Mädchen mit Muschel am Ohr

Transkutanes Knochenleitungs- hörsystem

für Menschen mit Hörverlust

Was ist ein transkutanes Knochenleitungshörsystem?

Das transkutane Knochenleitungshörsystem Sophono® ALPHA 2 MPO mit flachem Profil (kurz „Sophono“), basiert auf der natürlichen Fähigkeit des Körpers, Schallwellen über den Knochen zu übermitteln.1 Das System wird auch BAHS (Bone anchored Hearing System) oder BAHA (Bone anchored Hearing Aid) geannt.

Das Sophono System besteht aus einem Implantat (2,6 mm dünnen Titanplatten), das unter der Haut hinter dem Ohr implantiert und mit vier winzigen Schrauben am Schädelknochen fixiert wird. Das eigentliche Hörgerät, der Prozessor, wird durch eine Magnetplatte auf der Haut gehalten und kann durch das Haar verdeckt werden.

Der Prozessor (siehe Abbildung) greift Schallwellen auf, wandelt sie in Schwingungen um und schickt sie über den Schädelknochen an die Gehörschnecke (Cochlea) im Innenohr. Ab dort erfolgt das Hören wie bei gesunden Menschen: Die Schallwellen erzeugen bioelektrische Impulse, die der Hörnerv an das Gehirn weiterleitet, wo die Impulse verarbeitet werden.

Testphase

Das Sophono-System lässt sich bequem vorab für rund vier Wochen austesten, denn in der Erprobungsphase wird der Prozessor mit einem Stirnband hinter dem Ohr befestigt. 

Wie läuft der Eingriff ab?

In einem kurzen operativen Eingriff setzen die Chirurgen das Implantat unter die Haut und fixieren die jeweiligen Enden mit vier winzigen Schrauben im Felsenbein. Nach rund einer Stunde ist die Operation, die sehr viel Feinarbeit erfordert, vorbei.


Das Implantat wird mit vier winzigen Schrauben im Felsenbein verankert. Es ist 4 cm lang, 1 cm breit und 2,6 mm dick.

Die Programmierung des Schallprozessors

Das eigentliche Hörgerät, der Prozessor, wird beim Hörgeräteakustiker genau auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten angepasst. Dabei geht es zunächst um die Programmierung der Frequenzbereiche, der hohen und tiefen Töne. Des Weiteren wird eine Magnetplatte (siehe Abbildung) in einer passenden Stärke für den Patienten ausgesucht, über diese der Prozessor am Kopf des Patienten gehalten wird. Im Alltag ist in der Regel ein Newton ausreichend, treibt der Patient Sport, kann die Magnetkraft allerdings auch höher sein. Das externe Hörgerät ist jederzeit einfach zu platzieren und abnehmbar.

Nach der Erstanpassung ist normalerweise noch ein Folgetermin notwendig, um die individuelle Programmierung abzuschließen.

Das Knochenleitungshörsystem Sophono ist für Patienten mit Schallleitungshörverlust, kombiniertem Hörverlust oder einseitiger Taubheit geeignet.


Quelle

1

Sophono Scientific White Paper: Transcutaneous Energy Transfer by Bone Conductors through the Skin 29 September 2013