Barrett-Ösophagus

Barrett-Ösophagus

Informationen zur Erkrankung

Barrett-Ösophagus ist eine Krebsvorstufe, die die Schleimhaut des Ösophagus betrifft – die Speiseröhre, durch die Nahrung und Flüssigkeiten  vom Mund in den Magen gelangen.

Als Vorreiter der stetig wachsenden Epidemie des Speiseröhrenkrebses (mehr als 6.500 Menschen erkrankten 2012 an dieser Krebsart) betrifft Barrett-Ösophagus etwa 4,9 % der Bevölkerung mit Reflux-Symptomen und 8,4 % der Menschen mit Ösophagitis in Deutschland.1,2

Eine frühzeitigere Diagnose und Behandlung des Barrett-Ösophagus ist der Schlüssel zur Reduzierung der Risiken einer Krebsprogression.

So entsteht Barrett-Ösophagus

Barrett Ösophagus

Die Reflux-Krankheit (GORD = Gastro-oesophageal reflux disease ) ist eine Erkrankung, bei der Magensäure und Enzyme die Schleimhaut der Speiseröhre verletzen und Symptome wie Sodbrennen, Regurgitation und Schmerzen im  Brustkorb auftreten. Bei manchen an GORD erkrankten Patienten werden die normalen Ösophaguszellen  beschädigt. Mit der Zeit kann diese Verletzung zu Entzündungen und genetischen Veränderungen führen, die die Zellen verändern. Das Gewebe sieht dann anders aus und ist mikroskopisch betrachtet kein Speiseröhrengewebe mehr, sondern Darmgewebe.  Dies nennt sich "intestinale Metaplasie" oder Barrett-Ösophagus. Wenn bei einem Patienten mehr als dreimal pro Woche GORD-Symptome auftreten, sollte dieser sich an einen Arzt wenden.

Man geht davon aus, dass 13 % aller Personen mit  chronischem Reflux auch einen Barrett Ösophagus haben.3

Zahlen und Fakten

Diagnose von Barrett-Ösophagus

Eine Diagnose des Barrett-Ösophagus erfordert,  dass der Patient sich einer Untersuchung des  oberen Gastrointestinaltraktes durch seinen Arzt unterzieht, wobei es sich dabei gewöhnlich um einen Gastroenterologen oder einen chirurgischen  Endoskopiker handelt. Eine Endoskopie ist kein chirurgischer Eingriff und wird unter moderater  Sedierung durchgeführt. Bei der Untersuchung  erscheint Barrett-Ösophagusgewebe in einer  veränderten Farbe, die eine Gewebebiopsie für die pathologische Untersuchung ausweist. Wenn im Ösophagus Darmzellen festgestellt werden (intestinale Metaplasie), bestätigt dies die Diagnose des Barrett-Ösophagus.

Verschiedene Arten von Barrett-Ösophagus

Je nach Biopsie- und mikroskopischen Ergebnissen gibt es unterschiedliche Arten bzw. "Stadien" von Barrett-Ösophagus. Zu diesen Stadien gehören: intestinale Metaplasie (IM) ohne Dysplasie, IM mit niedriggradiger Dysplasie und IM mit hochgradiger Dysplasie. "Dysplasie" bezieht sich hier auf inhärente Abnormalitäten des Gewebes oder der Zelle, die  diese eher krebsartig und desorganisiert gestalten.4

Risiken von Barrett-Ösophagus

An Barrett-Ösophagus leidende Patienten haben  jedes Jahr eine Chance von 0,3 bis 0,6 %, dass die Erkrankung sich zu Krebs weiterentwickelt.5-8 Darüber hinaus zeigen kürzlich durchgeführte Studien, dass  dieses Progressionsrisiko mit der Zeit kumulativ  wird und dass die Progression bei 7,0 % der Barrett-Ösophagus-Patienten nach 10 Jahren zu hochgradiger Dysplasie bzw. Krebs führt.7,8


Quellen

1

EUCAN 2012; http://eu-cancer.iarc.fr/EUCAN/Default.aspx

2

Malfertheiner P, Lind T, Willich S, Vieth M, Jaspersen D, Labenz J, Meyer- Sabellek W, Junghard O, Stolte M. Prognostic influence of Barrett’s oesophagus and Helicobacter pylori infection on healing of erosive gastro-oesophageal (GORD) and symptom resolution in nonerosive GORD: report from the ProGORD Study. Gut 2005;54:746–751.

3

Levy B, et al. The frequency of Barrett's esophagus in high-risk patients with chronic GERD.Gastrointest Endosc. 2005;61(2):226-231.

4

Sharma P, Falk GW, Weston AP, Reker D, Johnston M, Sampliner RE. Dysplasia and cancer in a large multicenter cohort of patients with Barrett's esophagus. Clin Gastroenterol Hepatol. 2006;4(5):566-572. Epub 2006 Apr 17.

5

Wani S, Puli SR, Shaheen NJ, et al. Esophageal adenocarcinoma in Barrett's esophagus after endoscopic ablative therapy: a meta-analysis and systematic review. Am J Gastroenterol. 2009 Feb;104(2):502-13.

6

de Jonge PJ, van Blankenstein M, Looman CW, et al. Risk of malignant progression in patients with Barrett’s oesophagus: a Dutch nationwide cohort study. Gut. 2010 Aug;59(8):1030-6.

7

Wani S, Falk GW, Post J, et al. Patients with nondysplastic Barrett's esophagus have low risks for developing dysplasia or esophageal adenocarcinoma. Gastroenterology. 2011 Oct;141(4):1179-86.

8

Jung KW, Talley NJ, Romero Y, et al. Epidemiology and natural history of intestinal metaplasia of the gastroesophageal junction and Barrett's Oesophagus: a population-based study. Am J Gastroenterol. 2011 Aug;106(8):1447-55.