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Balance Biosurface

Balance Biosurface

Balance® Biosurface sorgt für reduzierte Thrombozyten-Aktivierung und -Adhäsion und bewahrt die Thrombozytenfunktion durch heparinfreie Beschichtung.

Überblick

Balance® Biosurface ist eine hydrophile, heparinfreie Polymerbeschichtung für kardiopulmonale Bypasskreisläufe. Die Beschichtung sorgt für reduzierte Thrombozyten-Aktivierung und -Adhäsion und bewahrt die Thrombozytenfunktion. Balance Biosurface steht für das Engagement von Medtronic für Perfusionslösungen und erweitert die Möglichkeiten von Herz-Kreislauf-Chirurgieteams, umfassende Strategien für die bestmöglichen Patientenergebnisse bei einem kardiopulmonalen Bypass zu nutzen.

Hydrophile Polymerbeschichtung ohne Heparin

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Balance® ist ein eingetragenes Warenzeichen von Medtronic, das mit Einverständnis von BioInteractions, Limited, Großbritannien, verwendet wird.
siehe untenstehende Grafik.

Balance Biosurface Functional Platelets Chart - Balance Coated vs Uncoated

Vergleich zwischen Balance-beschichtetem und unbeschichtetem Bench-Test des Prozentsatzes der Blutplättchen, die mit Hilfe von Adenosindiphosphat (ADP @ 20 µM) aktiviert wurden, indem man heparinisiertes menschliches Blut zirkulieren ließ. Balance Biosurface wird mit einem größeren Prozentsatz funktionaler Blutplättchen in Verbindung gebracht. (‡ p < 0.02 at 10, 30, 60 und 120 Minuten).


Hinweis: Ein striktes Antikoagulationsprotokoll sollte befolgt und die Antikoagulation routinemäßig bei allen Eingriffen überwacht werden. Die Vorteile extrakorporaler Unterstützung müssen gegen die Risiken einer systematischen Antikoagulation abgewogen und vom behandelnden Arzt entsprechend eingeschätzt werden.

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Warum nutzen?

Warum nutzen?

Warum biokompatible Oberflächen für extrakorporale Kreisläufe nutzen?

Blut ist naturgemäß mit Gefäßendothel, nicht künstlichen Oberflächen, kompatibel.

  • Blut ist mit dem gesunden Gefäßendothel kompatibel, einer einzelnen Zellschicht, mit der alle Blutgefäße und das Herz ausgekleidet sind.
  • Das Endothel spielt eine aktive biologische Rolle bei dem Erhalt der Hämostase zwischen den diversen Abwehrsystemen des Körpers und erhält zugleich die Abwehrbereitschaft aufrecht und vermeidet die Auslöser ungünstiger Reaktionen.1,2
  • Die Oberflächen des Endothels, die mit Blut in Kontakt kommen, sind stark negativ aufgeladen. Diese Eigenschaft kann die negativ geladenen Thrombozyten abstoßen und so die hämostatische Reaktion begrenzen.3

Blut erkennt, dass die Oberflächen eines extrakorporalen Kreislaufs „fremd“ sind, wodurch Gerinnung und Entzündungsereignisse ausgelöst werden, die die Patientenergebnisse verschlechtern können.

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Reaktionen auf Blut-Material-Kontakt

  • Innerhalb von Sekunden eines Kontakts zwischen Blut und einer künstlichen Oberfläche läuft eine schnelle Adsorption von Blutproteinen an die Oberfläche des Fremdmaterials ab.4
  • Die Adsorption an eine Oberfläche kann zur Denaturierung von Protein wie die Denaturierung von adsorbiertem Fibrinogen führen und schließlich eine Aktivierung der proteolytischen Plasmasysteme verursachen.1 Darauffolgende Ereignisse einschließlich der Zelladhäsion werden von der adsorbierten Proteinschicht vermittelt.1
  • Die geformten Elemente und andere spezifische Proteingruppen im Blut, die mit den Abwehrsystemen des Körpers in Verbindung stehen, können daraufhin mit dem Material und seiner neuen Proteinschicht interagieren.1,2
  • Schließlich können sich die biologischen Reaktionen in Zusammenhang mit den Abwehrsystemen auf Herz, Lunge, Gehirn und andere Organe auswirken und zu dem sogenannten „systemischen inflammatorischen Response-Syndrom“ führen. 5

Biokompatible Oberflächenbeschichtungen für extrakorporale Kreisläufe von Medtronic bilden wichtige Eigenschaften des Gefäßendothels nach.

  • Diese Beschichtungen mindern die Fremdkörperreaktion, die auftritt, wenn Blut mit fremden Oberflächen in Kontakt kommt.
  • Weltweit übernehmen führende Herz-Kreislauf-Chirurgieteams die von Medtronic angebotenen Beschichtungen als wichtigen Bestandteil einer umfassenden, multimodalen Strategie zur Erzielung der bestmöglichen Ergebnisse für Patienten, die einen extrakorporalen Kreislauf durchlaufen.

Warnhinweise: Ein striktes Antikoagulationsprotokoll sollte befolgt und die Antikoagulation routinemäßig bei allen Eingriffen überwacht werden. Die Vorteile extrakorporaler Unterstützung müssen gegen die Risiken einer systematischen Antikoagulation abgewogen und vom behandelnden Arzt entsprechend eingeschätzt werden.

Literatur

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3

Coleman RW, Clowes AW, George JN, Hirsh J, Marder V. Overview of Hemostasis. In: Coleman RW, Clowes AW, George JN, Hirsh J, Marder V, eds. Hemostasis and thrombosis: Basic principles and practice, 4th ed. Philadelphia: Lippincott Williams & Wilkins, 2001:3-16.

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Charef S, et al. Heparin-like functionalized polymer surfaces: discrimination between catalytic and adsorption processes during the course of thrombin inhibition. Biomaterials 1996;17:903-912.

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Han DK, et al. Heparin-like anticoagulant activity of sulphonated poly(ethelene oxide) and sulphonated poly(ethylene oxide)-grafted polyurethane. Biomaterials 1995;16:467-471.

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Santerre JP, et al. Effect of sulfonation of segmented polyurethanes on the transient adsorption of fibrinogen from plasma: possible correlation with anticoagulant behaviour. J Biomed Mater Res 1992;26:39-57.