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Herzschrittmacher Fragen & Antworten

Wenn die Implantation eines Herzschrittmachers bevorsteht oder bereits durchgeführt wurde, kann dies beim Patienten viele Fragen aufwerfen. Sie sind jedoch nicht alleine mit diesen Fragen - es gibt andere Patienten, die ebenfalls mehr zu diesem Thema wissen möchten. Die häufigsten dieser Fragen haben wir für Sie zusammengestellt und beantwortet. Die Konsultation eines Arztes kann und will dies jedoch nicht ersetzen.

Wann benötige ich einen Herzschrittmacher?

Was geschieht bei der Implantation eines Herzschrittmachers?

Wann muss ich meinen Schrittmacher vom Arzt kontrollieren lassen?

Wie lange hält ein Schrittmacher?

Woran erkenne ich, dass ein Austausch des Schrittmachers erforderlich ist?

Gibt es Einschränkungen beim Sport oder bei der Arbeit?

Kann der Schrittmacher den Puls unter körperlicher Belastung erhöhen?

Spüre ich meinen Herzschrittmacher?

Was muss ich im Umgang mit elektronischen und elektrischen Geräten beachten?

Darf ich mit dem Flugzeug verreisen?

Darf ich ein Mobiltelefon benutzen?

Wann benötige ich einen Herzschrittmacher?

Ein Herzschrittmacher wird erforderlich, wenn das Herz zu langsam schlägt. Im Alter und im Rahmen einer Reihe von Herzerkrankungen wächst die Wahrscheinlichkeit für eine solche Störung der Erregungsbildung oder -leitung am Herzen. Einige Patienten bemerken Symptome wie Müdigkeit, Schwindel, Bewusstlosigkeit oder ungewohnte Kurzatmigkeit bei körperlichen Belastungen, bei anderen Patienten fallen entsprechende Störungen zufällig bei einem Arztbesuch auf. Ob tatsächlich eine Notwendigkeit zur Implantation eines Herzschrittmachers besteht, entscheidet der Arzt nach einer eingehenden Untersuchung.

Was geschieht bei der Implantation eines Herzschrittmachers?

Nach verschiedenen Voruntersuchungen wie z.B. Langzeit-EKG, Belastungs-EKG und Ultraschall-Untersuchung des Herzens wurde ein für Sie geeigneter Herzschrittmachertyp herausgefunden. Die Implantation eines Herzschrittmachers zählt zu den kleineren Operationen, so können Sie nach nur wenigen Tagen bereits das Krankenhaus wieder verlassen. Bei einigen Patienten kann der Eingriff sogar ambulant vorgenommen werden. In aller Regel erfolgt die Implantation unter örtlicher Betäubung, eine Vollnarkose ist nicht erforderlich. Ernsthafte Komplikationen sind sehr selten, der Eingriff dauert normalerweise nicht länger als eine Stunde. Ein Schrittmachersystem besteht aus drei Hauptbestandteilen. Das Schrittmacher-Aggregat enthält einen "Mini-Computer" und eine Batterie und wird meistens unterhalb des rechten Schlüsselbeins unter der Haut implantiert. Die Elektroden werden durch eine Vene in das Herz eingeführt und dort an der Innenwand des Herzens befestigt. Die Elektroden übertragen die Stromimpulse vom Herzschrittmacher zum Herzen oder wenn Herzeigenaktivitäten vorliegen, vom Herzen zum Herzschrittmacher. Der Schrittmacher tritt nur in Funktion, wenn Ihr Herz zu langsam schlägt.

Wann muss ich meinen Schrittmacher vom Arzt kontrollieren lassen?

Etwa sechs Wochen nach der Implantation sollte die erste Nachuntersuchung erfolgen, danach sind Untersuchungen in halbjährlichen Abständen ausreichend. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind notwendig, damit Ihr Arzt die Funktion Ihres Herzschrittmachers genau beurteilen und frühzeitig Veränderungen Ihres Krankheitsbildes erkennen kann. Der Herzschrittmacher kann dann Ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend neu angepasst werden, um Ihnen die bestmögliche Therapie zu gewähren. Den Herzschrittmacherausweis, den der behandelnde Arzt zur Untersuchung benötigt, sollten Sie ohnehin immer bei sich tragen, damit Sie in der Situation eines Unfalls sofort entsprechend behandelt werden können.

Neben den bereits beschriebenen Untersuchungen sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, wenn Sie unter ungewöhnlich starkem Herzklopfen, Herzrasen oder Atembeschwerden leiden sowie einen unregelmäßigen Puls bei sich feststellen. Auch bei Schmerzen im Bereich der Implantationsstelle sollten Sie zu Ihrem Arzt gehen. Außerdem können auch ein Anschwellen der Beine, Arme oder Gelenke oder anhaltender Schluckauf Indizien dafür sein, dass Sie sich schnellst möglich untersuchen lassen sollten.

Im Rahmen einer Schrittmacherkontrolle erfolgt eine körperliche Untersuchung und die Ableitung eines EKG. Im Mittelpunkt steht die eingehende Analyse der Schrittmacherfunktion. Dazu wird ein Programmiergerät mit einem speziellen Programmierkopf verwendet, welcher von außen aufgelegt wird. Mit diesem Gerät ist es auch möglich, die Arbeitsweise des Schrittmachers optimal auf den Patienten abzustimmen.

Wie lange hält ein Schrittmacher?

Die Lebensdauer eines Schrittmachers hängt sehr stark von seiner Beanspruchung ab. Im Durchschnitt erfolgt ein Austausch nach sechs bis acht Jahren. Falls der Austausch des Schrittmachers notwendig wird, ist in aller Regel lediglich eine Erneuerung des Schrittmachers, nicht aber der Elektroden erforderlich.

Woran erkenne ich, dass ein Austausch des Schrittmachers erforderlich ist?

Die Angst vieler Patienten, der Herzschrittmacher könne plötzlich ausfallen, weil die Batterie leer ist, ist unbegründet. Bei den regelmäßigen Untersuchungen kann Ihr Arzt die Funktionsleistung und -dauer der Batterie Ihres Schrittmachers genau überprüfen. Sehr frühzeitig wird für den Arzt erkennbar, dass eine Batterieermüdung eingetreten ist. Der Schrittmacher arbeitet danach noch über einen Zeitraum von vielen Monaten störungsfrei weiter. Bevor die Leistungsfähigkeit der Batterie erschöpft ist, wird der Schrittmacher rechtzeitig ausgetauscht.

Gibt es Einschränkungen beim Sport oder bei der Arbeit?

Angesichts der Implantation eines Herzschrittmachers stellt sich vielen Patienten die Frage, ob es zu Beeinträchtigungen im Berufsleben oder bei sportlichen Aktivitäten kommen könnte. Die meisten dieser Sorgen sind unbegründet. Sie können mit einem richtig programmierten Schrittmacher mehr oder weniger ihr gewohntes Leben führen. Viele Patienten werden sogar durch die Schrittmachertherapie belastbarer als vorher.

In den ersten Wochen nach der Operation sollten Sie keine heftigen Arm- und Schulterbewegungen ausführen und in den ersten Monaten nach der Implantation größere körperliche Anstrengungen wie sportliche Betätigungen noch vermeiden. Nach dieser kleinen Schonzeit können Sie wieder Ihren gewohnten Aktivitäten nachgehen und Sport treiben. Lediglich bei der Ausübung bestimmter Sportarten könnten Schwierigkeiten auftauchen, Kampfsportarten sollten z.B. vermieden werden.

Die Sorge, durch die Implantation eines Herzschrittmachers arbeitsunfähig zu werden, ist unbegründet. Die meisten Patienten können nach der Operation direkt wieder arbeiten, Vorsicht geboten ist nur im Umgang mit bestimmten Geräten, beispielsweise mit Elektroschweißgeräten. Ihr behandelnder Arzt kann Ihnen Aufschluss darüber geben, bei welchen Werkzeugen oder Geräten es zu Beeinträchtigungen kommen kann.

Kann der Schrittmacher den Puls unter körperlicher Belastung erhöhen?

Einige Patienten können aus eigener Kraft den Puls unter Belastung nicht ausreichend steigern. In einem solchen Fall erfolgt heute oftmals die Implantation eines sogenannten "frequenzadaptiven Schrittmachers". Diese modernen Systeme erkennen über verschiedene Sensoren eine körperliche Belastung und passen die Herzfrequenz den Bedürfnissen des Patienten an. Eine solche Anpassung der Pulsfrequenz kann die Belastbarkeit vieler Patienten deutlich verbessern.

Spüre ich meinen Herzschrittmacher?

In der ersten Zeit nach der Implantation wird der Schrittmacher vereinzelt geringfügig bemerkt. Das ist nichts Ungewöhnliches und verschwindet im Laufe der Zeit fast immer vollständig. Herzschrittmacher verursachen keinerlei Geräusche.

Was muss ich im Umgang mit elektronischen und elektrischen Geräten beachten?

Häufig wird auch die Frage gestellt, ob und inwiefern der Umgang mit elektronischen und elektrischen Geräten die Funktion des Herzschrittmachers beeinträchtigen kann.

Herzschrittmacher können durch einwandfrei funktionierende Haushaltsgeräte nicht beschädigt werden, auch nicht durch Mikrowellengeräte.

Geräte mit starken elektromagnetischen Feldern, wie sie in Krankenhäusern verwendet werden, könnten die Funktion Ihres Schrittmachers beeinträchtigen. Wenn Sie zu Beginn des Krankenhausaufenthalts das Personal darüber informieren, dass Sie einen Herzschrittmacher tragen, können diese Risiken ausgeschlossen werden.

Vorübergehende Störungen Ihres Schrittmachers können in seltenen Fällen von elektronischen Warensicherungsanlagen ausgehen, wie sie in den Eingangsbereichen von Kaufhäusern zu finden sind. Sie sollten sich nicht zwischen den Säulen der Sicherungsanlagen oder in ihrer unmittelbaren Nähe aufhalten. Wenn Sie in der Mitte dieser Säulen hindurchgehen, sind in der Regel keine Beeinträchtigungen zu verspüren. Falls Ihnen doch schwindelig werden sollte oder sich Schwächeanzeichen bei Ihnen zeigen, sollten Sie sich von den Anlagen entfernen. Reicht dies nicht aus, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Darf ich mit dem Flugzeug verreisen?

Ja! Es ergeben sich auf Reisen für Sie grundsätzlich keine besonderen Beschränkungen. Beim Passieren eines Metall-Detektors auf Flughäfen kann dieser eventuell einen Alarm auslösen. Der Schrittmacher wird dadurch nicht beeinflusst. In einem solchen Fall zeigen Sie bitte einfach Ihren Schrittmacherausweis vor.

Darf ich ein Mobiltelefon benutzen?

Grundsätzlich kann eine Störung des Schrittmachers durch ein Handy nicht ausgeschlossen werden, ist jedoch durch den Einsatz von speziellen Filtern in neueren Schrittmachern eher ein theoretisches Risiko. Sie sollten bei der Benutzung eines Mobiltelefons möglichst das auf der entgegengesetzten Seite des Schrittmachers gelegene Ohr zum Telefonieren benutzen sowie das Handy nicht in der Brusttasche der Jacke tragen.


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