Porträt Frau beim Spaziergarng

Okzipitale Nervenstimulation Cluster-Kopfschmerz behandeln

Neurostimulation bei chronischen Schmerzen

Neuromodulation bei therapierefraktären Cluster-Kopfschmerzen

Cluster-Kopfschmerzen sind schwere Kopfschmerzen, die sich von Migräne und Spannungskopfschmerz unterscheiden. Sie betreffen etwa eine von 1.000 Personen.1 Cluster-Kopfschmerzen sind von extremen Schmerzattacken auf einer Gesichtsseite gekennzeichnet, die typischerweise um das Auge herum auftreten, 15 bis 180 Minuten andauern und alle zwei Tage bis zu acht Mal pro Tag auftreten. Weitere mit den Attacken verbundene Symptome können folgende sein:2

  • Rötung oder Tränen des Auges
  • Verengung der Pupille
  • Herabhängen und/oder Schwellung des Augenlids
  • Verstopfung der Nase oder laufende Nase
  • Schwitzen an der Stirn oder im Gesicht
  • Unruhe oder Aufregung

Wenn diese Attacken länger als ein Jahr lang auftreten oder die Phasen ohne Kopfschmerzen kürzer als ein Monat sind, wird der Zustand als chronisch betrachtet.2

Die Behandlung von chronischem Cluster-Kopfschmerz (CCK) beinhaltet vorbeugend die präventiv-medikamentöse Therapie und abortiv die akute Therapie der Einzelattacken. Wenn selbst nach zahlreichen Therapien keine Besserung eintritt, wird die Erkrankung als nicht auf die Behandlung ansprechend oder refraktär betrachtet.

Wenn bei Ihnen ein CCK diagnostiziert wurde und Ihr Zustand sich trotz zahlreicher Behandlungen nicht zufriedenstellend bessert, kommen Sie möglicherweise für ein neues medizinisches Implantat zur Reduktion der Häufigkeit von Kopfschmerzattacken noch vor deren Beginn infrage.

So funktioniert die okzipitale Nervenstimulation (ONS)

Bei der Therapie der okzipitalen Nervenstimulation (ONS) erfolgt eine leichte elektrische Stimulation der Nerven über Drähte, die direkt unter die Haut, nahe der Okzipitalnerven an der Basis des Kopfes implantiert werden. Die Drähte sind an eine implantierte Batterie zur Erzeugung der Stimulation angeschlossen. Die Stimulation kreuzt sich mit Schmerzsignalen und kann ein Kribbelgefühl oder ein Taubheitsgefühl hervorrufen. Die AnkerStimTM Elektrode ist ein neues Produkt, welches die CE-Zertifizierung zur ONS-Therapie bei rCCK erhalten hat. Sie wurde insbesondere für eine bessere Leistung und mehr Komfort im Vergleich zu vorhergehenden Geräten entwickelt. Die ONS-Therapie soll die Anzahl von Cluster-Kopfschmerzattacken verringern, bevor sie beginnen. Es hat sich als vielversprechende Therapie bei refraktärem, chronischem Cluster-Kopfschmerz (rCCK) erwiesen – damit ließen sich bei einigen Patienten die Häufigkeit und Intensität von Attacken sowie die Anwendung von Medikamenten verringern.4-8

Die Implantation des Systems

Wenn Sie und Ihr Arzt entscheiden, dass die ONS-Therapie die richtige Therapie für Sie ist, wird Ihnen das System im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs implantiert. Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen, wie das System bei Ihnen eingesetzt werden kann.

AnkerStim Elektrode für die okzipitale Nervenstimulation bei Cluster-Kopfschmerz

AnkerStim Elektrode für die okzipitale Nervenstimulation

Elektrode und Neurostimulator

Intellis Neurostimulator von Medtronic

Intellis Neurostimulator von Medtronic

Eine oder zwei Elektroden (dünne, biegsame Drähte) werden an der Basis des Kopfes direkt unter die Haut implantiert. Die Elektroden werden mit einer Verlängerung unter Ihrer Haut platziert und mit einem implantierten Neurostimulator verbunden, mit der die Stimulation erzeugt wird. Die Batterie wird normalerweise im Bauchraum oder im oberen Gesäßbereich implantiert. Es gibt zwei Arten von Stimulatoren: Wiederaufladbare und nicht wiederaufladbare.

Die Stimulation stört die Schmerzsignale und stellt das Gleichgewicht mit nicht funktionierenden Nerven wieder her.3

So funktioniert die okzipitale Nervenstimulation bei Cluster-Kopfschmerz

Darstellung der okzipitalen Nervenstimulation

Nach dem Eingriff

Im Aufwachraum wird das Gerät so programmiert, dass Sie bestmöglichen Komfort und weitestgehende Schmerzerleichterung erhalten. Es kann Tage, Wochen oder sogar Monate dauern, bis Sie wissen, ob die Therapie Ihnen hilft.

Ihnen wird erklärt:

  • Verwendung des tragbaren Handgeräts
  • Versorgung der Operationswunde während der Heilung
  • Welche Aktivitäten und Bewegungen während der Heilungsphase nach der Implantation zu vermeiden sind.

Es kann sein, dass in dem Bereich, in dem das System implantiert wurde, leichte Beschwerden auftreten. Dies ist vorübergehend und sollte sich in den nächsten Stunden und Tagen nach der Implantation wieder legen. Es können bei bestimmten Aktivitäten auch Änderungen der Stimulationsintensität auftreten. In regelmäßigen Nachsorgeterminen bei Ihrem behandelnden Arzt können weitere Stimulationsanpassungen durchgeführt und die Therapie so optimiert werden.

Quellen

1

Fischera M, Marziniak M, Gralow I, Evers S. The incidence and prevalence of cluster headache: a meta-analysis of population-based studies. Cephalalgia. 2008;28(6):614-618.

2

International Classification of Headache Disorders 3rd edition (Beta version). Retrieved September 2017 from https://www.ichd-3.org/classification-outline/

3

Magis D, Bruno, Marie-Aurelie, Fumal, Arnaud, Gerardy, Pierre-Yves, Hustinx, Roland, Laureys, Steven, Schoenen, Jean. Central modulation in cluster headache patients treated with occipital nerve stimulation: an FDG-PET study. BMC Neurol. 2011;11

4

Burns B, Watkins L, Goadsby PJ. Treatment of intractable chronic cluster headache by occipital nerve stimulation in 14 patients. Neurology. 2009;72(4):341-345.

5

Fontaine D, Blond S, Lucas C, et al. Occipital nerve stimulation improves the quality of life in medically-intractable chronic cluster headache: Results of an observational prospective study. Cephalalgia. October 2016.

6

Fontaine D, Christophe Sol J, Raoul S, et al. Treatment of refractory chronic cluster headache by chronic occipital