Weltweiter Zugang Zu medizinischer Versorgung

Gesundheitsversorgung und medizinische Leistungen sind in vielen Ländern auf der Welt vor allem eine Frage des Zugangs.

Zugang zu Gesundheitsversorgung als Grundrecht

Gesundheitsversorgung und medizinische Leistungen sind in vielen Ländern auf der Welt vor allem eine Frage des Zugangs. Der Zugang zu medizinischen Leistungen und die infrastrukturellen und organisatorischen Voraussetzungen müssen in vielen ärmeren und aufstrebenden Ländern meist ausgebaut oder überhaupt erst geschaffen werden. Aber auch wohlhabende Nationen sind mit dem Zugang zu Leistungen und dessen Herausforderungen befasst.

Medizinische Leistungen überhaupt zu erhalten, das ist für viele Menschen in ärmeren Ländern immer noch ein großes Problem. 400 Millionen1 Menschen haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung, andere müssen weite Wege und Strapazen auf sich nehmen, um eine Basisversorgung zu erhalten. Noch dazu müssen die Menschen in vielen Ländern für medizinische Leistungen selbst zahlen und können sich dies oft nicht leisten. Die wachsende Bevölkerung verschlimmert diese Situation noch und mühsam aufkeimender Wohlstand droht in Epidemien und Unterversorgung zu versanden.

In wohlhabenderen Ländern ist eine medizinische Infrastruktur oft schon seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten gegeben und vielfach bestehen Gesundheitssysteme, die Kosten ganz oder teilweise übernehmen und die Bürger dadurch entlasten. Den Systemen dieser Länder setzen vor allem der demographische Wandel und damit auch eine vermehrte und konstante Leistungsabforderung zu, und die Qualität droht auf der Strecke zu bleiben.

Medtronic sieht Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung als ein Grundrecht aller Menschen an und versucht, mit seinen Produkten und Technologien diesen Zugang zu erleichtern.

Programme in aufstrebenden Märkten

So ist Medtronic weltweit in vielen Ländern engagiert, um dort durch moderne Technologien und effiziente Screening-Programme den Zugang zu angemessener Gesundheitsversorgung zu erleichtern. Besonders aufstrebende Märkte wollen sich behaupten und nachhaltige, hochwertige und kosteneffiziente Gesundheitssysteme etablieren. Auch ein Umdenken von akuter Erstversorgung zu Prävention und eine Stärkung der Primärmedizin können der Bevölkerung in Entwicklungs- und Schwellenländern effektiven Zugang zu einer besseren Gesundheitsversorgung geben. Ansätze sind etwa bessere Schulung der Ärzte, Aufklärung der Bevölkerung oder (telemedizinische) Zusammenarbeit von Sozialarbeitern mit medizinischen Zentren. 

In Indien, Brasilien und China verhilft Medtronic mit besonderen Modellen und Programmen erfolgreich vielen Menschen zu medizinischer Versorgung.

Zugang in Deutschland: Eine Frage von Qualität und Erstattung

Deutschland hat eines der besten Gesundheitssysteme weltweit, mit guten Therapien, freier Arztwahl und kürzerer Wartezeit auf Arzttermine als in Nachbarländern.2 Jedoch wird hier die Frage des Zugangs immer mehr eine Frage von gleichmäßiger Qualität und von Kosten.

 Haben alle Bürger Zugang zu den gleichen hochwertigen medizinischen Leistungen und stehen die besten Behandlungsoptionen überhaupt zur Verfügung? Dies sind weniger infrastrukturelle Fragen, als Fragen der Zulassung und Erstattung. In Deutschland regeln Kostenträger, Institutionen und Leistungserbringer unabhängig vom Patienten die Versorgung. Da Bürger nicht standardmäßig für zusätzliche medizinische Leistungen zahlen und diese nur in bestimmten Fällen „upgraden“ können, sind sie auf die Budgets der Institutionen und die von ihnen getroffene Auswahl an Behandlungsmöglichkeiten angewiesen. Die Bezahlung durch die Kostenträger steuert die Auswahl der Therapien innerhalb dieses Systems. Dies führte zum Beispiel dazu, dass bereits einige ausländische Pharmahersteller ihre neuen Medikamente aufgrund der Kostenerstattungvom deutschen Markt zurückgezogen haben3. Auch differiert bei gleicher Kostenerstattung die Qualität der Versorgung oft von Krankenhaus zu Krankenhaus und ist schwer zu messen. In Deutschland hat man bereits begonnen Institutionen zu schaffen, die Therapien und Krankenhäuser nach Value-Based-Healthcare-Kriterien auf ihre Effektivität und Qualität überprüfen und damit ihren Patientennutzen bewerten.

Demographischer und struktureller Wandel auf dem Land

Ein weiteres, stetig größer werdendes Problem ist bei der Primärversorgung neben dem demographischen auch der strukturelle Wandel in Deutschland. Dies hat vor allem mit zu wenigen Ärzten, dem vermeintlich unattraktiven Berufs des Hausarztes und der Landflucht aus strukturschwachen Regionen zu tun. 

Immer mehr Hausarztpraxen überaltern, jedes Jahr müssen 2200 schließen und jede zweite findet keinen Nachfolger mehr4. Als Folge fehlen hunderte Praxen in der Landversorgung, rund 2600 Praxen sind unbesetzt und die Bevölkerung muss immer weitere Wege in Kauf nehmen5. Für ältere, chronisch kranke Menschen sind die Wege ein Problem: „Wir wissen, dass die demographische Entwicklung dazu führt, dass wir mehr Bedarf an ärztlichen Leistungen haben und im Grunde genommen müssten wir eigentlich mehr Ärzte im System haben als bisher,“ sagt Stephan Brune, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung im Bezirk Stade. „Zurzeit ist es eben so, die Bevölkerung wird kränker, braucht mehr Ärzte und die Anzahl der Ärzte ist eher rückläufig."6Hier gibt es Ansätze, wie durch fahrende Arztmobile, weitergebildete Krankenschwestern und auch durch Telemedizin wieder einfacherer Zugang zu ärztlicher Versorgung für alle geschaffen werden kann. Um dies zu fördern und zu regeln, wurde 2016 vom Bundesministerium für Gesundheit das E-Health-Gesetz beschlossenund es gibt bereits viele regionale Projekte für telemedizinische Versorgung.8,9

Effektive Weiterbildung als Schlüssel

Auf diesem Gebiet engagiert sich Medtronic mit seinen Fortbildungsprogrammen für Ärzte. Das neu entwickelte Programm "Impact - Outcome-based Learning" orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen und Vorkenntnissen der Ärzte und lässt modulare statt lineare Fortbildungen zu. Impact soll effektiv neues Wissen vermitteln und gleichzeitig Zeit und Ressourcen sparen.

Die Varianten der Gesundheitssysteme und der Voraussetzungen zeigen, dass es weltweit ganz unterschiedliche Zugangsbarrieren und Herausforderungen gibt. Medtronic als Unternehmen kann sich zwar engagieren, aber alleine keinen Wandel in der Versorgung bewirken. Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit verschiedenen Stakeholdern – die das Motto „Further, Together“ für sich übernehmen und mit umsetzen – hat das Potential, den Zugang zur Gesundheitsversorgung und die Patientenergebnisse in der Welt verbessern.