Defibrillatoren Fragen & Antworten
Ist das Gerät zu spüren, wenn es implantiert
ist?
Kaum. Die ersten Geräte wurden aufgrund ihres Gewichtes
gelegentlich noch als Fremdkörper empfunden. Bei den neueren Geräten
wurde neben der Größe auch das Gewicht reduziert. Wenn die Operationswunde
verheilt ist, wird der PCD von den Patienten in aller Regel als Partner akzeptiert.
Kann ich Sport treiben?
Der PCD ist sehr robust. Er schränkt Ihren Aktionsradius
nicht ein. Im Gegenteil: Sie können sich wieder Dinge zutrauen, die Ihnen
vorher aufgrund Ihrer Erkrankung undenkbar erschienen. Sie können z.B.
wandern, radfahren und schwimmen. Vorsicht ist nur bei sportlichen Aktivitäten
geboten, bei denen es zu Schlägen auf die Brust kommen kann.
Wird das PCD-Gerät mein Herzleiden heilen?
Leider nein! Sie haben das Gerät gerade deshalb
erhalten, weil es keine Möglichkeit gibt, Ihr Leiden auszukurieren. Der
PCD kann Sie aber vor unangenehmen Nebenwirkungen Ihrer Grunderkrankung schützen
und Sie damit von Ängsten befreien, die bislang Ihren Alltag bestimmt haben.
Ist das Gerät unter der Kleidung sichtbar?
Nein. Bereits die ersten unter der Bauchhaut implantierten
Geräte ließen sich gut verstecken. Die Geräte sind in den letzten
Jahren immer kleiner geworden, so daß der PCD heute überwiegend im
Brustbereich implantiert wird.
Brauche ich meine Medikamente noch sobald ich das
Gerät habe?
Welche Medikamente Sie benötigen, muß Ihr
Kardiologe entscheiden. Setzen Sie niemals Medikamente auf eigene Faust ab!
In den meisten Fällen wird das PCD-Gerät aber das eine oder andere
Mittel überflüssig machen. Bei einigen Patienten wird das Gerät
eingesetzt, weil sie ihre Medikamente nicht vertragen haben. Wichtig ist auch,
daß Sie keine neuen Medikamente einnehmen, ohne vorher Ihren Kardiologen
zu fragen. Dies gilt auch, wenn andere Ärzte Ihnen etwas verschrieben haben.
Niemals sollten Sie Medikamente einnehmen, die Sie von anderen Patienten, auch
nicht von PCD-Trägern, erhalten haben.
Was spürt man bei einem "Schockerlebnis"?
Die Erfahrung eines elektrischen Schocks wird von Patienten
unterschiedlich beschrieben. Bewußt erlebte Schocks können lediglich
einen Schreck hervorrufen, der schnell vergeht. Sie können aber auch wie
ein mehr oder weniger kräftiger Stoß vor die Brust wirken. Gegenüber
dem Kammerflimmern und seinen Folgen ist dies jedoch immer das geringere Übel.
Kann es einer Person schaden, wenn sie mich berührt,
während das Gerät einen Impuls abgibt oder gerade abgegeben hat?
Nein! Durch die Schockabgabe des PCD-Gerätes sind
Sie nicht elektrisch geladen. Und wenn man Sie gerade zum Zeitpunkt der Impulsabgabe
berührt, Ihnen zum Beispiel die Hand hält, kann es vereinzelt zu einer
kleinen Muskelreaktion kommen, welche die Hand zusammenzucken läßt.
Dies geschieht jedoch nur aus Schreck und ist ein harmloses Zeichen dafür,
daß Ihr Gerät seine Aufgabe erfüllt.
Kann ich gefahrlos verreisen?
Ja! Mit dem PCD sollten Sie sich so frei wie möglich
bewegen. Auch Auslandsreisen sind möglich. Auf folgende Punkte sollten
Sie jedoch achten:
Informieren Sie sich, an welchen Arzt Sie sich im Notfall
wenden können. Ihr Hausarzt wird Ihnen bei der Vermittlung gerne helfen.
Wenn Sie länger als drei Monate verreisen, fällt
möglicherweise ein Nachuntersuchungstermin in Ihre Urlaubszeit. In diesem
Fall sollten Sie Ihren Kardiologen fragen, ob es die Möglichkeit gibt,
sich in der Nähe des Urlaubsortes von einem anderen Kardiologen untersuchen
zu lassen. Die Nachuntersuchungstermine sollten Sie unbedingt wahrnehmen.
Tragen Sie immer Ihren PCD-Patientenausweis bei sich.
Bewahren Sie ihn am besten zusammen mit dem Reisepaß auf.
Zeigen Sie Ihren PCD-Patientenausweis bei der Sicherheitskontrolle
am Flughafen vor, und lassen Sie sich nicht von einem Hand-Metalldetektor abtasten.
Wie lang ist die Funktionsdauer des Gerätes?
Das PCD-Gerät hält etwa drei bis fünf
Jahre, je nach Art und Menge der abgegebenen Therapien. Je weniger Therapien
das Gerät abgibt, desto länger ist im allgemeinen die Lebensdauer
der Batterie.
Woran erkennt der Arzt, wenn das Gerät ausgetauscht
werden muß?
Bei den Nachsorgeuntersuchungen überprüft der
Arzt, wieviel Energie noch in der Batterie ist. Bevor sich die Batterieleistung
erschöpft, veranlaßt der Arzt einen Termin zum Austausch des Gerätes.
Warum muß ich zu Nachsorgeuntersuchung, obwohl
das Gerät doch automatisch funktioniert?
Die Nachsorgeuntersuchungen sind sehr wichtig, denn nur
dadurch kann festgestellt werden, daß Ihr Gerät noch richtig funktioniert.
Während dieser Untersuchung prüft der Arzt die Batterie. Er sieht
nach, wie oft das Gerät seit der letzten Untersuchung Arrhythmien entdeckt
und behandelt hat. Er überwacht Ihre Medikamenteneinnahme, und er achtet
auf mögliche Wechselwirkungen mit dem PCD-Gerät. Wenn sich Ihr Gesundheitszustand
ändert, kann der Arzt das Gerät auch umprogrammieren, damit es die
Arrhythmien immer optimal behandeln kann.