Eckdaten


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Aarhus University Hospital, Aarhus, Dänemark

Herausforderung

Das Aarhus University Hospital sah sich mit einer steigenden Nachfrage nach hochspezialisierter Versorgung konfrontiert. Es musste mehr Patient:innen behandeln, ohne zusätzliche Ressourcen aufzubauen. Um die hervorragende Reputation zu sichern und die Effizienz zu steigern, suchte die Klinik externe Expertise. Im Fokus standen die Leistung der Operationssäle zu optimieren, Verschwendung zu reduzieren und Pflegekapazitäten schaffen. Ziel war es, Daten, Innovation und operative Best Practices gezielt zu nutzen – beginnend mit der Neurochirurgie als Pilotbereich für eine umfassende Transformation.

Lösung

Medtronic arbeitete mit der neurochirurgischen Abteilung zusammen, um die operative Leistungsfähigkeit und Kapazität im Rahmen des Angebots „Operating Room Managed Services“ zu verbessern. IEs wurden neue operative Kompetenzen und datenbasierte Arbeitsweisen eingeführt, ergänzt durch internationales Benchmarking und Wissensaustausch. Gleichzeitig lag ein Schwerpunkt auf Mitarbeiterengagement, organisatorischer Resilienz sowie nachhaltigen Verbesserungen, die sich auf andere Abteilungen übertragen lassen.

Rückgang abgesagter elektiver Eingriffe

Steigerung der chirurgischen Produktivität

Jährliche Einsparungen


Das Krankenhaus

Das Aarhus University Hospital (AUH) ist mit mehr als 900 Betten und 9.000 Mitarbeitenden das zweitgrößte Krankenhaus Dänemarks. Es deckt den Großteil der spezialisierten medizinischen Leistungen im Land ab.

Als forschungsstarkes Haus führt das AUH jährlich rund 83.000 Operationen durch und weist eine der kürzesten Verweildauern in Europa auf. Das AUH wird regelmäßig als bestes Krankenhaus Dänemarks eingestuft. Laut Newsweek belegte es Platz 19 im globalen Ranking der „Smart Hospitals“, die sich durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz, robotergestützter Chirurgie, digitaler Bildgebung, Telemedizin, intelligenter Gebäudetechnik, IT-Infrastruktur und elektronischen Patientenakten auszeichnen. Die Mehrheit dieser Einrichtungen befindet sich in den USA; das AUH gehört zu lediglich vier europäischen Krankenhäusern in den Top 20.

Das Krankenhaus legt besonderen Wert auf einen ganzheitlichen Ansatz, erzielt Ergebnisse durch Zusammenarbeit und verfolgt höchste professionelle Standards.

Zur weiteren Effizienzsteigerung suchte das AUH gezielt die Zusammenarbeit mit der Industrie, um externe Perspektiven zu nutzen. Insbesondere im Bereich der OP-Prozesse sollten Daten und Innovation eingesetzt werden, um Kapazitäten zu schaffen – sowohl finanziell als auch im Pflegebereich. 

Vor diesem Hintergrund entschied sich das AUH für eine Zusammenarbeit mit Medtronic, unter anderem aufgrund der Erfahrung des Unternehmens in der Optimierung von Managed Services in mehr als 150 Krankenhäusern in 20 Ländern. Die Neurochirurgie wurde als Pilotabteilung ausgewählt, mit der Option, die Zusammenarbeit später auf weitere Bereiche auszuweiten. 


Medtronic und die neurochirurgische Abteilung einigten sich auf folgende fünf Ziele der Partnerschaft:

  • Optimierung und Professionalisierung zentraler Prozesse wie operative Planung und Ressourcennutzung 

  •  Verschwendung reduzieren und  Pflegekapazitäten auf die Versorgung zu konzentrieren

  • Neue Kompetenzen in der operativen Optimierung und Planung aufbauen 

  • Organisation stärken sowie Mitarbeiterzufriedenheit und Engagement fördern

  • Nutzung internationalen Benchmarkings sowie Austausch mit anderen Universitätskliniken 

Im Rahmen der Zusammenarbeit wurden verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Zwei zentrale Lösungen werden nachfolgend hervorgehoben.

 



Zu Beginn führte Medtronic eine umfassende Analyse des Materialmanagements durch und entwickelte einen Verfahrenskatalog für die Abteilung. Alle Produkte wurden in ein cloudbasiertes System integriert, um den Einsatz je Eingriff transparent zu machen. 

Die Implementierungsphase dauerte drei Monate.. Zwei Medtronic-Mitarbeitende sind seitdem werktäglich vor Ort und übernehmen sämtliche Aufgaben des Materialmanagements: Bestellung, Wareneingang, Bestandsauffüllung, Abstimmung mit dem Pflegepersonal, Erfassung verbrauchter Materialien sowie Optimierung der Lagerflächen. 

Diese Expert:innen sind vollständig in das Krankenhaus-Team integriert. Auf Basis datenbasierter Entscheidungen wurde die Lagerhaltung grundlegend verändert: Statt auf Vorrat zu bestellen, orientiert sich die Beschaffung nun am tatsächlichen Verbrauch. 

Dadurch können Entscheidungen gezielt auf Grundlage von Risiko- und Produktportfolios getroffen werden, was insbesondere die Entsorgung abgelaufener Materialien verhindert. 


Die effiziente Auslastung der vier OP-Säle ist entscheidend, um Patient:innen zeitnah Zugang zu elektiven und nicht-elektiven neurochirurgischen Eingriffen zu ermöglichen.”

— Dr. Gorm von Oettingen, Chefarzt am AUH



Erfolgsfaktoren im Materialmanagement:

  • Individuelle Anpassung der Prozesse auf Abteilungsebene

  • Verknüpfung logistischer Expertise mit klinischem Fachwissen

  • Herstellerunabhängigkeit: Anwendbar auf alle Produkte



Durch diese Maßnahmen konnten bereits im ersten Jahr Einsparungen von rund 5 Millionen DKK (ca. 675.000 €) erzielt werden. Die Reduzierung von Materialverschwendung beläuft sich aktuell auf 3,9 Millionen DKK. Zudem wurdedas Pflegepersonal von logistischen Aufgaben entlastet, wodurch Kapazitäten im Umfang von etwa zwei Vollzeitstellen  wieder der Versorgung von Patient:innen zugeführt werden konnten.



Die Zusammenarbeit hat gezeigt, dass datenbasierte Optimierung echten Mehrwert für Krankenhäuser, Personal und Patient:innen schafft.”

— Dr. Gorm von Oettingen



Ein zentrales Ziel war es, die Vergabe von OP-Zeitfenstern für akute Patient:innen im elektiven Programm besser zu steuern. Zuvor gab es keine festen Kapazitäten, sodass Entscheidungen ad hoc getroffen wurden. Dies führte zu häufigen kurzfristigen Absagen – im Durchschnitt etwa fünf pro Woche.

Medtronic setzte zunächst einen mathematischen Ansatz zur OP-Planung ein, basierend auf Entscheidungstheorie. Daraus wurde eine Strategie zur Reservierung von Zeitfenstern für akute Fälle entwickelt. Anschließend wurde ein Pilotprojekt durchgeführt: Für akute Eingriffe wurden feste Zeitblöcke an Werktagen eingeplant und die Ergebnisse mit dem Vorjahr verglichen.

Die Auswirkungen waren signifikant:

  • Neue datenbasierte Ansätze ermöglichten fundierte Prognosen und bessere Steuerung 

  • Arbeitsweisen des Personals wurden transformiert

  • Stress reduzierte sich deutlich, das Arbeitsumfeld wurde ruhiger und strukturierter 

Interessanterweise entstand zunächst der Eindruck, es würden weniger Patient:innen behandelt. Die Daten zeigten jedoch das Gegenteil: Die Anzahl der Eingriffe – sowohl akut als auch elektiv – war gestiegen.

Auch die Koordination verbesserte sich deutlich durch klar definierte Rollen und Abläufe. 


Ergebnisse der Implementierung (35 Wochen, 2021):

77 % weniger abgesagte elektive Eingriffe (vs. 2019)

16 % höhere operative Produktivität

8 % weniger nächtliche Notfalloperationen


Die gesteigerte Leistungsfähigkeit ermöglichte es, zusätzliche Eingriffe aus dem privaten Sektor zu übernehmen, was zu jährlichen Einsparungen von bis zu 270.000 € führte.



Dieses Projekt zeigt, dass mathematische Modellierung komplexer Kapazitätsprobleme den Zugang zur Versorgung verbessert und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen steigert.”

— Leiter der Neurochirurgie



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