Eckdaten


partner

St. Antonius Heart Center , Nieuwegein, the Netherlands 

Herausforderung

Das Herzzentrum des St. Antonius Krankenhauses konzentrierte sich im Rahmen seiner langfristigen Strategie auf den nachhaltigen Einsatz von Ressourcen. Ziel war es, klimaneutral zu werden und eine Gesundheitsversorgung mit maximaler Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen – durch reduzierten Verbrauch, nachhaltige Beschaffung und Recycling von Abfällen. Allerdings gab es weder eine bestehende Methodik zur Ermittlung des CO₂-Fußabdrucks noch geeignete Governance-Strukturen, um neue Arbeitsweisen systematisch zu etablieren und zu steuern.

Lösung

Medtronic IHS arbeitete gemeinsam mit einem multidisziplinären Team des Herzzentrums daran, zunächst eine Ausgangsbasis für den CO₂-Fußabdruck und weitere Nachhaltigkeitskennzahlen zu schaffen. Darauf aufbauend wurde eine umsetzbare Nachhaltigkeits-Roadmap entwickelt, die sämtliche geplanten Initiativen umfasst. Zusätzlich wurden ein umfassendes Rahmenwerk sowie ein Nachhaltigkeits-Dashboard eingeführt, um Fortschritte zu messen, nachzuverfolgen und transparent zu berichten. Zur Förderung von Zusammenarbeit und Innovation wurde außerdem ein Green Team gegründet, das Vertreter aller Abteilungen und Funktionen des Herzzentrums zusammenbringt.

Potenzielle CO₂-Reduktion (Jahr 1)
CO₂-Reduktion nach wenigen Wochen

Verringerung von Materialverschwendung bei Cath-Lab-Paketen


Der Gesundheitssektor trägt weltweit erheblich zu CO₂-Emissionen bei und ist für etwa 4,4 % der globalen Emissionen verantwortlich. Im Einklang mit den Pariser Klimazielen streben die Niederlande eine Reduktion der CO₂-Emissionen um 49 % bis 2030 an. Auch der Gesundheitssektor muss einen entscheidenden Beitrag zu diesem Ziel leisten. 

Das St. Antonius Krankenhaus verfolgt in seiner langfristigen Strategie einen klaren Fokus auf den nachhaltigen Einsatz von Ressourcen und Mitarbeitenden. Ziel ist es, 

  • klimaneutral zu werden 

  • eine möglichst zirkuläre Gesundheitsversorgung umzusetzen (reduzierter Verbrauch, nachhaltige Beschaffung, Recycling) 

Vor diesem Hintergrund strebte das Herzzentrum an, eine Vorreiterrolle im Übergang zu nachhaltiger Gesundheitsversorgung einzunehmen. Trotz großer Motivation innerhalb der Organisation fehlten jedoch wesentliche Voraussetzungen: 

  • keine Methodik zur Messung des CO₂-Fußabdrucks 

  • begrenzte Transparenz über Einsparpotenziale 

  • keine klaren Strukturen oder Governance für die Umsetzung 



Das Herzzentrum arbeitete gemeinsam mit seinem langjährigen Partner Medtronic Integrated Health Solutions (IHS) an der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie. Ein multidisziplinäres Team aus Abteilungsleitungen, Pflegekräften und Kardiolog:innen arbeitete eng mit IHS-Berater:innen und Expert:innen zusammen. Zentrale Maßnahmen:

CO₂-Baseline-Analyse

  • Ermittlung des CO₂-Fußabdrucks über verschiedene Faktoren hinweg: 

  • Energie- und Ressourcennutzung

  • Patienten- und Mitarbeitermobilität

  • Abfallmanagement

  • Berücksichtigung aller patientenbezogenen Aktivitäten in: 

  • Katheterlaboren

  • stationären kardiologischen Abteilungen

  • ambulanten Einrichtungen

Benchmarking & Best Practices

  • Analyse marktüblicher Ansätze

  • Entwicklung eines strukturierten, umsetzbaren Maßnahmenplans

Nachhaltigkeits-Roadmap

  • Definition konkreter Initiativen für das erste Jahr

  • Priorisierung nach Wirkung und Umsetzbarkeit

Governance & Monitoring

  • Einführung eines umfassenden Steuerungsrahmens

  • Entwicklung eines Nachhaltigkeits-Dashboards zur Messung und Nachverfolgung von Fortschritten

Green Team

  • Aufbau eines interdisziplinären Nachhaltigkeitsteams

  • Förderung von Zusammenarbeit und Innovation im gesamten Herzzentrum



Über das St. Antonius Herzzentrum

  • Führend in Kardiologie und Herzchirurgie

  • Mehr als 10.000 Kathetereingriffe pro Jahr

  • Über 1.500 Herzoperationen jährlich

  • Mehr als 300 Mitarbeitende (FTE) 




Das Team identifizierte für das erste Jahr ein potenzielles CO₂-Reduktionspotenzial von 8,5 %. Dies entspricht ungefähr den CO₂-Emissionen von 180 Hin- und Rückfahrten mit einem benzinbetriebenen Pkw zwischen Amsterdam und Barcelona. Die detaillierte Wirkungsabschätzung der Maßnahmen zeigte, dass die Reduzierung von Fahr- und Reisebewegungen den größten Beitrag zur möglichen Emissionsminderung leistet (ca. 6 % des gesamten CO₂-Fußabdrucks), beispielsweise durch die verstärkte Durchführung ambulanter Konsultationen auf digitalem Weg.

St. Antonius und das Medtronic IHS-Team haben zudem bei Projekten zur Terminplanung und Ressourcensteuerung zusammengearbeitet, um dieses Ziel zu unterstützen. Die Planungs- und Scheduling-Lösung erhöht die Anzahl telefonischer Konsultationen, um Ressourcen effizienter zu nutzen und Reisebewegungen zu reduzieren. Bereits wenige Wochen nach dem Start des Nachhaltigkeitsprojekts konnte das Herzzentrum eine CO₂-Einsparung von 5,8 Tonnen erzielen (0,5 % des gesamten CO₂-Fußabdrucks). Einer der ersten schnellen Erfolge bestand darin, ungenutzte OP-Abdecktücher aus den standardisierten Cath-Lab-Verfahrenspaketen zu entfernen, die zuvor bei mehr als 1.600 Eingriffen pro Jahr enthalten waren.

Obwohl dies nicht das Hauptziel des Programms war, kann die Nachhaltigkeitsinitiative auch zu Kostensenkungen führen, da der Energie- und Materialverbrauch zurückgeht. Darüber hinaus wurden eine deutlich höhere Mitarbeiterbindung sowie eine gesteigerte Attraktivität als Arbeitgeber festgestellt.

„Es wird für Menschen immer wichtiger, für Organisationen zu arbeiten, deren Werte mit ihren eigenen übereinstimmen“, sagte Hildelies van Oel, Leiterin der Koronarstation.

„Unsere Arbeit in diesem Bereich unterstützt unsere Rekrutierungsbemühungen spürbar – gerade in einer Zeit, in der viele Krankenhäuser mit Personalmangel zu kämpfen haben.“


abstract

8.5%

potenzielle CO2-Reduktion im ersten Jahr

abstract

5.8 tons

CO₂ -Reduktion wenige Wochen nach Start des Nachhaltigkeitsprojekts


Die Nachhaltigkeitsanalyse war entscheidend, um unser Reduktionsprogramm zu starten und unseren CO₂-Fußabdruck besser zu verstehen. Dieses Programm wirkt sich nicht nur positiv auf die Umwelt aus, sondern verbessert auch die Patientenversorgung und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden”

— Marc van Manen, Leitung Kardiologie


Die Analyse hat nicht nur großes Verbesserungspotenzial aufgezeigt, sondern motiviert mich auch, kontinuierlich innovative Wege zu einer nachhaltigeren Gesundheitsversorgung zu suchen.”

— Anoek Kriekaard, Pflegekraft Kardiologie



Unsere Erfolgsgeschichten


Erasmus Medical Center main buidling

Optimierung der Produktivität des Kardio-Thorax-Zentrums im Erasmus Medical Center

Ein großes Niederländisches Krankenhaus konnte in nur 3 Monaten 26% mehr Patienten behandeln was einem geschatztes Wertzuwachs von 800.000 Dollar entspricht.

Imperial College Hospital main building.

Kostenreduktion und verbesserte Startzeiten für den Imperial College Healthcare NHS Trust

Wir haben Imperial geholfen, seine Einkaufsmacht zu nutzen und Abfall zu reduzieren, um mehr als 500.000 Pfund einzusparen

Maastricht University Medical Centre  main building

IHS unterstützt das MUMC+ dabei, Ressourcen zu optimieren, das Personal zu befähigen und einen Mehrwert von 2,5 Millionen Dollar zu erzielen.

Während unserer Partnerschaft mit dem Universitätsklinikum Maastricht (MUMC+) haben wir die Absagen von offenen Herzoperationen um 70 % reduziert, die Kapazität um 20 % erhöht und die Verweildauer von CRT-Patienten um 33 % verkürzt.


Sources:

1. Health care without harm – Health care’s climate footprint – green paper nr. https://noharm-global.org/sites/default/files/documents files/5961/HealthCaresClimateFootprint_092319.pdf

2. The Netherlands Government Climate Policy: https://www.government.nl/topics/climate-change/climate-policy