Alltag zurückfinden konnte und wie ihr Leben heute nach dem Eingriff aussieht.

Woran haben Sie gemerkt, dass etwas mit Ihrem Herz anders ist?

Luzie Halm: Am Anfang hat es in der Herzgegend hin und wieder mal gezwickt oder ich hatte Probleme dabei, Treppen zu laufen. Aber wie das so ist, habe ich mir zunächst nichts dabei gedacht und die Wehwehchen auf mein Alter geschoben. 

Schließlich war es so, dass ich Hitze und Sonne gar nicht mehr vertragen habe. Es wurde alles sehr anstrengend und ich war schnell müde und erschöpft, obwohl ich eigentlich gerne laufe. Bisher war ich immer sehr aktiv und bin auch noch zum Sport gegangen – das vermisse ich momentan sehr. Als ich meine Tochter in Braunschweig besuchte, ging es mir plötzlich gar nicht gut, weshalb meine Kinder dann den Krankenwagen riefen. Schließlich war ich eine Nacht zur Beobachtung auf der Intensivstation – mit einem wirklich unbequemen Bett. Dort stellte man dann einen sehr hohen Blutdruck und Unregelmäßigkeiten im Herzschlag fest. Nachdem ich entlassen wurde, hat sich meine Enkelin Carolin dann darum gekümmert, dass ich Termine für weitere Untersuchungen vereinbare. Wieder daheim in Korschenbroich ging es deshalb sehr bald ins Uniklinikum Düsseldorf. Man diagnostizierte eine Verkalkung der Herzklappe und empfahl mir, eine Herzklappenprothese zu implantieren. Ich entschloss mich, den Eingriff zeitnah durchführen zu lassen und bekam einen Termin für eine Operation. 

Wie ist der Eingriff verlaufen?

Luzie Halm:  Ein bisschen Angst hat man ja vorher immer, wenn man einen Eingriff am Herzen hat. Ich befürchtete, dass es ein größerer Eingriff werden könnte. Diese Angst wurde mir aber schnell genommen, als ich erfuhr, dass die Operation über einen kleinen Schnitt in der Leiste erfolgt. Eine Vollnarkose ist dabei auch nicht mehr nötig, sondern man bekommt eine örtliche Betäubung und ein Beruhigungsmittel. Vor dem Eingriff konnte ich alles sogar am Bildschirm mitverfolgen, was ich sehr interessant fand, aber dann bin ich eingeschlafen. Gemerkt habe ich vom Eingriff selbst deshalb nichts. 

Ist es Ihnen schwer gefallen, sich für den Eingriff zu entscheiden?

Luzie Halm:  Mein behandelnder Arzt sagte mir, dass ich auch noch zwei Jahre warten könnte, aber dadurch, dass ich immer so agil war und mir mein Sport sehr wichtig ist, habe ich mich entschieden, die Operation so schnell wie möglich machen zu lassen. „Wenn es sein muss, dann jetzt“, habe ich mir gedacht. Ich wollte mein normales Leben wieder weiterführen. Und die Vorstellung, so etwas aufzuschieben und das dann zwei Jahre vor der Brust zu haben, gefiel mir auch nicht. 

Man muss vertrauen. Ich habe die ganze Zeit Allen voll vertraut, die mich behandelt haben. Natürlich ist man nervös, wenn man in die sterile Umgebung eines Krankenhauses kommt und mir ist es auch schwergefallen, mich von meinen Lieben für die Zeit meines Aufenthalts zu verabschieden, da man aufgrund von Corona keinen Besuch erhalten konnte, aber ich habe darauf vertraut, dass es das Richtige für mich ist und ich danach wieder in ein aktives Leben zurückkehren kann. Es waren letztendlich auch nur vier Tage im Krankenhaus, an denen ich täglich mit meiner Familie telefoniert habe. Meine Zimmernachbarin war auch sehr nett, was es mir leicht gemacht hat.

Was ist nach dem Eingriff passiert? Wie schnell konnten Sie in Ihren Alltag zurückkehren?

Luzie Halm:  Man muss ein bisschen Willen haben, zu sagen: „So, da muss ich jetzt durch“, auch wenn man am ersten Tag beispielsweise noch ein bisschen müde ist. Samstags bin ich nach Hause gekommen und Sonntag saß ich schon mit Kaffee und Kuchen bei den Kindern. Dadurch, dass ich mich allein versorge und auch vorher viel Wert auf meine Fitness gelegt hatte, war ich sehr schnell wieder auf den Beinen und konnte wieder gut laufen. Ich freue mich schon, wenn meine Gymnastik-Kurse bald wieder stattfinden. Eine Reha Behandlung hatte ich nicht. 

Die Nachsorge der Wunde in der Leiste hat mein Hausarzt vorgenommen. Nach ca. drei Monaten hatte ich noch einen Nachsorgetermin im Uniklinikum Düsseldorf. Ansonsten bin ich ganz normal in Behandlung bei meinem Hausarzt.

Luzie im Garten

Haben Sie sich vor dem Eingriff über die Therapie informiert und wenn ja, wie?

Luzie Halm:  Ich habe mich an meinen behandelnden Arzt gewandt und diesen gefragt, was das Beste für mich ist. Carolin hat mir auch eine Broschüre mitgebracht, die ich dann lesen konnte. Das hat mir sehr geholfen, weil man mit einer ganz neuen Herausforderung konfrontiert ist. Dank des Informationsmaterials konnte ich sehen, dass ich nicht allein mit der Erkrankung bin.  Das hat mich sehr beruhigt. Man denkt sich ja am Anfang schon: „Ausgerechnet ich. Was passiert mir jetzt? Wo muss ich hin?“

Wie ist Ihr Leben heute nach dem Eingriff?

Luzie Halm: Dazu fällt mir die Geschichte mit meinem Hautarzt ein, zu dem ich immer noch selbst mit der S-Bahn nach Düsseldorf fahre. Bei meiner letzten Untersuchung bin ich vor ihm her zur Tür gelaufen. Auf einmal meinte er zu mir: „Dafür, dass Sie bald 90 werden, sind Sie aber noch flott.“ „Ich bin 88, was fällt dem Mann ein?“, habe ich mir in dem Moment gedacht. Ein bisschen empört war ich darüber schon, das sind ja noch zweieinhalb Jahre. Aber dann habe ich mich über das Kompliment gefreut. Wann bekommt man noch mal so eins von einem Arzt?

Mir ist es sehr wichtig, dass ich Termine wie diesen noch selbstständig organisieren und wahrnehmen kann. Meine Tochter meinte einmal zu mir, dass ich mir auch einen Arzt in der Nähe suchen könne, aber ich besuche gerne meine alte Heimat Düsseldorf. In der Nähe meines Arztes wohnt eine ehemalige Kollegin, die ich auf diesem Weg dann auch immer noch besuche. Natürlich kann man niemandem konkret zu etwas raten, weil jeder Mensch anders ist, aber ich bin sehr froh, diese Entscheidung getroffen zu haben und mein Leben wieder so aktiv gestalten zu können, wie ich es gerne möchte.

ÜBER DIE EVOLUT™ HERZKLAPPEN

Bei den EVOLUT™ Herzklappen handelt es sich um stabile und haltbare Herzklappen, deren Stützgeflecht sich sehr klein zusammenfalten lässt. Die Klappe selbst besteht aus natürlichem Gewebe. 

Sie wird im sogenannten TAVI-Verfahren eingesetzt. Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt, ob die TAVI-Therapie die richtige Behandlungsoption für Sie ist. Beim TAVI-Verfahren, der Transkatheter-Aortenklappenimplantation, wird der Brustkorb nicht geöffnet. Stattdessen wird die neue Herzklappe über einen Katheter eingeführt. Dieser Katheter, in dem sich die stark komprimierte Herzklappe befindet, wird zunächst im Leistenbereich eingeführt, bis zum Herzen vorgebracht und genau dort, wo sich die natürliche Herzklappe befindet, in Position gebracht. Nach dem Zurückziehen einer Hülle, entfaltet sich die neue Klappe an der richtigen Stelle. Die natürliche Herzklappe wird von ihr an die Wand gedrückt. Die neue Klappe übernimmt sofort ihre Funktion. Insgesamt dauert ein TAVI-Eingriff etwa ein bis zwei Stunden.

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