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Renale Denervation

Bluthochdruck

Die Renale Denervation

Spricht man von der „Renalen Denervation“, so bedeutet dies wörtlich die „Durchtrennung der renalen (Nieren)-Nerven“. Bei der Regulierung des Blutdrucks spielt das sympathische Nervensystem eine entscheidende Rolle. Normalerweise sollte das System in Ruhesituationen wenig aktiv sein, jedoch haben Menschen mit Hypertonie in der Regel überaktive renale Nerven – eine Erkrankung, die nicht nur den Blutdruck erhöht, sondern auch zur Schädigung von Herz, Nieren und Blutgefäßen beiträgt.

Die Renale Denervation ist ein minimal invasives Verfahren, bei dem die überaktiven Nervenstränge des sympathischen Nervensystems verödet und somit selektiv deaktiviert werden können. Als Folge kann es in der Niere zu einer verringerten Bildung von blutdrucksteigernden Hormonen kommen und dadurch kann bei vielen Patienten eine Blutdrucksenkung gelingen. Bei einer ausreichend guten Blutdruckreduktion ist es gegebenenfalls möglich, auf einen Teil der Blutdruckmedikamente zu verzichten. Eine Anpassung der medikamentösen Therapie ist nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt vorzunehmen. Jedoch ist die Einsparung von Medikamenten nicht das primäre Ziel der Renalen Denervation, sondern es geht um eine gute Einstellung des zuvor therapieresistenten Blutdrucks und der Senkung von Risiken wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche (Herzinsuffizienz), Nierenerkrankungen und Tod.

Der Erfolg der Renalen Denervation kann unterschiedlich sein. Bei einer erfolgreichen Behandlung können Patienten nach dem Eingriff eine Senkung des Blutdrucks innerhalb der ersten Monate erfahren. Nach Angaben der Deutschen Hochdruckliga schlägt die Therapie bei einigen Patienten nicht an, so dass es zu keiner Blutdrucksenkung kommt.1

Je nach Krankengeschichte, Testergebnissen und Symptomen entscheidet Ihr Hausarzt zusammen mit Bluthochdruckexperten sowie einer spezialisierten Klinik, ob eine Therapie der Renalen Denervation mit dem Symplicity-System als Behandlungsoption für Sie geeignet ist.

Das Symplicity-System für die Renale Denervation

Das Medtronic Symplicity -System für die Renale Denervation besteht aus einem kleinen steuerbaren Behandlungskatheter – dem Symplicity Katheter und einem Generator, der die Abgabe von Radiofrequenz (RF) -Energie automatisch regelt. Der Generator ist über ein Kabel mit dem Katheter verbunden und kontrolliert die RF-Energieabgabe mittels eines speziellen Algorithmus.

Der Symplicity Spyral Katheter

Symplicity Spyral

Symplicity Spyral Katheter für die Renale Denervation

Der Symplicity Spyral Katheter wird über die Oberschenkelarterie in der Leiste eingeführt und durch die Nierenarterie in die Nähe der jeweiligen Niere vorgeschoben. Sobald sich der Katheter in der richtigen Position befindet, wird über Elektroden am Katheter in der Nierenarterie Radiofrequenz-Energie abgegeben, um die Nerven zu veröden, die entlang der Arterienwand verlaufen. Durch die Denervation der Nieren-Nerven kann die Überaktivität des sympathischen Nervensystems herabgesetzt und infolgedessen eine Blutdrucksenkung erzielt werden. Das Symplicity-System für die Renale Denervation erfordert keine Vollnarkose mit offener Operation und kein Dauerimplantat.

Der Symplicity Spyral Generator

Symplicity Generator

Generator G3 für den Symplicity Spyral Katheter

Der Symplicity™ G3 Generator ist über ein Kabel an dem Symplicity Katheter angeschlossen und lässt sich über einen Touchscreen-Bildschirm bedienen. Ein spezieller Algorithmus ermöglicht den kontrollierten Eingriff während der Abgabe der Radiofrequenz-Energie.

Der Eingriff mit dem Symplicity-System für die Renale Denervation

Der minimal invasive Eingriff wird in einem spezialisierten Bereich des Krankenhauses, einem sogenannten Herzkatheterlabor, durchgeführt. Ihnen wird ein intravenöser (IV-) Zugang gelegt, über den Flüssigkeiten und Medikamente verabreicht werden. Darüber hinaus werden Ihr Blutdruck und Herzrhythmus überwacht. Sie erhalten ein örtliches Narkosemittel in Ihren Oberschenkel, um den Bereich zu betäuben. Während des Eingriffs wird keine Vollnarkose benötigt, jedoch kann Ihnen ein Beruhigungsmittel zur besseren Entspannung gegeben werden. Außerdem werden nach Bedarf Schmerzmittel verabreicht.

Ihr Arzt führt eine kurze, hohle Schleuse in eine Arterie im vorbereiteten Bereich Ihres Oberschenkels ein. Durch diese Schleuse wird ein längeres Röhrchen, ein sogenannter Führungskatheter, eingebracht. Dieser dient als Leitungsbahn für den Symplicity™ Katheter, der in die Nierenarterie vorgeschoben wird. Ein spezielles Kontrastmittel wird durch den Führungskatheter in den Blutstrom gespritzt, damit Ihr Arzt die Arterien auf einem Röntgenmonitor betrachten kann.

Schließlich beginnt Ihr Arzt mit der eigentlichen Behandlung, indem er mit Hilfe des Symplicity-Katheters Radiofrequenz-Energie an verschiedenen Stellen innerhalb Ihrer Nieren-Arterie abgibt. Dadurch wird ein Großteil der entlang des Gefäßes verlaufenden Nerven verödet und das blutdrucksteigernde Zusammenspiel von Niere und Nerven wird unterbunden. Nachdem die erste Nierenarterie behandelt wurde, positioniert Ihr Arzt den Führungskatheter in der zweiten Arterie neu und beginnt dort mit der Behandlung. Nachdem die Nierenarterien an allen erforderlichen Stellen behandelt wurden, werden der Symplicity Katheter und der Führungskatheter entfernt.

Die Renale Denervation mit dem Symplicity Spyral Katheter für therapieresistenten Bluthochdruck

Die Renale Denervation ist eine ergänzende Behandlung bei Patienten mit therapieresistentem Bluthochdruck.


Quelle

1

Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL, Patienten-Broschüre: Renale Denervation – Was Sie über die neue Therapie zur Blutdruckbehandlung wissen sollten