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Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen sind Abweichung der zeitlichen Folge bzw. Regelmäßigkeit der Herzaktion von der normalen Herzfrequenz.

Vereinzelte, unregelmäßige Herzschläge (Herzstolpern oder sogenannte Extrasystolen) können sowohl bei gesunden als auch bei kranken Menschen auftreten. Meist haben diese Extrasystolen bei Gesunden jedoch keinen Auswirkungen und treten relativ selten auf. Häufiger findet man sie bei Menschen mit vorgeschädigtem Herzen. Dann kann ohne vorherige Warnung bereits eine einzelne Extrasystole das Herz aus dem Takt bringen.
Verschiedene Erkrankungen oder Veränderungen am Herzen können zu Herzrhythmusstörungen führen. Diese können als zu langsamer Takt, Aussetzer oder aber als zu viele und zu schnelle Schläge pro Minute auftreten.

Diese können zu Beschwerden führen, wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Luftnot, Schwindel, Schmerzen in der Brust, Angstzuständen und in seltenen Fällen ist Bewusstlosigkeit die Folge. Herzrhythmusstörungen führen aber nicht immer zu Beschwerden.

Suchen Sie in jedem Fall einen Arzt auf, denn nur dort können mögliche Ursachen nach einer gründlichen Untersuchung erkannt werden.

Bei Ihrem Arzt erhalten Sie Aufschluss über Art, Ursache und Behandlungsmethoden von Herzrhythmusstörungen.

Vorhofarrhythmien

Viele Menschen leiden jedoch unter Herzrhythmusstörungen, entweder in den oberen Kammern des Herzens, den Vorhöfen, oder/und in den unteren Kammern des Herzens, den Ventrikeln.

Herzrhythmusstörungen

Die meisten Herzrhythmusstörungen haben jedoch ihren Ursprung in den Vorhöfen. Die zwei häufigsten Formen sind Vorhofflattern und Vorhofflimmern:

Bei Patienten mit Vorhofflattern sind die Kontraktionen des Herzens beschleunigt, jedoch noch regelmäßig. Die Frequenz im Vorhof erhöht sich auf 250 bis 400 Schläge in der Minute. Die ventrikuläre Frequenz, spürbar als Pulsfrequenz, liegt darunter und ist ebenfalls regelmäßig.

Unter Vorhofflimmern versteht man eine chaotische Kontraktion des Vorhofes verbunden mit einer beschleunigten Vorhoffrequenz, die sich auf 300 bis 600 Schläge in der Minute erhöhen kann. Die Pulsfrequenz liegt zwar darunter, kann aber zwischen 50 und 200 Schlägen in der Minute schwanken. Zu den typischen Symptomen gehören Herzrasen, Müdigkeit, Schwächegefühl, Schwindel oder/und Atemnot. Einige Menschen spüren jedoch trügerischerweise überhaupt keine Symptome. Weltweit leiden ungefähr 5,5 Millionen Menschen unter Vorhofflimmern, der damit am häufigsten auftretenden Form der Herzrhythmusstörung. Jährlich werden 720.000 neue Fälle diagnostiziert. Vorhofflimmern betrifft vorwiegend ältere Menschen, meist Männer. In 10 - 30% der Fälle tritt Vorhofflimmern ohne ersichtlichen Grund bei ansonsten kerngesunden Menschen auf. Meist geht die Rhythmusstörung jedoch mit hohem Blutdruck, einer Herzschwäche oder Lungenproblemen einher. Vorhofflimmern kann allerdings auch durch emotionale Belastungen oder den Genuß großer Mengen alkoholischer oder koffeinhaltiger Getränke verursacht werden.

Vorhofflimmern ist allein betrachtet nicht lebensbedrohlich, kann aber zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen führen. Patienten mit Vorhofflimmern haben ein fünffach erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall. Durch die ungenügende Pumpleistung des Herzens sammelt sich das Blut in den Vorhöfen, was zu einer Bildung von Blutgerinnseln führen kann. Löst sich ein solches Blutgerinnsel vom Herzen, kann es mit dem Blutstrom wandern und sich in einem Blutgefäß im Gehirn oder einem anderen Teil des Körpers festsetzen. Setzt sich das Blutgerinnsel im Gehirn fest und verstopft damit das Blutgefäß so, dass die Blutversorgung unterbrochen ist, spricht man von einem Schlaganfall. Zu den eher seltenen, aber u.a. auch mit Vorhofflimmern assoziierten Folgeerscheinung zählen Herzschwäche und Herzversagen bzw. der plötzliche Herztod.

Behandlungsmöglichkeiten bei Vorhofarrhythmien

Die Behandlung von Herzrhythmusstörungen im Vorhofbereich ist von verschiedenen individuellen Faktoren abhängig. So kann die Behandlung auf die Wiederherstellung und/oder Aufrechterhaltung des normalen Herzrhythmus, die Kontrolle der Herzfrequenz, die Kontrolle der Symptome oder auf die Verminderung des Schlaganfallrisikos abzielen.

Dementsprechend stehen dann eine Reihe von Behandlungsoptionen zur Verfügung:

Medikamentöse Behandlung

Antiarrhythmika (den Herzrhythmus regulierende Medikamente)
Momentan die Therapie der ersten Wahl bei Herzrhythmusstörungen. Es gibt viele verschiedene Medikamente, deren Einnahme meist im Krankenhaus beginnt, um eine optimale Dosis zu ermitteln und mögliche Nebenwirkungen zu kontrollieren. Neben einer begrenzten Effektivität können die Nebenwirkungen bei einigen Präparaten und dauerhafter Einnahme durchaus schwerwiegend sein - sehr selten kann die Medikamententherapie z.B. zu Hautverfärbungen bei Sonneneinstrahlung und im schlimmsten Fall sogar zur Blindheit führen.

Antikoagulantien (blutgerinnungshemmende/blutverdünnende Mittel, z.B. Aspirin)
Ziel dieser Therapie ist die Verhinderung von Blutgerinnseln in den Vorhöfen und damit die Vorbeugung eines Schlaganfalls.

Kardioversion (Elektroschocktherapie)

Unterschieden wird in externe und interne Kardioversion. Bei der externen Form wird ein elektrischer Schock mit hoher Energie über Elektroden auf der Brust oder auf Brust und Rücken an das Herz abgegeben. Dadurch wird Vorhofflimmern zu einem normalen Herzrhythmus umgewandelt. Die Behandlung erfolgt im Krankenhaus. Vor der Kardioversion erhält der Patient ein Mittel zur Entspannung oder zum Einschlafen. Häufig tritt Vorhofflimmern jedoch zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf, was die Wiederholung der Behandlung erfordert. Bei der internen Kardioversion wird ein elektrischer Impuls über weiche Drähte (Katheter), die zum Herzen führen, abgegeben. Dieses Verfahren kann bei Patienten eingesetzt werden, deren Vorhofflimmern durch externe Kardioversion nicht behoben werden konnte.

Ablationsverfahren (Verödungstechniken)

Bei diesem minimal-invasiven klinischen Verfahren werden herzerregungsleitende Strukturen durch elektrische Impulse, die über durch Venen ins Herz eingeführte weiche Drähte abgegeben werden, durchtrennt (verödet) und damit funktionsunfähig gemacht. Dieser aufwendige, bis zu zehn Stunden dauernde und kostenintensive Eingriff wird dann durchgeführt, wenn Vorhofrhythmusstörungen sehr häufig oder sogar permanent auftreten und dadurch besonders belastend für den Patienten sind oder wenn herkömmliche Therapieformen nicht angeschlagen sind. Nach diesem Verfahren haben die Patienten meist eine sehr niedrige Herzfrequenz, was die Implantation eines Schrittmachers erforderlich macht. Die Ablation kann zwar viele Symptome von Vorhofrhythmusstörungen effektiv lindern, die Vorhofarrhythmie selbst besteht jedoch weiterhin, weshalb auch zusätzlich blutverdünnende Medikamente eingenommen werden müssen.

Operative Behandlung

Die chirurgische Behandlung, genannt Maze-Verfahren, ist eine Operation am offenen Herzen. Sie wird hauptsächlich bei Patienten angewandt, deren Vorhofflimmern durch andere Behandlungsmöglichkeiten nicht kontrolliert werden konnte und die aus weiteren Gründen (Bypass, Herzklappenersatz) eine Operation am offenen Herzen benötigen. Bei diesem Verfahren werden zahlreiche Einschnitte in den Vorhöfen vorgenommen, um so irreleitende Strukturen zu unterbrechen und den normalen Rhythmus wiederherzustellen. Manchmal kann auch die Implantation eines Herzschrittmachers notwendig sein. Sie erfordert jedoch - wie alle Operationen am offenen Herzen - eine Vollnarkose und einen Krankenhausaufenthalt von mindestens einer Woche.

Implantierbare Stimulatoren

Als neue Behandlungsalternative gelten implantierbare Schrittmachersysteme, die Vorhofrhythmusstörungen schon in ihrer Entstehung erkennen und umgehend in einen normalen Rhythmus verwandeln können. Die Geräte variieren in ihrer Funktionsweise und Leistungsfähigkeit und wurden in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Das Vorhoftherapiegerät AT500 ist auch besonders für Menschen mit zu langsam schlagendem Herzen geeignet und kann parallel auftretende Rhythmusstörungen in Kammer und Vorhof gleichzeitig behandeln. Die Implantation von Herzschrittmachern ist in österreichischen Krankenhäusern heutzutage ein Routineeingriff von ca. 75 Min. Dauer. Die Geräte werden unter der Haut oberhalb der Brust implantiert und sind mit Elektroden verbunden, die durch die Venen ins Herz eingeführt werden. Implantierbare Therapiesysteme können auch als Ergänzung zu den oben beschriebenen Behandlungsformen eingesetzt werden.






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