Erfolgsgeschichte
Erfolgreicher Weg zur ambulanten Chirurgie
Erstellung eines Leitfadens für die ambulante Chirurgie zur Umsetzung für NHS England
Eckdaten
partner
Blackpool NHS Teaching Hospitals, London, Vereinigtes Königreich
Die British Association for Day Surgery (BADS) empfiehlt, dass 60 % der vaginalen Hysterektomien als tageschirurgische Eingriffe erfolgen. Derzeit erreichen lediglich 2 % der Krankenhäuser in England dieses Ziel. Diese Diskrepanz belastet klinische Kapazitäten, Ressourcen, Budget sowie die Gesamtauslastung der Krankenhäuser – insbesondere während der COVID-19-Pandemie.
Die Durchführung von VH als tageschirurgischer Eingriff gilt als ebenso sicher wie eine stationäre Behandlung und weist niedrige Wiederaufnahmeraten auf, insbesondere bei sorgfältiger präoperativer Planung und Patient:innenauswahl.
Patientenzufriedenheit und Sicherheit können gesteigert werden, wenn Krankenhäuser über praktische Leitfäden zur Etablierung eines tageschirurgischen VH-Behandlungspfads verfügen. Dies ermöglicht kürzere Aufenthaltszeiten im Krankenhaus und mehr Erholungszeit zu Hause mit ergänzender digitaler Betreuung.
Das playbook
Ausgangssituation
Blackpool Teaching Hospitals NHS Foundation Trust gehört zu nur fünf von 119 NHS Trusts in England, die die vaginale Hysterektomie standardmäßig als tageschirurgischen Eingriff durchführen. Ziel war es, ein übertragbares Erfolgsmodell („Blueprint“) zu entwickeln, das andere Einrichtungen adaptieren können.
Das Playbook ermöglicht es anderen Trusts, die in Blackpool etablierten Prozesse zu übernehmen und anzupassen, um:
Bettenkapazitäten freizusetzen
den steigenden Bedarf elektiver Eingriffe zu bewältigen
Patientenkontaktzeiten im Krankenhaus zu reduzieren
Infektionsrisiken zu minimieren
Wartelisten zu verkürzen
Eine breite Einführung in gynäkologischen Zentren des NHS England könnte die Zahl tageschirurgischer VH-Eingriffe deutlich steigern und erhebliche Kapazitäten freisetzen – insbesondere in Kombination mit effizienten Betriebsprozessen.
Zusätzliche Effizienzpotenziale
Durch den Einsatz von Gefäßversiegelungstechnologie kann die Operationsdauer verkürzt und potenziell ein zusätzlicher Eingriff pro OP-Slot ermöglicht werden.
Entwicklung
Die enge Zusammenarbeit zwischen der gynäkologischen Abteilung in Blackpool und dem IHS-Team war entscheidend für die Entwicklung eines übertragbaren Playbooks.
Medtronic arbeitete eng mit Führungskräften und klinischen Teams zusammen, um Erfahrungen systematisch zu erfassen und in einem gemeinsamen Wissenspool zu bündeln.
Der ärztliche Direktor und Leiter der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, Herr Eric Mutema, identifizierte gemeinsam mit Medtronic zentrale Erfolgsfaktoren, Risiken sowie praxisnahe Fallbeispiele.
Diese Erkenntnisse bildeten die Grundlage für das Playbook sowie ein „Opportunity Quantification Tool“, mit dem sich die Kosten aktueller und zukünftiger Versorgungsszenarien auf Basis von Ressourcenparametern berechnen lassen.
Inhalte des Playbooks
Das Playbook beinhaltet:
Vorlagen zur Datenerfassung sowie perioperative Dokumentationsstrukturen zur Anpassung an lokale Gegebenheiten
Werkzeuge zur Bewertung von OP-Kapazitäten, Bettenauslastung und Ressourcen
Maßnahmen zur Optimierung von Vorbereitung und Genesung der Patient:innen
Zudem wird der Einsatz einer digitalen Plattform für Patientenmonitoring und -interaktion berücksichtigt, die:
Patient:innen mit Informationsmaterial versorgt
Ärzt:innen wichtige präoperative Informationen bereitstellt
sicherstellt, dass Patient:innen „OP-bereit“ sind
Dadurch können:
persönliche Konsultationen reduziert
Eingriffe seltener abgesagt
Vertrauen und Transparenz für Patient:innen und Behandelnde erhöht werden
Ein digitales Protokoll unterstützt zudem die Nachverfolgung postoperativer Symptome sowie die Erhebung patientenberichteter Ergebnisse (PROMs).
Dr. Mutema stellte die wirtschaftlichen und organisatorischen Vorteile dieses Ansatzes auf der NHS Providers Konferenz 2020 vor. Sein Team bietet gemeinsam mit Medtronic zudem klinisches Mentoring für andere Einrichtungen an.
Weitere Bestandteile des Playbooks
Projektmethodik und Implementierungsleitfäden
Unterstützung durch klinisches Mentoring und Beratungsexpertise von IHS
Anpassbare Modelle für Kosten- und Leistungsplanung
Fokus auf nachhaltigen Mehrwert für Gesundheitssystem und Patient:innen
Technologielösung: Curved-Jaw-Instrument
Medtronic unterstützt das gynäkologische Team in Blackpool sowie andere Krankenhäuser bei der Nutzung der App Touch Surgery, um tageschirurgische VH-Eingriffe mit dem LigaSure™ Curved Jaw Gefäßversiegelungssystem aufzuzeichnen und zu kommentieren. Diese Lernvideos können mit anderen Einrichtungen geteilt werden, um die Anwendung dieser Technologie zu fördern.
Obwohl die Technologie pro Eingriff teurer ist als herkömmliche Nähte, ermöglicht sie durch reduzierte postoperative Schmerzen und geringere Blutungsrisiken eine Entlassung am selben Tag. Die Einsparungen durch den tageschirurgischen Ansatz können die Mehrkosten ausgleichen und gleichzeitig die patientenberichteten Ergebnisse verbessern.
Vorteile:
Beratungs- und Implementierungsunterstützung
Unterstützung bei Definition und Umsetzung eines erfolgreichen VH-Tageschirurgiepfads
Abstimmung der Erwartungen und Ziele aller Stakeholder
Quantifizierung des Potenzials auf Basis lokaler Eingriffszahlen
Datenerfassungs- und Prozessvorlagen zur Unterstützung der Implementierung
Klinisches Mentoring sowie Schulungsmaterialien (z. B. Touch Surgery)
Möglichkeit zur Einführung digitaler Protokolle für prä- und postoperative Phasen
Vorteile der tageschirurgischen vaginalen Hysterektomie
Unsere Erfolgsgeschichten
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